Klimawandel: Bambus-Schwund bedroht Pandas

Der Große Panda ist ein Spezialist: Er ernährt sich fast ausschließlich von Bambus. Forscher haben nun berechnet, wie sich der Klimawandel auf die Nahrungsgrundlage der Bären auswirkt - und zeichnen ein düsteres Bild.

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MSU

Eng verbunden: Verschwindet der Bambus, haben die Großen Pandas keine Nahrung mehr

Große Pandas sind extrem spezialisiert, wenn es um die Nahrung geht. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Bambus. Immerhin lassen sich die Bären verschiedene Arten des Gewächses schmecken - nach Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN fressen Pandas mehr als 60 verschiedene Bambus-Spezies, 35 Arten davon allerdings in besonders großem Maß.

Wenn dieses Gewächs verschwindet, dann fehlt den Großen Pandas (Ailuropoda melanoleuca) die Nahrung. Forscher haben daher berechnet, wie sich das Unterholz in den chinesischen Qinling-Bergen aufgrund des Klimawandels verändern könnte - und wie sich das wiederum auf die Bären auswirkt.

Die Gruppe um Jianguo Liu von der Michigan State University berichtet im Fachmagazin "Nature Climate Change", dass die drei in der Region vorherrschenden Bambusarten im Laufe des 21. Jahrhunderts substantiell zurückgehen werden. Vier Klimamodelle, die auch der UN-Klimarat IPCC für seine Prognosen einsetzt, zeigten einen gemeinsamen Trend: Die drei Arten Fargesia qinlingensis, Fargesia dracocephala und Bashania fargesii gehen stark bis sehr stark zurück. Sie bilden zusammen 90 Prozent der Bambusvorkommen in der untersuchten Bergregion - und damit die Nahrungsgrundlage für etwa 270 wildlebende Pandas.

"Obwohl diese Vorhersagen unausweichlich unter vereinfachenden Annahmen und mit Unsicherheiten entstanden, zeigen sie potentielle Herausforderungen für den Erhalt der Pandas", schreibt das Team.

Auch das Abholzen sowie der Rückgang der Artenvielfalt in vielen Wäldern tragen dazu bei, dass Bambuspflanzen zurückgedrängt werden. Die Pflanzen blühen außerdem sehr selten (mitunter nur alle zehn bis 120 Jahre), weshalb sie sich schwerer an den Klimawandel anpassen können.

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN ist der Große Panda als stark gefährdet eingestuft. Insgesamt leben nicht mehr als 2500 ausgewachsene Tiere in freier Wildbahn. Sie kommen nur in China vor, wo sie in einigen isolierten Bergregionen zu finden sind.

wbr/dpa

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