Klimawandel Forscher prophezeien Australien verheerende Hitze

Hitzewellen, extreme Dürren, Ernteausfälle: Der Klimawandel wird Australien einer neuen Studie zufolge schwer treffen. Die Trockenheit, die das Land seit Jahren im Griff hat, ist demnach nur der Anfang. Agrarminister Tony Burke verglich den Report mit einem Katastrophenroman.


Perth - Als trockenster von Menschen bewohnter Kontinent ist Australien einiges gewöhnt. Doch seit 2002 stöhnt das Land unter einer Dürre, die als schlimmste seiner Geschichte gilt. Doch sollten Forscher in Diensten der australischen Regierung Recht behalten, wird es noch viel schlimmer kommen. Dürren werden das Land demnach doppelt so oft wie bisher heimsuchen, und auch die betroffene Fläche wird auf das Zweifache des bisherigen Werts anwachsen.

"Außergewöhnlich heiße" Jahre kamen bisher etwa alle 20 bis 25 Jahre vor, heißt es in dem Bericht des Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation ( CSIRO), Australiens oberster Forschungsbehörde. Künftig aber würden solche Temperaturen wahrscheinlich jedes oder jedes zweite Jahr auftreten. Und: Dieses Szenario könnte schon im Jahr 2010 einsetzen. Die Gebiete, die von extremer Hitze betroffen sind, könnten von 5 auf 95 Prozent der Fläche Australiens wachsen.

"Manche dieser Vorhersagen lesen sich eher wie ein Katastrophenroman als wie ein wissenschaftlicher Bericht", sagte Australiens Landwirtschaftsminister Tony Burke. "Klar ist, dass der Trockenheitszyklus regelmäßiger und heftiger kommen wird." Premierminister Kevin Rudd bezeichnete den Bericht als "äußerst verstörend". "Die Analyse zeigt, dass Ausmaß und Frequenz von außergewöhnlich heißen Jahren in den vergangenen Jahren rapide angestiegen sind und der Trend sich fortsetzen wird."

Zumindest ein Teil der Misere ist auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen, heißt es in dem Bericht. So gehe rund die Hälfte des Niederschlagrückgangs in Südwestaustralien seit den 1950er Jahren auf Treibhausgasemissionen zurück.

Die Folgen bekommen unter anderem die Landwirte zu spüren. Früher galt Australien als zweitgrößter Weizenexporteur der Welt. Doch im vergangenen Jahr führte das Land lediglich 13 Millionen Tonnen aus. Die Forscher fordern in dem Bericht, größere Gebiete als hilfsbedürftig auszuweisen, um die Folgen der Trockenheit dort zu lindern.

"Manche Bauern haben bereits ihr Land und die ländlichen Gemeinden verlassen, um zu überleben", sagte Burke. "Wir müssen jetzt handeln, um für den Klimawandel der Zukunft besser gerüstet zu sein."

mbe/Reuters/AFP



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