Von Axel Bojanowski
Seit 20 Jahren warnen Forscher vor einer gefährlichen Erwärmung der Luft, doch entscheidende Maßnahmen gegen den Klimawandel wurden noch nicht getroffen. Ein Eingreifen falle schwer, weil Auswirkungen der Umweltveränderungen erst allmählich spürbar würden, sagen Experten. Eine neue Studie aber zeigt: Viele Menschen glauben, den Klimawandel bereits bemerken zu können.
Eine Umfrage im US-Bundesstaat Michigan habe ergeben, dass gut ein Drittel der Leute die Verschiebung der Jahreszeiten erkenne, berichten Forscher um Karen Akerlof von der George Mason University in Fairfax (US-Bundesstaat Virginia). Ein Viertel der Befragten gab zudem an, dass Wetterphänomene wie Stürme und Wasserstände in Seen und Flüssen sich verändert hätten. Ein Fünftel will Wandlungen bei Tieren und Pflanzen und Änderungen beim Schneefall erkannt haben.
Nicht das Wetter allein entscheide über die Einschätzung der Menschen, berichten die Forscher in ihrer Studie: Ob jemand einen Einfluss des Klimawandels geltend machte, hänge wesentlich vom sozialen Umfeld ab. Werde das Thema dort für wichtig gehalten, brächten Betroffene das Wetter eher mit langfristigen Klimaveränderungen in Zusammenhang. Das sei am ehesten der Fall, wenn Wettererfahrungen an entsprechende Berichte über die Umwelt anknüpfen könnten.
Ob die beobachteten Wetterphänomene tatsächlich Anzeichen des Klimawandels sind, wurde in der Studie nicht untersucht. Meteorologen erkennen in Deutschland in manchen Phänomenen den Klimawandel, in anderen nicht. Weiße Weihnachten waren demnach in den meisten Regionen auch früher nicht häufiger.
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