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Klimawandel in Alaska: 35.000 Walrosse auf einem Fleck

REUTERS

Das Klima wird milder, das Eis schmilzt: An einem Strand in Alaska haben sich massenhaft Walrosse versammelt - offenbar auf der Suche nach Packeisschollen.

Es ist ein unglaublicher Anblick: Auf einem Strand von Alaska liegen dicht an dicht Walrosse - 35.000 sind es mittlerweile schon. Experten vermuten, dass die Tiere auf der Suche nach Packeis an dem Küstenstrich gestrandet sind. So drängen sich seit einigen Tagen mindestens 35.000 Walrosse auf dem Festlandstrand. Die Massenversammlung sei erstmals am 27. September aus der Luft beobachtet worden, teilten Experten des US-Regierungsinstituts USGS (United States Geological Survey) mit.

Das Pazifische Walross (Odobenus rosmarus divergens) sucht seine Nahrung - Kleintiere wie Muscheln, Schnecken und Krebse - auf dem Meeresboden. Es taucht bis zu 250 Meter tief und nimmt bis zu 50 Kilo am Tag zu sich. Zum Verdauen ruhen sich die Kolosse anschließend auf Eisschollen aus - zumindest taten sie das in der Vergangenheit.

Jetzt mussten sie erneut aufs Festland ausweichen. Und es werden immer mehr. Vor vier Tagen waren es nur 1500, nun 35.000. Die Experten gehen davon aus, dass das Phänomen eine Folge des Klimawandels ist. Wegen des wärmeren Klimas habe sich das Packeis der Arktis stärker zurückgezogen als bisher, deshalb hätten die Walrosse auf das Festland von Alaska ausweichen müssen.

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Klimawandel: Tierversammlung auf dem Festland
Eine solche Massenversammlung ist ungewöhnlich, kam aber bereits dreimal vor: 2007, 2009 und 2010. Auch in jenen Jahren war das Eis, wo die Tiere normalerweise leben, so weit zurückgegangen wie kaum jemals zuvor.

Laut USGS wurden auf demselben Küstenstrich auch mehr Braunbären gesichtet als bislang angenommen. Hingegen seien die Grauwale, die noch in den 1990er Jahren in der Gegend anzutreffen gewesen seien, völlig verschwunden.

khü/AFP

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insgesamt 38 Beiträge
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1. Eisbären.
mustafa20 02.10.2014
Witzig ist doch immer die Beschwörung, dass der Eisbär ja verhungert, weil er nicht mehr auf die Eisschollen kommt, um zu jagen ... Nur, wenn sich für seine Beute die Umwelt genauso verändert, bleiben eben beide am Festland.
2.
schmusel 02.10.2014
Klimawandel heisst mitnichten zwangsläufig höhere Temperaturen. Im Gegenteil. Hier wird es wohl eher extrem nass und tendenziell kühler werden. Deshalb nennt man es nicht mehr plump Erderwärmung sondern Klimawandel, da es zwar überall "Klima" gibt, aber eben auch überall verschieden.
3. Klimawandel kommt anders als erwartet
gingermath 02.10.2014
Eine höhere Temperatur ist nicht die einzigste Folge des Klimawandels, vor den die Experten warnen, auch stehen Änderungen in der Globalen Temperaturverteilung aus. Mit anderen Worten es wird zwar wärmer, aber durch den erhöhten Süßwassergehalt der Meere verändern sich die Meeresströmungen, also wird es in Europa kälter, trockener und es wird im allgemeinen extremeres Wetter geben. Die Tierwelt (hier die Walrosse oder Grauwale) bekommen das als erstes mit. Da kann man nur auf neue Naturspektakel hoffen ... hoffentlich wird es nicht zu schlimm
4. Interessant...
annoo 02.10.2014
...dass Jahre lang Ökoaktivisten belächelt wurden und Klimawandel als übertrieben dargestellt abgestempelt wurde. Vielleicht erinnert sich jemand, wie die Ergebnisse von "Global 2000" 1977 in Bezug auf Ökologie belächelt wurden. Jetzt tritt leider viel davon ein, was dort prophezeit wurde. Ich hoffe die "Demo" der Walrosse bewirkt mehr, als die Wissenschaftler damals mit Ihren Ergebnissen bewirken konnten. Und ich hoffe auch, dass sie nicht mit ihrem Leben bezahlen müssen.
5.
xxbigj 02.10.2014
Ich mache mir mehr sorgen um die hunderte von Millionen von Menschen, die in den nächsten Jahren immer härter werdenden Naturkatastrophen ausgesetzt sind. Die Walrosse werden zurecht kommen, die Wale haben wir ausgerottet. Und noch mal für ROGERRABIT= Der Klimawandel äußert sich darin, das es nicht überall wärmer wird, das ist von Region zu Region unterschiedlich, es kann sogar kälter werden zum Äquator hin und dafür an den Polen wärmer, weeshalb diese dann auch schmelzen. Ihre Heizkostenrechnung, sollte das letzt Problem sein, woran sie bei diese Veränderung der Erde denken sollten...
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