Reaktionen auf Weltklimabericht "Alle Alarmzeichen stehen auf Rot"

Schmutzige Kraftwerke sofort abstellen, raus aus der Kohle: Grünen-Fraktionschef Hofreiter und die Umweltaktivisten von Greenpeace fordern eine schnelle Reaktion auf den Weltklimabericht.

Anton Hofreiter
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Anton Hofreiter


Die Umweltorganisation Greenpeace appelliert an die Bundesregierung, schnell aus der Kohle auszusteigen. Es gebe keine Entschuldigung für ein reiches Industrieland wie Deutschland, sagte Greenpeace-Aktivist Benjamin Stephan, "seine CO2-Bilanz weiterhin mit alten, schmutzigen Kohlekraftwerken zu ruinieren".

Anlass für die Forderung ist der Sonderbericht des Weltklimarates IPCC, der am Montag im südkoreanischen Incheon vorgestellt wurde.

Die Bundesregierung müsse jetzt mit dem Kohleausstieg beginnen und spätestens im Jahr 2030 abschließen, so Stephan. Der Widerstand der Menschen gegen die Rodung des Hambacher Forsts zeige, "dass viele Menschen beim Schutz des Klimas längst weiter sind als die Politik".

Hofreiter fordert Kurswechsel in der Klimapolitik

Auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter nimmt die Regierung in die Pflicht. "Hitzesommer, Extremwetter, Ernteausfälle - alle Alarmzeichen stehen auf Rot", sagte er. Würde "die Bundesregierung schnell aus der Kohleverbrennung aussteigen", ließe sich die Kehrtwende schaffen. Hofreiter betont dabei vor allem die Einhaltung der Pariser Klimaziele und fordert zu einem Kurswechsel in der Klimapolitik auf.

Das Rote Kreuz warnte vor mehr und vor allem schwierigen Katastropheneinsätzen. "Mehr als die Hälfte unserer Operationen sind inzwischen wetterbedingt, viele weitere werden vom Klima beeinflusst oder zusätzlich verschärft", sagte der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Francesco Rocca, laut einer Mitteilung in Genf.

Besonders betroffen seien Gemeinschaften, die schon jetzt wegen Konflikten, Unsicherheit und Armut ums Überleben kämpften. Laut der Weltorganisation für Meteorologie sind 2016 rund 23,5 Millionen Menschen wegen wetterbedingten Katastrophen geflüchtet.

Der Weltklimarat IPCC hatte in einem am Montag veröffentlichten Sonderbericht die größten Herausforderungen beim Klimaschutz aufgelistet. Nur durch "schnelles und weitreichendes" Handeln lasse sich die Erderwärmung noch auf eineinhalb Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau begrenzen.

Sollten die Emissionen auf dem derzeitigen Niveau weitergehen, wird mit hoher Sicherheit zwischen 2030 und 2052 ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von 1,5 Grad erreicht, so die IPCC-Forscher. Derzeit sei die Welt nicht auf Kurs für ein Anderthalb-Grad-Ziel, auch nicht für zwei Grad. Stattdessen wären es laut den aktuellen Zusagen der Staaten für den Klimavertrag von Paris wohl zwischen 2,6 bis 4,0 Grad.

Im Video: Fünf Wege die Welt zu retten

mar/AFP

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