Klimawandel Erderwärmung gefährdet Meeresschildkröten

Hohe Temperaturen sind eine extreme Gefahr für Meeresschildkröten. Biologen haben den Bruterfolg der Reptilien in Costa Rica beobachtet. Das Ergebnis: Setzt sich die Erderwärmung fort wie bisher, werden sich die Überlebenschancen junger Schildkröten binnen Jahrzehnten halbieren.

Lederschildkröte auf Trinidad: Gefahr durch Erderwärmung
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Lederschildkröte auf Trinidad: Gefahr durch Erderwärmung


Die zunehmende Erderwärmung könnte für jede zweite junge Lederschildkröte das Ende bedeuten. Schon derzeit schlüpfen weniger Tiere in warmen und trockenen Jahren, wie sie etwa in Folge des El Niño-Klimaphänomens auftreten, schreiben US-Forscher im Online-Fachjournal "PLoS One". Diese größten Schildkröten der Welt gelten bereits heute als stark gefährdet.

Pilar Santidrian Tomillo und ihre Mitarbeiter von der Drexel University in Philadelphia (US-Bundesstaat Pennsylvania) hatten von 2004 bis 2010 den Bruterfolg von Lederschildkröten (Dermochelys coriacea) an einem Strand in Costa Rica beobachtet und in Beziehung zu den Umweltdaten dieser Jahre gesetzt. Lederschildkröten vergraben ihre Eier 60 Zentimeter tief in weichem Sand, wo die Eier durch die gespeicherte Wärme ausgebrütet werden. Die winzigen Jungtiere stoßen sich nach dem Schlüpfen empor und versuchen, in einem mühsamen Marsch das Meer zu erreichen.

Der Schlüpferfolg der Jungtiere werde stark von der Temperatur und Feuchtigkeit des Sandes bestimmt, berichten die Forscher. In Jahren, die vom Klimaphänomen El Niño bestimmt waren, herrschte in Costa Rica allgemein eine höhere Temperatur und es fielen weniger Niederschläge. Dies führte laut der Studie zu deutlich weniger überlebenden Jungtieren.

Die vom Uno-Klimarat IPCC für Costa Rica vorhergesagte dauerhafte Erwärmung und zunehmende Trockenheit führt nach Daten der Forscher dazu, dass die Überlebensrate der jungen Lederschildkröten dort in den kommenden 100 Jahren um 50 bis 60 Prozent zurückgehen wird.

nik/dpa

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