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Klimawandel: Erderwärmung treibt Frosch zu höheren Tönen

Teichfrosch am Tümpel: Mit den äußerlichen Veränderungen könnte auch der Paarungserfolg sinken Zur Großansicht
DPA

Teichfrosch am Tümpel: Mit den äußerlichen Veränderungen könnte auch der Paarungserfolg sinken

Der Gesang des Höhlen-Pfeiffrosches hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Nun produzieren die Männchen kürzere und höhere Laute. Als Ursache dafür vermuten US-Biologen den Klimawandel.

Los Angeles - Die Erderwärmung lässt männliche Frösche aus der Karibik nach Forscherangaben höher quaken. Zugleich habe die Tondauer in den Werbegesängen um die Weibchen abgenommen, berichten Wissenschaftler um Peter Karins von der University of California im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B".

Für ihre Studie verglichen sie Tonaufnahmen von Höhlen-Pfeiffröschen aus den Jahren 1983 und 2006 mit der Temperaturentwicklung in diesem Zeitraum.

Die Gesangsaufnahmen stammen von männlichen Höhlen-Pfeiffröschen (Eleutherodactylus coqui) des Inselstaates Puerto Rico in Höhen von 30 bis 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Die Tonlage und die Größe der Frösche ändert sich mit der Höhe und damit mit der Temperatur. In niedrigen, wärmeren Lagen sind die Froschmännchen von Natur aus kleiner und produzieren kürzere, schrillere und schnellere Laute. Auf tausend Meter Höhe sind sie dagegen größer und ihre Rufe dumpfer, länger und langsamer.

Kommunikation verändert sich

Den Anstieg der Tonhöhe und die Verkürzung der Rufe sehen die Forscher deshalb als ein Indiz für die Abnahme der durchschnittlichen Körpergröße mit der Temperatur. Ein kleinerer Körper ist eine typische physiologische Reaktion auf eine langfristige Temperaturerhöhung. Fröschen fehlt wie anderen Amphibien auch ein geeigneter Wärmeregulationsmechanismus. Ihre Körpertemperatur verändert sich mit der Umgebungstemperatur. In Puerto Rico stieg die Durchschnittstemperatur in dem untersuchten Zeitraum im Schnitt um 0,37 Grad Celsius. Die Forscher rechnen mit einer weiter steigenden Temperatur.

"Unsere Studie zeigt erstmals einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Veränderung eines Kommunikationssystems von Wirbeltieren", schreiben die Biologen in ihrem Artikel.

Aus ihrer Sicht wird sich die Kommunikation und das Aussehen der Höhlen-Pfeiffrösche in den nächsten Jahrzehnten weiter verändern. Damit verbunden könnte auch der Paarungserfolg sinken, vermuten die Forscher. Zudem habe eine Population kleinerer Frösche auch insgesamt eine geringere Biomasse. Für das Ökosystem auf Puerto Rico könnte beides deutliche Folgen haben, immerhin seien die Frösche ein zentraler Bestandteil der Nahrungskette auf dem Inselarchipel.

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nik/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. !
Kindergeburtstag 09.04.2014
Zitat von sysopDPADer Gesang des Höhlen-Pfeiffrosches hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Nun produzieren die Männchen kürzere und höhere Laute. Als Ursache dafür vermuten US-Biologen den Klimawandel. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-froesche-quaken-in-hoeheren-toenen-a-963336.html
Ist halt anscheinend Alles eine Glaubenssache . . man könnte auch glauben, dass Frösche in Amerika zur Zeit andere Probleme als ein wenig Temperaturanstieg haben .. http://www.sempria-search.de/dradio-wissensnachrichten/20131213/j9Hu.html
2. Wandeln sollt ihr
only2read 09.04.2014
Heute vor exakt 2 Jahren ist mir in den frühen Morgenstunden ein Toast vom Küchentisch gefallen. Damals war es 0,37 Grad kälter. Damit war mein Muskeltonus etwas anders, zu Mirko Kontraktionen neigend um Wärme zu produzieren. Der Klimawandel trägt also dazu bei, dass weniger Lebensmittel verderben. Gleichzeitig steigt meine Biomasse, was mich weniger attraktiv für Weibchen werden lässt. Schlussendlich werde ich aussterben...
3. Frequenz
tdi-meister 09.04.2014
Kann das, statt vom erdachten Klimaschwindel, vielleicht mit der steigenden Schumann-Frequenz zusammenhängen?
4. Man sollte
urbaine 09.04.2014
auch menschliche Musik daraufhin untersuchen.
5. Das Thema ...
Stefan_G 09.04.2014
Zitat von urbaineauch menschliche Musik daraufhin untersuchen.
.... gibt es längst auch bei menschlicher Musik. Und nicht nur in einer Variation der Tonhöhe. Siehe (nein: höre) z.B. "Beds are burning" von Midnight Oil
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