Kriegsgräber im Pazifik Steigender Meeresspiegel spült Skelette frei

Auf den Marshallinseln macht sich der Klimawandel auf makabere Weise bemerkbar. Laut Außenministerium hat der steigende Meeresspiegel die Gräber japanischer Soldaten offen gelegt.

Meeresspiegelanstieg um die Marshallinseln: "Sogar die Toten sind betroffen"
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Meeresspiegelanstieg um die Marshallinseln: "Sogar die Toten sind betroffen"


Mit einer Lage von nur zwei Metern über dem Meeresspiegel gelten die Marshallinseln im Pazifischen Ozean als Region, in der sich die Folgen des Klimawandels besonders stark bemerkbar machen. Auf den Umweltgesprächen der Vereinten Nationen in Bonn berichtet Tony De Brum, Außenminister des Landes, nun von gravierenden Schäden durch den Meeresspiegelanstieg.

"Die Springfluten von Februar bis April haben nicht nur Überschwemmungen und Hochwasser in den Gemeinden verursacht, sondern auch das Land untergraben, sodass sogar die Toten betroffen sind." Die Wellen hätten ein Massengrab freigelegt. Es handele sich vermutlich um die sterblichen Überreste von 26 japanischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, erklärte De Brum gegenüber der BBC.

"Keine gebrochenen Knochen, keine Anzeichen, die auf Kämpfe hindeuten. Wir denken, die Männer haben vielleicht Selbstmord begangen." Die USA hatten die Marshallinseln im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer strategisch guten Lage eingenommen, 1979 wurden die Inseln als Republik unabhängig.

Anstieg um 12 Millimeter

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Marshallinseln an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen appelliert, den Klimawandel als Gefahr für die nationale Sicherheit anzuerkennen. Im Mai 2013 veröffentlichte die Regierung eine Erklärung in der "Washington Post", worin sie die Probleme des Landes beschrieb und alle Länder zu aktivem Klimaschutz aufrief.

In ihrem 5. Klimareport hatte auch die Uno im September 2013 erneut vor einem sehr schnellen Anstieg des Meeresspiegels gewarnt. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts drohe ein Anschwellen um 26 bis 82 Zentimeter, je nachdem, wie viel Treibhausgas die Welt wärmt. Damit erhöhte der Klimarat seine Prognose aus dem letzten Report, als er den Beitrag des Schmelzwassers der großen Eisschilde aufgrund unsicherer Daten klein ansetzte.

Nach dem jüngsten Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) steigt der Meeresspiegel um die Marshallinseln stärker als anderswo in der Welt. Zwischen 1993 und 2009 betrug der Wert rund um die Inselketten zwölf Millimeter pro Jahr, im weltweiten Durchschnitt waren es 3,2 Millimeter.

Die Bonner Zwischenkonferenz bereitet noch bis zum 15. Juni den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Lima vor. In der peruanischen Hauptstadt sollen die Bausteine für den Weltklimavertrag erarbeitet werden, der Ende 2015 in Paris beschlossen werden und 2020 in Kraft treten soll.

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insgesamt 146 Beiträge
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Seite 1
Freeman69 07.06.2014
1. Der Meeresspiegel
Zitat von sysopGetty ImagesAuf den Marshallinseln macht sich der Klimawandel auf makabere Weise bemerkbar. Laut Außenministerium hat der steigende Meeresspiegel die Gräber japanischer Soldaten offen gelegt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-im-pazifik-meer-spuelt-skelette-aus-kriegsgraebern-frei-a-974000.html
Der Meeresspiegel steigt seit dem Ende der letzten Eiszeit durchschnittlich um 3 mm (!!!) pro Jahr, das entspricht ungefähr der Hälfte der Dicke eines Smartphones und hat nichts mit antropogenem sprich menschengemachtem Klimawandel zu tun, sondern mit dem Nachlassenden Druck der Eisplatten auf die Kontinente durch die abschmelzenden Gletscher und durch das dadurch frei werdende Wasser. Der antropogene Anteil daran dürfte sich nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft auf weniger als 2% also 0,06 mm im Jahr betragen. Das SPON immer wieder diese reisserischen im BILD Stil geschriebenen Artikel veröffentlichen muss ist mir ein Rätsel. Gibt wohl Auflage...
blob123y 07.06.2014
2. Die Springfluten
haben nichts mit mit Klima zu tun die haben was mit Wind und Stroemung zu tun. Wer will uns da schon wieder verdudeln?
vwl_marlene 07.06.2014
3.
Interessant finde ich, dass der Meeresspiegel um die Marshall-Inseln herum rund viermal so viel p.a. ansteigt wie im Durchschnitt (also ueber 12 mm statt 3 mm). Ist dieser Unterschied antropogen verursacht? Oder kann es sein, dass eine Masse-Verschiebung im Erdinneren statt findet, was dazu fuehrt, dass dort, wo die Masse zunimmt, mehr Wasser angezogen wird? Oder sinken die Marshallinseln einfach ein? Oder handelt es sich um Erosion?
Das Pferd 07.06.2014
4. 23456789
Zitat von blob123yhaben nichts mit mit Klima zu tun die haben was mit Wind und Stroemung zu tun. Wer will uns da schon wieder verdudeln?
Klima ist die über einen langen Zeitraum gemittelte Summe der Wettererscheinungen eines Ortes. Es gehört eben auch zur Klimabeschreibung eines Ortes, wie hoch und wie häufig Sturmfluten sind. Natürlich ist nicht das Klima schuld an Wettererscheinungen, das Klima ist ja die langfristige Summe der Selben, das wäre ein Zirkelschluß. Natürlich sind die bestimmenden Parameter für eine Springflut Stärke und Überlagerung von Gezeiten, Über- und Unterwasserprofil der Küste, Wind, Strömung usw. Und, nicht zu vergessen, der normale Pegelstand, dem sich das Wetterereignis "Springflut überlagert. So verständlich?
Das Pferd 07.06.2014
5. 12345678
Zitat von Freeman69Der Meeresspiegel steigt seit dem Ende der letzten Eiszeit durchschnittlich um 3 mm (!!!) pro Jahr, das entspricht ungefähr der Hälfte der Dicke eines Smartphones und hat nichts mit antropogenem sprich menschengemachtem Klimawandel zu tun, sondern mit dem Nachlassenden Druck der Eisplatten auf die Kontinente durch die abschmelzenden Gletscher und durch das dadurch frei werdende Wasser. Der antropogene Anteil daran dürfte sich nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft auf weniger als 2% also 0,06 mm im Jahr betragen. Das SPON immer wieder diese reisserischen im BILD Stil geschriebenen Artikel veröffentlichen muss ist mir ein Rätsel. Gibt wohl Auflage...
müsste (tut es übrigens örtlich auch) das nicht zu einer Hebung der Kontinete, also zu einem fallenden Küstenpegel führen? Der
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