Wetterdaten seit 1950: Klimawandel erhitzt Deutschlands Sommertage

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Sonniger Tag an der Alster in Hamburg: Deutlich wärmere Sommertage

Die Erde erwärmt sich global, doch was genau geschieht in den Regionen? Forscher haben jetzt Europas Wetter seit 1950 ausgewertet. In Deutschland sind demnach insbesondere die Sommertemperaturen teils stark gestiegen.

Wenn es um den Klimawandel geht, dann ist oft die Rede davon, wie sich die globale Durchschnittstemperatur verändert. Um genauer zu klären, wie sich die Gegebenheiten regional wandeln, hat ein interdisziplinäres Forscherteam jetzt Daten aus ganz Europa von 1950 bis 2011 ausgewertet. Im Fachmagazin "Environmental Research Letters" berichten sie von den teilweise großen regionalen Unterschieden.

Für die Untersuchung wertete das Team unter Leitung von David Stainforth von der London School of Economics Wetteraufzeichnungen der vergangenen 60 Jahre aus. Die Forscher ordneten die Ergebnisse nach Sommer und Winter sowie Tag und Nacht. Zusätzlich betrachteten sie für die Jahreszeit durchschnittlich warme Tage und Nächte, besonders heiße und besonders kalte.

An bestimmten Punkten gab es kaum Veränderungen, berichten die Wissenschaftler. So hätten sich etwa in den meisten Ländern die kältesten Sommertage kaum erwärmt.

Hitzesommer in Deutschland

Die heißesten Sommertage sind dagegen in einem Band von Südengland und Nordfrankreich bis nach Norddeutschland und Dänemark deutlich wärmer geworden. In den meisten dieser Regionen seien die Temperaturen an den heißesten Tage der vergangenen Jahrzehnte um mehr als zwei Grad gestiegen.

Die Temperatur der durchschnittlichen Sommertage stieg dagegen im restlichen Deutschland sowie in Zentralfrankreich besonders stark an. Außerdem hätten sich die kältesten Winternächte in Westdeutschland, Ostfrankreich und Belgien am meisten erwärmt. Veränderungen um mehr als zwei Grad Celsius seien hier nicht ungewöhnlich. Auch in Norwegen und Schweden seien die kältesten sowie die durchschnittlichen Winternächte merkbar milder geworden: Die Temperaturen stiegen im Schnitt um mehr als zwei Grad Celsius an.

Der Sommer 2013 zählt dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge zu den zehn wärmsten Sommern seit Beginn der Messungen 1881. Drei Hitzewellen trieben die Temperaturen örtlich bis nahe an die 40 Grad, die Durchschnittstemperatur lag 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Sonne gab es reichlich, vor allem an der Ostseeküste. 710 Stunden Sonnenschein zählte der DWD im bundesweiten Durchschnitt, 18 Prozent mehr als sonst.

wbr/dpa

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