Erderwärmung Pentagon stuft Klimawandel als Gefahr für nationale Sicherheit ein

Dürren, Missernten, schmelzende Gletscher: Das US-Verteidigungsministerium sieht im Klimawandel jetzt eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA. Das könnte zu einer Neuausrichtung des Militärs führen.

US-Verteidigungsminister Hagel in Peru: "Beunruhigende Hinweise"
DPA

US-Verteidigungsminister Hagel in Peru: "Beunruhigende Hinweise"


Washington - Das US-Verteidigungsministerium hat seine Einschätzung des Klimawandels deutlich geändert: Es stuft ihn nun als Bedrohung für die nationale Sicherheit ein. Aus einem Bericht, den das Pentagon am Montag veröffentlichte (hier als pdf), geht zudem hervor, dass es zunehmend zu humanitären Krisen infolge von extremen Wetterereignissen kommen könnte. Und dass das Militär bei solchen Krisen deutlich häufiger eingesetzt werde, wie die die "New York Times" berichtet.

Aus dem Bericht geht zudem hervor, wie das Militär in Zukunft auf steigende Meeresspiegel, gefährlichere Stürme und große Dürren reagieren will. Das Verteidigungsministerium will damit beginnen, Gefahrensituationen durchzuspielen und neu zu überdenken, wie man Vorräte am besten verteilen kann.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte auf einem Gipfel in Peru: "Der Rückgang der Gletscher wird die Wasserversorgungsituation in verschiedenen Gebieten auf unserer Welthalbkugel belasten." Zudem könnten Zerstörungen und Verwüstungen durch Wirbelstürme Instabilität nach sich ziehen. Dürren und Missernten würden Millionen Menschen hilflos zurücklassen und Massenmigration auslösen.

Hagel sagte weiter, zu solchen Ereignissen sei es bereits in anderen Regionen der Welt gekommen. Es gebe beunruhigende Hinweise darauf, dass der Klimawandel die Stabilität in "unserer eigenen Hemisphäre" bedrohen könnte. Zwei der schlimmsten Dürren hätte es in Amerika bereits in den vergangenen zehn Jahren gegeben.

Nach Angaben der "New York Times" hatten Außenpolitik-Experten bereits seit Jahren davor gewarnt, der Klimawandel könnte zu einer Bedrohung der nationalen Sicherheit für die USA werden. Die neue Einschätzung des Pentagons könnte nun zu einer maßgeblichen Neuausrichtung des Militärs führen.

Neben dem Klimawandel sieht das Pentagon die nationale Sicherheit durch Terrorismus, ansteckende Krankheiten, weltweite Armut und Nahrungsknappheit gefährdet.

kha

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insgesamt 80 Beiträge
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xysvenxy 13.10.2014
1. Wie wäre es mit einem Umdenken?
Statt sich Gedanken über die Neuausrichtung des Militärs zu machen... sollten die USA sich mal Gedanken über ihre spritfressenden Autos und die sonstige Ignoranz hinsichtlich der Umwelt machen?
zauselfritz 13.10.2014
2. Die Einschätzung ist nicht völlig neu
Ich erinnere mich an einen ähnlichen Bericht von vor ein paar Jahren. Für das Pentagon ist das doch nichts neues - die spielen permanent alle möglichen und unmöglichen Bedrohungslagen durch. Da das US Militär ohnehin mit seiner Logistik immer ganz vorne dabei ist wenn irgendwo grosse Katastrophen geschehen sind (Der Tsunami von 2004, Erdbebenkatastrophe auf Tahiti usw), erstaunt es nicht das auch Klimawandelszenarien beachtung finden. Nicht zuletzt weil die USA ganz direkt selbst betroffen waren, sind und sein werden. Was machen übrigens die europäischen Verteidigungsministerien diesbezüglich?
maikäfer 13.10.2014
3. Mannomann... welch Lösungsansätze
Anstatt mal diese verschwenderisch-destruktive Lebensweise zu überdenken, um die Bewohnbarkeit des Planeten zu erhalten, machen die (und wir) sich nen Kopp wie sie ihre erbeuteten Pfründe möglichst lange halten können. Schön bescheuert.
wurzelbär 13.10.2014
4. Wenn das stimmt -
Erderwärmung: Pentagon stuft Klimawandel als Gefahr für nationale Sicherheit ein. Gibt es nur eine Lösung - verhaften und ab nach Guantanamo - ! Das könnte zu einer Neuausrichtung des Militärs führen. Die Achse des Bösen - ist zu vernichten. Sind Politik und Wirtschaft nicht die Verursacher - also ist der/die Täter bekannt ! Handeln ist angesagt.
Charbonnier 13.10.2014
5. Bedrohung für die nationale Sicherheit .......
Amerikaner sind wirklich einfältig. Welche Geschäfte "für die nationale Sicherheit" sollen jetzt unter dem Dechmäntelchen durch diese Erkenntnis von einer der Welt grössten Dreckschleuder vorangetrieben werden. In den USA zählen nur Projekte die Money generieren. Sicherheit ist im amerikanischen Sprachgebrauch lediglich ein vorgeschobenes Argument.
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