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Klimawandel: Golfstrom erwärmt sich noch schneller als der Atlantik

Die Temperatur der Ozeane ist gestiegen - doch besonders rasch scheinen sich schnelle Strömungen wie der Golfstrom erwärmt zu haben. Forscher rätseln über die Gründe. Sie fordern eine Art Langzeit-EKG für die Ozeane, um künftige Veränderungen besser zu messen.

Englands Südwestküste: Der Golfstrom sorgt hier für meist milde Winter Zur Großansicht
Getty Images

Englands Südwestküste: Der Golfstrom sorgt hier für meist milde Winter

Der Golfstrom hat sich in den vergangenen hundert Jahren zwei- bis dreimal so stark erwärmt wie der Atlantische Ozean. Laut einer im Fachmagazin "Nature Climate Change" veröffentlichten Studie stieg die Oberflächentemperatur der Meeresströmung um etwa ein Grad Celsius. Der Atlantik wärmte sich in diesem Zeitraum um 0,4 Grad auf. Im weltweiten Mittel stieg die Oberflächentemperatur der Meere um rund 0,6 Grad Celsius, berichtet das internationale Forscherteam.

Das Phänomen ist nach Angaben der Wissenschaftler bei weiteren schnellen Randströmungen in anderen Ozeanen zu beobachten - etwa beim Kuroshio im westlichen Pazifik und beim Brasilstrom im Südatlantik, die sich beide um rund 1,3 Grad Celsius erwärmten. Die Gründe dafür seien noch nicht vollständig klar. Der Analyse der Forscher um Lixin Wu von der Ocean University of China in Qingdao liegen sowohl Beobachtungsdaten als auch Simulationen zugrunde.

Der Golfstrom ist eine der stärksten Meeresströmungen. Die Wärme, die er von Amerika nach Europa transportiert, ist für das vergleichsweise milde Klima in Mittel- und Nordeuropa verantwortlich. Die Strömung hat ihren Ursprung im Golf von Mexiko und transportiert bis zu hundert Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde an der amerikanischen Ostküste entlang nach Norden und dann Richtung Osten.

Langzeit-EKG für die Ozeane

Die Forschergruppe hatte untersucht, inwieweit sich solche warmen Strömungen im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verändert haben. Das Ergebnis: Sie haben sich besonders stark erwärmt und sind zugleich leicht in Richtung der Pole gewandert. Dies könne beeinflussen, wie viel Kohlendioxid aus der Atmosphäre die Ozeane aufnehmen. Mit steigenden Temperaturen absorbieren die Meere weniger.

"Wir haben insgesamt acht verschiedene globale Beobachtungsdatensätze der Temperatur angeschaut sowie Meeresströmungen mit Hilfe eines hochauflösenden Ozeanmodells unter Nutzung von Beobachtungsdaten simuliert", sagte Martin Visbeck vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar), der an der Studie beteiligt war. "Alles deutet auf eine Veränderung der globalen Ozeanzirkulation durch den Klimawandel hin, mit expandierenden Subtropen."

Zur weiteren Ursachenforschung sagte er: "Der Patient Ozean braucht eine Art Langzeit-EKG, denn mit sporadischen Messungen werden wir die Ursache nur sehr schwer finden."

wbr/dpa

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insgesamt 234 Beiträge
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1. Bitte...
vorschau 30.01.2012
...bitte die Neuigkeiten aus dem Bereich "Klimaforschung" zukünftig nicht mehr unter der Rubrik "Wissenschaft" einstellen. Da gehört das wirklich nicht hin. Vielleicht geht es unter "Kultur", "Netzwelt" oder "Politik". Der wissenschaftliche Wert der Klimaforschung liegt doch wohl eher auf dem Level der Astrologie. Man denke an profunde Aussagen über abschmelzende Himalaja-Gletscher oder die erst vor wenigen Tagen im Spon verbreitete Aussage, anhand des des Status von El Nino wird es in diesem Winter nicht mehr kalt. Selten so gelacht.
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ArnoNym 30.01.2012
Zitat von sysopDie Temperatur der Ozeane steigt. Doch besonders schnell scheinen sich einige schnelle Strömungen*zu erwärmen, darunter der Golfstrom. Forscher rätseln über die Gründe - und fordern*eine Art Langzeit-EKG für die Ozeane, um künftige Veränderungen besser zu messen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,812056,00.html
Daß der Golfstrom noch wärmer als der Ozean geworden ist, wird den Klima-Taliban sicher nicht gefallen! Schließlich tönen die schon seit Jahren rum, der Golfstrom würde demnächst zum Erliegen kommen. Schon wieder ist eine Klimalüge widerlegt! Und jetzt wissen wir auch, woher der größte Teil des CO2 in der Atmosphäre stammt, nämlich aus den wärmer gewordenen Ozeanen.
3. wie putzig....
Hasengetia 30.01.2012
...mal wieder diese Meldung! Wenn ich mich recht entsinne, gab es doch von diesen "Forschern" auch schon mal die Meldung, der Golfstrom würde versiegen. Weil ja die Meere sich erwärmen, und dann gäb es keinen Temperaturunterschied mehr oder sowas... So what! Jetzt erwärmt sich der Schlingel einfach schneller als die Meere... Aber keine Sorge, für einen Weltuntergangsgrund, der entfällt, werden sicher schnell mind. zwei neue gefunden... ;-))
4. Ich habe über 30 Jahre ...
mborevi 30.01.2012
Zitat von sysopDie Temperatur der Ozeane steigt. Doch besonders schnell scheinen sich einige schnelle Strömungen*zu erwärmen, darunter der Golfstrom. Forscher rätseln über die Gründe - und fordern*eine Art Langzeit-EKG für die Ozeane, um künftige Veränderungen besser zu messen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,812056,00.html
... meines Berufslebens mathematische Modelle natürlicher Vorgänge entwickelt. Nach meiner Erfahrung würde ich erwarten, dass die Klimamodell-Ozeanmodell-Koppelungen, an denen seit Jahrzehnten getüftelt wird, inzwischen in der Lage sind, solche Phänomene vorherzusagen. Wissenschaftler sollten von deren Auftreten daher nicht überrascht sein. Erklärungsversuche im Nachhinein zeugen von völligem Unverständnis der physikalischen Abläufe.
5. Klimabeiträge
Emil Peisker 30.01.2012
Zitat von vorschau...bitte die Neuigkeiten aus dem Bereich "Klimaforschung" zukünftig nicht mehr unter der Rubrik "Wissenschaft" einstellen. Da gehört das wirklich nicht hin. Vielleicht geht es unter "Kultur", "Netzwelt" oder "Politik". Der wissenschaftliche Wert der Klimaforschung liegt doch wohl eher auf dem Level der Astrologie. Man denke an profunde Aussagen über abschmelzende Himalaja-Gletscher oder die erst vor wenigen Tagen im Spon verbreitete Aussage, anhand des des Status von El Nino wird es in diesem Winter nicht mehr kalt. Selten so gelacht.
Sie müssen die Klimabeiträge ja nicht lesen. Die El Ninjo Meldung kam von den Wetterfröschen. Und falls sie nicht gerade auf der Zugspitze zu Hause sind, bisher war von richtigem Winter nichts zu spüren. Die übliche Februartemperatursenke hat mehr mit eurasischen Tiefs und Hochs zu tun, und daher kommt nun ein wenig Luft aus Sibirien. Ansonsten sind Sie, wie alle agressiven Klimawandel-Leugner, voll auf dem Holzweg.
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