Klimawandel in der Arktis Wale profitieren von neuer Wärme

Das Eis schmilzt, die Temperaturen steigen: Die Veränderungen in der Arktis sind so dramatisch, dass Forscher schon von einem neuen Normalzustand sprechen. Während das wärmere Wetter Eisbären und Walrosse bedroht, nutzt anderen der Wandel - Walen ebenso wie der Schifffahrt.

Henrik Egede Lassen/ Alphas

Hamburg - Die Arktis hat sich in den vergangenen Jahren klar verändert. Die Lufttemperatur lag 2011 um rund 1,5 Grad Celsius höher als der Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre, teilten Wissenschaftler bei der Vorstellung eines jährlichen Berichts der US-amerikanischen Meeresforschungsbehörde NOAA mit.

Die Menge des Meereises hat der "Arctic Report Card" zufolge dramatisch abgenommen, ebenso seien Gletschermassen geschwunden. Weil sich weniger Eis auf dem Wasser befindet, wird weniger Hitze reflektiert - was die Temperaturen in der Arktis noch weiter steigen lässt. "Wir haben einen neuen Normalzustand", sagte der Forscher Don Perovich vom U.S. Army Corps of Engineers.

2011 ist die Eisdecke der Arktis erneut stark geschwunden - die Forscher maßen im September den zweitniedrigsten Stand seit 1979. Andere Quellen sprachen sogar von der kleinsten Eisfläche, die je in der Arktis gemessen wurde.

Die Wassertemperatur scheine sich zu stabilisieren, allerdings stellten die Forscher an einigen Stellen fest, dass der arktische Ozean versauere. Das passiert, weil das Wasser vermehrt Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt.

Grönlandwale nicht länger isoliert

Für die Schifffahrt bieten die Veränderungen eine Chance: Neue Seewege öffnen sich, wo sonst Eismassen die Durchfahrt blockierten. Die Eisbären leiden dagegen unter dem Eisschwund: Ihre Jagdgebiete lösen sich förmlich auf. Tausende Walrosse sammelten sich im August an der Nordwestküste Alaskas - wohl weil das Eis in der Tschuktschensee schmilzt.

An Land nimmt laut dem Bericht Vegetation zu, wie sie auch in der Tundra zu finden ist - also Moose, Flechten, kleinere Pflanzen und Sträucher. Und auch unter Wasser profitieren einige Organismen: Beispielsweise hat die Menge an Phytoplankton im arktischen Ozean im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt um 20 Prozent zugenommen.

Wale, die aus wärmeren Regionen in die Arktis wandern, hätten ebenfalls Vorteile durch das wärmere Wasser, da sie länger in den Polarregionen bleiben könnten. Grönlandwale, die seit Jahrhunderten in getrennten Populationen vor Alaska oder Grönland lebten, könnten nun wieder die Arktis durchqueren.

wbr/AP/Reuters

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insgesamt 34 Beiträge
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texas_star 02.12.2011
1. gaehn....
also besserer rotwein in deutschland und mehr wale in der arktis aber weniger eisbaeren und weniger ski-lifte in den mittelgebirgen? die taegliche CO2 klimasau die durchs dorf getrieben wird verkuendet entweder die apokalypse "wir werden alle verdursten, verbrennen oder in sturmfluten ersaufen" oder verkuendet banalitaeten die keinen kuemmern. mehr wale? prima, dann kann ja sea-shepard endlich einpacken und die japanischen walfangschiffe in ruhe lassen.
ANDIEFUZZICH 02.12.2011
2. Arctic Welfare
Zitat von sysopDas Eis schmilzt, die Temperaturen steigen: Die Veränderungen in der Arktis sind so dramatisch, dass Forscher schon von einem neuen Normalzustand sprechen. Während*das wärmere Wetter Eisbären und Walrosse bedroht, nutzt anderen der Wandel - Walen ebenso wie der Schifffahrt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,801250,00.html
Bestimmt nutzt es voe allem den grossen Ölkonzernen, die dann ohne grössere Schwierigkeiten auch noch sie Arktis ausbeuten können, als Kaltreserve blebt dann nur noch die Antarktis... (:-
wrtlbrmft 02.12.2011
3. dummes Zeug
Zitat von sysopDas Eis schmilzt, die Temperaturen steigen: Die Veränderungen in der Arktis sind so dramatisch, dass Forscher schon von einem neuen Normalzustand sprechen. Während*das wärmere Wetter Eisbären und Walrosse bedroht, nutzt anderen der Wandel - Walen ebenso wie der Schifffahrt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,801250,00.html
Jaja, die Eisbären! Die Population ist in den letzten 40 Jahren von 15.000 auf fast 50.000 gestiegen - das heißt: massiv bedrohthahahahaha! Der Eisbär hat nur schon mehrere extreme Warmperioden bestens überstanden - er eignet sich nicht für derartige Schmierenpropaganda!
UfSi 02.12.2011
4. Wärme ist immer gut
Zitat von sysopDas Eis schmilzt, die Temperaturen steigen: Die Veränderungen in der Arktis sind so dramatisch, dass Forscher schon von einem neuen Normalzustand sprechen. Während*das wärmere Wetter Eisbären und Walrosse bedroht, nutzt anderen der Wandel - Walen ebenso wie der Schifffahrt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,801250,00.html
Ja, ja die Forscher... - Äh, welche Forscher? Die im SPON-Artikel genannten Viecher sind vor Heute von schlimmeren Klimaänderungen heimgesucht worden und ihre Arten haben überlebt. Wo versteckte sich der Gletscherfloh, als vor ca. 7.000 Jahren die Alpen eisfrei waren? SPON-Zitat: Die Lufttemperatur lag 2011 um rund 1,5 Grad Celsius höher als der Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre. Zitatende. Diese Aussage ist definitiv falsch: Alle meteorologischen Klimamittelwerte beziehen sich noch auf den Zeitraum 1961 bis 1990. - Aber erst seit 1986 erhöhten sich die Jahresmittelwerte der Temperaturen sprunghaft und halten sich seitdem, ohne weiter zu steigen. Obwohl die weltweit gemessenen Kohlenstoffdioxide kontinuierlich steigen. - Leider lässt sich unter dem Deckmäntelchen des bösen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes gut kungeln. Ich stelle nicht den Wahnsinn der klimaschädlichen Emissionen infrage (der ist real!); ich verachte, ja hasse die Ignoranten, die über Milliarden Jahre akkumulierte Erdschätze in den nächsten hundert Jahren verpulvern wollen, weil sie nichts interessiert, was über ihre Lebenszeit hinausragt.
spiegkom 02.12.2011
5. Ach, wie überraschend
Ach, wie überraschend: Nach 10 Jahren kommt jemand auf die Idee, dass der Klimawandel auch Vorteile bringt? Wie konnte es sein, dass sich die Klimaforscher so rapide qualitativ verbessert haben? Das grenzt ja an ein Wunder. Da hörte man doch bisher nur, dass die Welt untergeht. Wale sind leider nicht so fotogen wuie Eisbären.
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