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Klimaschutz: Japan will Treibhausgase bis 2050 um bis zu 80 Prozent senken

Vor dem G-8-Gipfel in Hokkaido hat Japans Premierminister Fukuda ein sportliches Ziel vorgegeben: Bis 2050 will Japan seine Treibhausgasemissionen um bis zu 80 Prozent senken. Auf kurzfristigere Ziele bis 2020 wollte sich Fukuda allerdings noch nicht festlegen.

Tokio - Einen Monat vor dem G-8-Gipfel in Japan hat Regierungschef Yasuo Fukuda die Linie für sein Land vorgegeben: Bis zum Jahr 2050 kündigte er eine Verringerung der Treibhausgas-Emissionen um 60 bis 80 Prozent an. Fukuda will zugleich ab dem Herbst in Japan ein Emissionshandelssystem testen. Bislang hatte Japan anvisiert, die Emissionen bis 2050 nur um 50 Prozent zu reduzieren. Welche Ziele sich Tokio für das Jahr 2020 steckt, sagte Fukuda nicht. Für dieses Datum fordern vor allem die EU und Umweltschutzverbände eine verbindliche Zielmarke. Fukuda kündigte an, dass Tokio sich erst im kommenden Jahr für 2020 festlegen werde. Beim G-8-Gipfel auf der nordjapanischen Insel Hokkaido vom 7. bis 9. Juli steht der Kampf gegen die Klimaerwärmung im Mittelpunkt.

Japans Premier Fukuda: "Revolution" für eine kohlenstoffarme Gesellschaft
DPA

Japans Premier Fukuda: "Revolution" für eine kohlenstoffarme Gesellschaft

Für das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls, das 2012 ausläuft, müssen unter der Schirmherrschaft der Uno bis Ende 2009 die Obergrenzen der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen neu festgelegt werden. Das Kyoto-Protokoll haben alle Industriestaaten mit Ausnahme der USA unterzeichnet. Für die jetzt angekündigte Verringerung der Treibhausemissionen legte Tokio die derzeitigen Werte zugrunde, nicht diejenigen des Kyoto-Protokolls von 1990. Demnach müsste Japan seine Emissionen zwischen 1990 und 2012 um sechs Prozent verringern, wozu es allen vorliegenden Informationen zufolge nicht in der Lage sein wird. Die Europäische Union hat sich verpflichtet, ihre Treibhausemissionen bis 2020 um 20 Prozent zu senken und drängt Japan und die USA, es ihr nachzutun.

Den von Fukuda angekündigten Handel mit Luftverschmutzungsrechten - den sogenannten Emissionshandel - gibt es bereits EU-weit für Kraftwerke und Industrieanlagen. Die beteiligten Unternehmen erhalten Zertifikate, die sie zum Ausstoß bestimmter Mengen am klimaschädlichen Gas Kohlenstoffdioxid (CO2) berechtigen. Stößt ein Unternehmen weniger CO2 aus als ihm zusteht, kann es die übrigen Zertifikate an Firmen verkaufen, denen die eigenen Rechte nicht ausreichen.

Mit der Initiative soll der Ausstoß von Klimaschädlichen Treibhausgasen begrenzt werden, wogegen sich japanische Unternehmen in der Vergangenheit standhaft zur Wehr setzten. Fukuda appellierte an die Industriefirmen, sich möglichst zahlreich an der Initiative zu beteiligen. Er gehe um eine "Revolution" für eine kohlenstoffarme Gesellschaft, "damit Nachkommen 200 Jahre später stolz auf uns sein können", sagte der Regierungschef. Er rief zugleich dazu auf, den Gebrauch von Solarenergie in Japan bis 2020 zu verzehnfachen und versprach, dass Japan in einen Fonds der USA und Großbritanniens zur Unterstützung von Entwicklungsländern im Kampf gegen den Klimawandel 1,2 Milliarden Dollar (764 Millionen Euro) einzahlen werde.

lub/AFP

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