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Klimawandel: Alpengletschern droht Massenschmelze

Für die Gebirge Europas könnte der Klimawandel dramatische Folgen haben. Forscher warnen vor einer massiven Schmelze der Gletscher -  mit beachtlichen Folgen für die regionalen Wasserverhältnisse.

Gletscherschmelze in Europa: Die Mehrheit der Eisberge wird schmelzen Zur Großansicht
DPA

Gletscherschmelze in Europa: Die Mehrheit der Eisberge wird schmelzen

Paris - Die Erderwärmung könnte bis zum Jahr 2100 zwei Drittel aller europäischen Gletscher zum Schmelzen bringen. Europa würde dann zu den Kontinenten gehören, die von der Gletscherschmelze am stärksten betroffen sind. Das geht aus einer im Fachmagazin "Nature Geoscience" veröffentlichten Studie hervor. Demnach werde weltweit das Volumen von Gletschern und Eiskappen bis zum Ende des Jahrhunderts um 15 bis 27 Prozent zurückgehen. Die massiven Eisschilde Grönlands und der Antarktis, in denen 99 Prozent des weltweiten Süßwassers gebunden sind, bezogen die Forscher nicht in die Auswertung ein.

"Eisverluste dieses Ausmaßes werden beachtliche Auswirkungen auf die regionalen Wasserverhältnisse und die Verfügbarkeit von Wasser haben", schreiben die Geophysiker Valentina Radic und Regine Hock von der Universität von Alaska in ihrer Studie. Dabei würden einige Weltgegenden deutlich stärker betroffen sein als andere - abhängig von der Höhe der Gletscher, der Beschaffenheit des Bodens oder regionalen Unterschieden beim Temperaturanstieg.

Wenn die Forscher Recht haben, dann erwartet die europäischen Alpen ein Gletscher-Rückgang um 75 Prozent. Neuseeland wird 72 Prozent seiner Eisflächen verlieren. In den Hochgebirgen Asiens würden dagegen bis 2100 nur zehn Prozent der Gletscher schmelzen.

Allein das Schmelzwasser des untersuchten Eisverlusts könnte die Meeresspiegel um zwölf Zentimeter ansteigen lassen, sagten die Forscher voraus. Sollten auch die in der aktuellen Studie nicht berücksichtigten Eisschilde Grönlands und Antarktis stärker tauen als wachsen, dann dürfte der Pegel der Ozeane deutlich stärker ansteigen. Der Neben dem Schmelzwasser ist auch die durch die Erderwärmung erzeugte Ausdehnung des Wassers ein wichtiger Faktor für den Anstieg der Meeresspiegel.

Die Forscher von der Universität von Alaska legten ihren Berechnungen ein Computermodell zu Grunde. Dieses Modell arbeitete mit Daten von mehr als 300 Gletschern, die zwischen 1961 und 2004 erhobenen wurden. Bei der künftigen Erderwärmung bezogen sich die Wissenschaftler auf ein Szenario des Weltklimarats IPCC, das einen Anstieg der Temperatur um 2,8 Grad Celsius bis zum Ende des 21. Jahrhunderts vorhersagt.

fln/afp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 561 Beiträge
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1. Ja und?
Doctor Feelgood 10.01.2011
Als Hannibal über die Alpen zog waren diese auch weitgehend eisfrei. Wem hats geschadet?
2. glacier to go
taiga, 10.01.2011
Zitat von sysopFür die Gebirge Europas könnte der Klimawandel dramatische Folgen haben. Forscher warnen vor einer massiven Schmelze der Gletscher -* mit beachtlichen Folgen für die regionalen Wasserverhältnisse. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,738535,00.html
Das habe ich auch mal geglaubt. Aber ein paar warme Winter in den 80- und 90er Jahren machen noch keine dauerhafte Klimaerwärmung, zumindest nicht in Mitteleuropa. Mal sehen, was die nächsten Dekaden bringen, wahrscheinlich legen die Gletscher wieder zu. Wäre ja schön.
3. ...
M. Michaelis 10.01.2011
Zitat von sysopFür die Gebirge Europas könnte der Klimawandel dramatische Folgen haben. Forscher warnen vor einer massiven Schmelze der Gletscher -* mit beachtlichen Folgen für die regionalen Wasserverhältnisse. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,738535,00.html
Die Wasserverhältnisse sind ständigen Veränderungen unterworfen. Dazu gehört auch dass Gletscher wachsen und vergehen. Die Berechnungen über die höhe des Meeresspiegels sind indes Kaffeesatzleserei weil überhaupt nicht alle möglichen Einflussgrossen berücksichtigt und berechenbar sind. So bleibt völlig unberücksichtigt dass sich der Erdmantel unter dem Einfluss der Wassemassen verändert und auch wieviel Wasser in der Atmonstphäre gebunden ist kann schwerlich vorhergesagt werden. Auch das Schicksal von Inseln ist nicht so einfach vorherzusagen, denn Koralleninseln beispielsweise wachsen mit.
4. Nur Hannibal
freeagent 10.01.2011
Zitat von Doctor FeelgoodAls Hannibal über die Alpen zog waren diese auch weitgehend eisfrei. Wem hats geschadet?
Zum Thema Klimawandel kann ich lediglich dieses Video empfehlen: http://www.youtube.com/watch?v=5-Mw5_EBk0g Sagt eigentlich alles.
5. nicht schon wieder
roland.vanhelven 10.01.2011
hoert dich bitte mal auf, das glaubt euch kein mensch mehr...
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