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Sinkender Sauerstoffgehalt im Meer: Klimawandel lässt Fische schrumpfen 

Der Klimawandel verringert den Sauerstoffgehalt der Meere und damit auch die mittlere Größe vieler Fischarten - dies ist das Ergebnis einer Simulation vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2050. Die Tiere schrumpfen demnach noch stärker als bislang angenommen.

Makrelen: Lebensraum der Fische verlagert sich in Richtung der Pole Zur Großansicht
DPA

Makrelen: Lebensraum der Fische verlagert sich in Richtung der Pole

London - Der Klimawandel wird die Erde verändern. Daran zweifelt kaum noch ein Wissenschaftler. Mehr Stürme hier, weniger Regen dort, steigende Meeresspiegel - die Auswirkungen sind regional verschieden. Indirekt beeinflusst der Klimawandel sogar die Größe von Fischen, wie Forscher von der University of British Columbia im kanadischen Vancouver jetzt berichten.

Der Klimawandel verringere den Sauerstoffgehalt der Meere und damit die mittlere Größe vieler Fischarten, schreiben William Cheung und seine Kollegen im Fachblatt "Nature Climate Change" . Den betrachteten Effekten liegt die Tatsache zugrunde, dass wärmeres Wasser weniger Gas aufnehmen kann, in diesem Fall weniger des lebenswichtigen Sauerstoffs.

Cheung und sein Team legten ihren Kalkulationen bekannte Klimamodelle und Szenarien zugrunde, in einem Fall das sogenannte SRES A2-Senario, das auch vom Weltklimarat (IPCC) verwendet wird. Dieses geht von einem weiter steigenden Ausstoß von Treibhausgasen und einer damit verbundenen Erhöhung der Temperatur auf der Erde aus.

"Wir haben die Veränderung des durchschnittlichen maximalen Körpergewichtes für individuelle Fische und für Fischschwärme vom Jahr 2000 bis 2050 berechnet", schreibt Cheung. Die Temperaturen am Meeresboden werden demnach um 0,029 Grad (Pazifik), 0,012 (Atlantik), 0,017 (Indischer Ozean), 0,038 (Antarktisches Meer) und 0,037 (Arktisches Nordmeer) steigen, verbunden mit einem Rückgang der Sauerstoffkonzentration.

Obwohl die vorhergesagten Änderungen der Temperatur und des Sauerstoffgehalts gering zu sein scheinen, sind die Änderungen in der maximalen Körpergröße unerwartet groß, notiert die Gruppe. Sie betragen 14 bis 24 Prozent. Die Hälfte dieses Effekts geht auf die Änderungen der Verbreitungsgebiete der Fische zurück, heißt es in der Studie. Die übrige Hälfte geht auf den Stoffwechsel zurück, der nicht nur bei Fischen entscheidend vom Sauerstoffgehalt abhängt. Die Meeresgebiete in den tropischen und mittleren Breitengraden werden den Ergebnissen zufolge besonders stark betroffen sein.

Der vorhergesagte Rückgang ist am stärksten im Indischen Ozean (24 Prozent), gefolgt vom Atlantischen (20 Prozent) und dem Pazifischen Ozean (14 Prozent). Die Simulation zeigt zudem, dass sich der Lebensraum der Fische in Richtung der Pole verlagern wird, also in Richtung des noch nicht so stark erwärmten Wassers.

Das Team weist darauf hin, dass für seine Arbeit eine ganze Reihe von Annahmen und Vereinfachungen nötig war, und dass die Studie daher einige Unsicherheiten enthält. Dennoch zeige die Arbeit, dass der Einfluss der Treibhausgase auf die marinen Ökosysteme größer sei als bisher angenommen.

Bei den Fischen kämen noch die Überfischung und die Umweltverschmutzung durch den Menschen hinzu, was den Tieren das Leben zusätzlich erschwere - nach Angaben der Vereinten Nationen sind bereits jetzt viele Bestände über die tolerierbaren Grenzen ausgebeutet. Dies alles habe großen Einfluss auf die künftige Versorgung des Menschen mit tierischem Protein, warnen die kanadischen Forscher.

hda/dpa

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insgesamt 62 Beiträge
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1. Ergebnis einer Simulation?
breakthedawn 01.10.2012
Ihr seid ja wie die Amis vor der UN. Waren es PowerPoint Folien oder nur ein (fern-) mündliches Märchen?
2. Ich kann
eisbaerchen 01.10.2012
Zitat von sysopDPADer Klimawandel verringert den Sauerstoffgehalt der Meere und damit wahrscheinlich auch die mittlere Größe vieler Fischarten. Dies ist das Ergebnis einer Simulation vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2050. Die Tiere Schrumpfen demnach noch stärker als bislang angenommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-macht-fische-kleiner-a-858797.html
nur den Kopf schütteln was so alles in Wissenschaftsjournalen abgedruckt wird...eine ganze Reihe von Annahmen, Vereinfachungen, Simulation, Modelle...alles heisse Luft! Die Durchschnittslänge der Fische wird geringer weil sie zu früh gefangen werden; die gesetzliche Mindestlänge der meisten Nutzfische liegt vor dem Alter (Grösse) der Geschlechtsreife), und daher werden langfristig diejenigen Individuen bevorzugt, die sich schon mit geringerer Länge als der Durchschnitt vermehren. Das nennt man künstliche Selektion! Dieser Effekt ist jetzt sichtbar und absolut dominant gegenüber allen "Annahmen" und das kann man ändern durch eine verändert Fischereipolitik. Da passiert aber nichts, stattdessen wird mal wieder der Klimawandel bemüht, mit jeder Menge Unsicherheiten....und andere Wissenschaftler haben mal wieder was zum zitieren für ihre Projektanträge...was der Veröffentlichungsdruck doch so alles an anrichtet...
3. Mehr Stürme hier, weniger Regen dort, steigende Meeressspiege?
Demokrit 01.10.2012
entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage^^, "Das Team weist darauf hin, dass für seine Arbeit ein ganze Reihe von Annahmen und Vereinfachungen nötig war" aha, der Blick in die Glaskugel ...Leute, Leute wieder so ein Artikel den kein Mensch braucht.
4. Kann...
titanic75 01.10.2012
...meinem Vorposter da nur beipflichten. Der Klimawandel wird mittlerweile als Ausrede für jede Naturzerstörung herangezogen. Damit kann man so schön von den drängensten Problemen ablenken. Die Überfischung der Meere ist der Grund, warum man kaum noch große Tiere findet. Immer weiter hinaus zieht es die schwimmenden Fischfabriken. In immer tieferen Gewässern werden die Meere regelrecht abgefischt. Bevor irgend ein Klimawandel uns dahinrafft, haben wir Flora und Fauna längst mit viel banaleren Methoden zerstört. Und damit auch unsere Lebensgrundlage. Wir fahren immer schneller auf einen Abgrund zu. Aber anstatt das Tempo zu drosseln, stecken wir den Kopf aus dem Fenster und überlegen uns, was man gegen den Fahrtwind tun kann.
5.
Walter Sobchak 01.10.2012
"als bisher angenommen"? Ich dachte man koennte das Schrumpfen auch nachweisen am lebenden Fisch. Gibt es also Beweise fuer das Schrumpfen oder nicht? PowerPoint!
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