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Klimawandel: Ausbau der Kohleenergie gefährdet deutsche Klimaschutzziele

Nur wenn die Energiewirtschaft ihre Ausbaupläne für die Kohlenutzung deutlich reduziert, kann Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen. Das besagt nach Informationen des SPIEGEL die "Leitstudie 2008", die Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) in Auftrag gegeben hat.

Hamburg - Die Forscher vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik halten das Regierungsziel, bis 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken und bis 2050 sogar um 80 Prozent, zwar für erreichbar. Schon 2015 könne Strom aus erneuerbaren Quellen mit Ausnahme der Fotovoltaik billiger hergestellt werden als aus fossilen Quellen.

Unerlässlich sei aber, dass der Stromverbrauch pro Kopf um sechs bis neun Prozent sinke und beim Neubau fossiler Kraftwerke auf Gas statt Kohle gesetzt werde. Sonst könnten "die CO2-Emissionen bis 2020 nur um rund 25 Prozent reduziert werden". Von den 28 Gigawatt fossiler Altkraftwerke, die bis 2020 stillgelegt werden, dürften höchstens zehn Gigawatt mit Kohle ersetzt werden.

Das entspricht laut einem Vermerk des Gabriel-Ressorts der Leistung der neuen Kohlekraftwerke, die bereits im Bau oder in konkreter Planung sind.

Darüber hinausgehende Pläne der Energiekonzerne würden demnach das Klimaziel gefährden. Gabriel hatte sich jüngst dafür eingesetzt, neue, effizientere Kohlekraftwerke zu akzeptieren, und vor wachsender Abhängigkeit vom Erdgaslieferanten Russland gewarnt.

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