Alpen Forscher fürchten Halbierung des Pflanzen-Lebensraums

Die Erderwärmung bedroht die Artenvielfalt in den Alpen - und das auf besonders tückische Art. Modellrechnungen zeigen, dass die Lebensräume vieler Pflanzen anfangs nur langsam schrumpfen werden, um dann mit rasantem Tempo zu verschwinden.

Wanderer bei Stötten im Allgäu: Veränderungen erst nach Jahrzehnten erkennbar
DPA

Wanderer bei Stötten im Allgäu: Veränderungen erst nach Jahrzehnten erkennbar


London - Der Klimawandel könnte den aktuellen Lebensraum von Alpenpflanzen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts in etwa halbieren - zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer neuen Klimasimulation. "Alarmierend" sei, dass besonders die Lebensräume jener Pflanzen bedroht seien, die ausschließlich in den Alpen vorkommen.

Der Analyse des Teams um Stefan Dullinger vom Vienna Institute for Nature Conservation and Analyses liegt eines der Zukunftsszenarien des Weltklimarates IPCC zugrunde. Es trägt den Namen A1B und geht davon aus, dass sich der Mensch wie bisher auf die wirtschaftliche Entwicklung konzentriert. Damit verbunden ist Wirtschaftswachstum - und ein Anstieg der Treibhausgas-Freisetzung. Die Gruppe der A1-Szenarien sagt, je nach Stärke des Wachstums, einen Anstieg der Temperaturen von 2,4 bis 6,4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 vorher. Szenario A1B geht von einem ausgewogenen Mix aus fossilen und regenerativen Energien aus.

Dullingers Team unterteilte die europäischen Alpen in einem Computermodell in 20 Millionen kleine Teilstücke auf und berücksichtigte darin für 150 Arten deren Zusammensetzung, die Höhe ihres Vorkommens und viele Informationen mehr. Der Rechner simulierte dann, wie sich die Lebensbedingungen für die Arten mit der steigenden Temperatur ändern. Die durchschnittliche Verkleinerung des Lebensraumes liegt zwischen 44 und 50 Prozent, schreiben Dullinger und seine Kollegen im Fachblatt "Nature Climate Change".

Zumeist werden die Pflanzen in größere Höhen und damit kühlere Standorte ausweichen, erklären die Forscher. Dies habe sich in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt. Die nach oben kegelförmig zulaufenden Gipfel bieten aber naturgemäß weniger Lebensraum.

Aussterbe-Prozess verzögert

Das Team unterschied unter anderem zwischen solchen Arten, die nur in den Alpen vorkommen und anderen, die ein größeres Verbreitungsgebiet haben. In der ersten Gruppe verlieren zwischen 72 und 76 Prozent der Pflanzen bis 2100 mehr als 80 Prozent des Lebensraums. In der zweiten Gruppe ist dieser Anteil zwischen 39 und 48 Prozent.

Der neue Modellierungsansatz belegt nach Meinung der Wissenschaftler zugleich die Hypothese, dass Alpenpflanzen nicht unmittelbar auf klimatische Veränderungen reagieren. In der näheren Zukunft werde ein wesentlicher Teil der Bestände noch in ihren aktuellen Gebieten durchhalten, doch dauerhaft könnten sie dort nicht mehr überleben. Nur ihre lange Lebenszeit und ihre Fähigkeit, sich über Wurzelausläufer zu vermehren, ermögliche es den Arten, den Prozess des Aussterbens zu verzögern.

In den kommenden Jahrzehnten rechnen die Wissenschaftler daher zunächst nur mit moderaten Verluste an Pflanzenarten in den Alpen. "Unsere Ergebnisse zeigen jedoch klar, dass das gesamte Ausmaß der aktuellen Klimaerwärmung erst mit jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelanger Verzögerung erkennbar sein wird", sagt Dullinger.

hda/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
drachenschmied 07.05.2012
1. .
aber, ich versuch es: "Forscher fürchten Halbierung des Pflanzen-Lebensraums"!!?? es wird eben passieren, was in der evolution immer/ meistens passiert- andere pflanzen werden den lebensraum einnehmen. die bauern werden ihr vieh auf der zugspitze weiden lassen- können. die evolution greift halt in den ewigen wandel ein. nur weil wissenschaftler(grüne?) uns erzählen, wieviele tiere und pflanzen ausgestorben sind geht die welt noch lange nicht unter. das merkt heute eh niemand, ausser man beschäftigt sich mit dem thema.
spiegkom 07.05.2012
2. Modellrechnungen !!!
Modellrechnungen !!!
wr4th 07.05.2012
3.
Zitat von spiegkomModellrechnungen !!!
Womit Rechnen Sie denn? Jede Formel ist immer nur ein mathematisches Modell.
Celegorm 07.05.2012
4.
Zitat von drachenschmiedaber, ich versuch es: "Forscher fürchten Halbierung des Pflanzen-Lebensraums"!!?? es wird eben passieren, was in der evolution immer/ meistens passiert- andere pflanzen werden den lebensraum einnehmen. die bauern werden ihr vieh auf der zugspitze weiden lassen- können. die evolution greift halt in den ewigen wandel ein. nur weil wissenschaftler(grüne?) uns erzählen, wieviele tiere und pflanzen ausgestorben sind geht die welt noch lange nicht unter. das merkt heute eh niemand, ausser man beschäftigt sich mit dem thema.
Natürlich "geht die Welt nicht unter". Aber das ist doch - sorry - ein reichlich dämlicher Massstab. Fakt ist vielmehr, dass zumindest ein Teil der Gesellschaft einen hohen Wert auf Biodiversität legt - und es darum auch angemessen ist, diese zu erhalten bzw. Schädigungen dieser so weit als möglich zu vermeiden. Inhalt? Ausrufezeichen ersetzen selbigen nämlich nicht.
spiegelleser987 07.05.2012
5. Genau, Modellrechnungen ...
Zitat von spiegkomModellrechnungen !!!
Genau, Modellrechnungen. Mit dem Aussterben geht es aber nur, wenn man in die Modellrechnung eingebaut hat, dass die Pflanten Gottes Schöpfung sind. Die Evolution muss man da schon weglassen. Dann klappts auch mit dem Aussterben ...
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