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Klimawandel: Treibhausgase erreichen Rekordniveau

Die CO2-Menge in der Luft hat 2009 einen Höchststand erreicht. Kurz vor dem Uno-Klimagipfel haben Forscher neue Daten vorgelegt, an denen sich der Klimawandel ablesen lässt. Ein Ergebnis: Binnenseen erwärmen sich besonders.

Klimawandel: Termperatur der Binnengewässer steigt Fotos
AFP

Der Uno-Klimagipfel in Mexiko steht kurz bevor, da häufen sich die Meldungen zum Thema. Am Dienstag (Ortszeit) haben Nasa-Wissenschaftler eine Untersuchung veröffentlicht, wonach der Klimawandel auch an den Seen rund um den Globus nicht spurlos vorbeigeht. Das Ergebnis der Studie: In den vergangenen 25 Jahren sei die Wassertemperatur der über 160 größten Binnengewässer gestiegen, heißt es darin.

Ganz überraschend ist das Resultat für die Klimaexperten freilich nicht. "Die Ergebnisse stimmen mit den erwarteten Veränderungen überein", schreiben die Forscher. Allerdings sei es die erste umfassende Studie zur Temperaturentwicklung in großen Seen. In jedem Jahrzehnt sei die Temperatur im Durchschnitt um 0,45 Grad Celsius gestiegen, in manchen Seen sogar um ein Grad.

Die stärkste Erwärmung habe es in den Binnengewässern Nordeuropas gegeben, gefolgt von Sibirien, der Mongolei, Nord-China und Südost-Europa rund um das Schwarze Meer, heißt es in dem Bericht.

Schon kleine Veränderungen der Temperatur könnten zu verstärktem Algenwachstum führen, merken die Forscher Philipp Schneider und Simon Hook an. Dies könne den Lebensraum von Fischen zerstören oder dazu führen, dass sich bislang fremde Arten ausbreiten, was wiederum das natürliche Ökosystem der Seen verändere.

Für die Untersuchung werteten die Forscher Satellitendaten aus. Es wurden nur Gewässer von mindestens 500 Quadratkilometern in Betracht gezogen, um den Einfluss der Landtemperatur zu vermeiden.

Unterdessen vermelden Uno-Klimaexperten einen weiteren Rekord in Sachen Klimawandel: Die klimaerwärmenden Treibhausgase in der Atmosphäre haben im Jahr 2009 einen neuen Höchststand erreicht. "Der jüngste Bericht zeigt, dass die wichtigsten Treibhausgase ihren höchsten Stand seit der vorindustriellen Zeit erreicht haben", sagte der stellvertretende Generalsekretär der WMO, Jeremiah Lengoasa, bei der Vorstellung des Berichts am Mittwoch in Genf.

Wie die Weltorganisation für Meteorologie WMO mitteilte, ist der Anteil der für die globale Erwärmung verantwortlich gemachten Treibhausgase im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 ppm (parts per million, Teile pro Million) auf 386,8 ppm gestiegen.

Den aktuellen Zahlen der WMO zufolge waren die Konzentrationen von Kohlendioxid und Methangas besonders hoch. Nach einer relativ stabilen Phase zwischen 1999 und 2006 stieg der Methangasausstoß zwischen 2007 und 2009 demnach wieder deutlich an. Die Weltwetterorganisation zeigte sich zudem besorgt angesichts der fortlaufenden Klimaerwärmung. Die Erwärmung des Planeten könne in den arktischen Regionen zu einem weiteren Anstieg besonders der Methangasemissionen führen, warnte die WMO.

Bisherige Anstrengungen zur Reduzierung des Ausstoßes schädlicher Gase haben nach dem Uno-Bericht zufolge keine Auswirkung auf die Konzentration gezeigt. Auch die weltweite Wirtschaftskrise habe kaum eine Verringerung der Emissionen bewirkt. Vor der Industrialisierung habe der Wert im Durchschnitt noch bei 280 ppm gelegen.

cib/dpa/AFP

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1. Alles hysterischer Quatsch,
frank_lloyd_right 24.11.2010
es gibt keinen Klimawandel, und es wird nie keinen geben ! Alles wird gut, und es werden bald 10 Milliarden glückliche Menschen den American Way of Life leben. Das ist doch offensichtlich... man muß es nur wollen - wir sind doch nicht blöd ! Wir wuppen das schon.
2. .
Maschinchen, 24.11.2010
Zitat von sysopDie CO2-Menge in der Luft*hat 2009 einen Höchststand erreicht. Kurz vor dem Uno-Klimagipfel haben Forscher*neue Daten vorgelegt, an denen sich der Klimawandel ablesen lässt.*Ein Ergebnis: Binnenseen erwärmen sich besonders. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,731000,00.html
"Bestimmt wurden auch diese Daten gefälscht, um uns im Namen der Klimakatastrophe abzuzocken und uns einer neuen Weltordnung zu unterjochen. " So oder ähnlich, werden die folgenden Beiträge aussehen. Wetten? ;)
3. so oder so und auf jeden Fall unschön
albert schulz 24.11.2010
Zitat von frank_lloyd_rightes gibt keinen Klimawandel, und es wird nie keinen geben ! Alles wird gut, und es werden bald 10 Milliarden glückliche Menschen den American Way of Life leben. Das ist doch offensichtlich... man muß es nur wollen - wir sind doch nicht blöd ! Wir wuppen das schon.
So sehr ich die Wuppertaler Stadtwerke zu schätzen weiß, aber den Slogan haben sie erfunden, als sie stockbesoffen unter den Tischen der RWE lagen. An Blödigkeit ist er wirklich nicht mehr zu überbieten. Wir haben schon gewaltige Probleme mit unserem Dreck, aber wir werden noch weit größere bekommen. Und wir werden auch Probleme bekommen, Dreck zu erzeugen. Wenn die Freunde in zwetausend Metern Meerestiefe zehn Kilometer bohren müssen, um an Öl zu kommen, ist die Kacke am Dampfen, wie man so sagt. Und selbst wenn die Vollidioten Persien und die russischen Ölfelder erobern sollten, verschiebt sich das Problem nur. Es gibt nicht genug preiswerte Energie auf Erden. Für Idioten schon mal gar nicht. Trink nicht so viel.
4. Denken Fehlanzeige
jenom, 24.11.2010
Kein Problem, die Gegenstrategie von Frau Merkel besteht darin Dutzende neuer Kohlekraftwerke zu bauen. Und Umweltschützer verprügeln zu lassen und zu kriminalisieren. Und den (Benzin-)Auto Verkauf zu fördern (Abwrack Prämie). Und die Alternativ-Energie Branche aus dem nationalen und internationalen Rennen zu werfen (für alle, die daran glauben, dass wenigstens die Wirtschaft angekurbelt würde). Eine Affenbande wurde deutlich weniger Schaden anrichten. Wer die Irren von CDU/FDP wählt, ist am Menschheits-Holocaust mitschuldig.
5. Es ist das Methanhydrat ...
klimafreak 24.11.2010
---Zitat--- Den aktuellen Zahlen der WMO zufolge waren die Konzentrationen von Kohlendioxid und Methangas besonders hoch. Nach einer relativ stabilen Phase zwischen 1999 und 2006 stieg der Methangasausstoß zwischen 2007 und 2009 demnach wieder deutlich an. Die Weltwetterorganisation zeigte sich zudem besorgt angesichts der fortlaufenden Klimaerwärmung. Die Erwärmung des Planeten könne in den arktischen Regionen zu einem weiteren Anstieg besonders der Methangasemissionen führen, warnte die WMO. ---Zitatende--- Die Erwärmung der arktischen Küstengewässer hat schon in den vergangenen Jahren zu erheblichen Ausgasungen von Methan geführt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,594215,00.html http://www.morgenpost.de/web-wissen/article1269321/Nordpolarmeer-setzt-klimaschaedliches-Methan-frei.html http://www.weltderphysik.de/de/4245.php?ni=906 Auch wenn die Skeptiker es immer noch nicht wahrhaben wollen, die Wirklichkeit hat jedes Argument schon längst überholt. Gesammelt kann man das lesen bei: www.klimafreak.de In diesem Sinne: fröhliches Schwitzen wünscht Klimafreak
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Klimaschutz-Index 2010: Die zehn größten CO2-Emittenten
Geo-Engineering
Pro und Contra
Wenn der Klimawandel dramatische Ausnahmen anzunehmen droht, bleibt als letzte Option wohl nur Geo-Engineering, sagen viele Forscher. Entweder man verringert die Sonneneinstrahlung auf der Erde, etwa durch Wolken oder Aerosole. Oder man filtert massenhaft CO2 aus der Atmosphäre und lässt es unter der Erde oder im Meer verschwinden. Doch so gut das auch klingt, Geo-Engineering ist umstritten.

Die einen warnen vor den Risiken und Nebenwirkungen menschlicher Eingriffe, die nur wenig erforscht sind. Die anderen fürchten, Geo-Engineering könnte die Menschheit dazu verleiten, andere Maßnahmen zum Klimaschutz gleich ganz bleiben zu lassen. Möglicherweise lässt sich mit den Eingriffen aber Zeit gewinnen. Geo-Engineering könnte für 10 oder 20 Jahre helfen, den Klimawandel zu bremsen. Um die eigentliche Aufgabe, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, wird die Menschheit jedoch nicht herumkommen.
Mit Aeorosolen das Sonnenlicht dimmen
USGS / Cascades Volcano Observatory
Der Nobelpreisträger Paul Crutzen hat im Jahr 2006 eine Art Giftkur fürs Weltklima vorgeschlagen: Feinste Schwefelpartikel, ausgebracht in 10 bis 50 Kilometer Höhe, sollen das Sonnenlicht dämpfen. Um ein paar Prozent nur, aber das würde reichen, damit die Temperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts nur um zwei bis zweieinhalb Grad ansteigt.

Dass das Verfahren funktioniert, zeigte sich 1991 beim Ausbruch des Vulkans Pinatubo auf den Philippinen. Mehr als 20 Kilometer hoch wurde damals die Aschewolke geschleudert. Schwefeldioxide oxidierten zu genau jenen kleinen Schwefelsäure-Tröpfchen, die Crutzen nutzen will. Der Himmel verdunkelte sich ein ganz kleines bisschen, die Temperatur sank weltweit um 0,5 Grad. Atmosphärenforscher wissen inzwischen, dass der Schwefel die Ozonschicht stark schädigen könnte und denken deshalb über andere Aerosole nach. Der Charme der Methode ist aber, dass sie vergleichsweise billig umzusetzen ist. Ein US-Forscher hat ausgerechnet, dass Militärjets die mit Abstand billigste Variante sind, um Schwefelpartikel in den Himmel zu transportieren.
Ozeane mit Eisen düngen
AWI
Seit Wissenschaftler wissen, dass Eisensulfat Plankton dazu bringt, deutlich mehr CO2 zu binden als normalerweise, gilt die Düngung der Ozeane als mögliches Klimaschutzprojekt. Damit das Verfahren tatsächlich klappt, muss das Phytoplankton nach dem Absterben zum Meeresboden sinken - und möglichst lange dort verbleiben. Forscher halten das massenweise Verschütten von Eisen in die Ozeane allerdings auch für ein riskantes Experiment: Es könnte marine Ökosysteme radikal verändern. Zudem ergaben mehrere Experimente, darunter auch von deutschen Forschern im Südmeer, dass durch eine Düngung viel weniger Treibhausgas Kohlendioxid gebunden wird als angenommen.
Sonnenschirme im All
UA Steward Observatory
Wie aus einem Science-Fiction-Roman klingt der Vorschlag, einen gigantischen Spiegel im Weltall zwischen Sonne und Erde zu positionieren, der wie ein Sonnenschirm wirkt. 1992 wurden die Kosten für ein solches Projekt grob geschätzt: Man kam auf über hundert Milliarden Dollar, um die Sonnenstrahlung um ein Prozent zu verringern. In dieser Größenordnung sollen auch die globalen Kosten des Klimawandels pro Jahr liegen. Der Spiegel müsste in etwa die Größe Manhattans haben. Von der Erde aus wäre der Spiegel praktisch nicht erkennbar, höchstens als kleiner dunkler Fleck auf der Sonne.

Die Idee wurde an der University of Arizona weiterentwickelt: Ein 100.000 Kilometer langen Schweif aus 16 Billionen Scheibchen soll im All schweben. Jedes Scheibchen soll aus transparentem Kunststoff bestehen, 60 Zentimeter groß und nur ein Gramm schwer sein. Der Effekt: Die Sonneneinstrahlung würde um 1,8 Prozent sinken.

Für die Idee eines wie auch immer aufgebauten Sonnenschirms im All spricht, dass er keine chemischen Eingriffe in die Atmosphäre erfordert, deren Folgen schwer abzusehen sind. Theoretisch ließe sich der kosmische Sonnenschutz auch wieder abbauen. Allerdings sind Klimaexperten skeptisch, ob die Idee wegen der enorm hohen Kosten praktikabel ist.
Die Wolken aufhellen
DPA
Hunderte Geisterschiffe sollen auf den Ozeane rund um die Uhr Meerwassertropfen in die Luft blasen, die Kondensationskeime bilden. Erhoffter Effekt: hellere Wolken, die mehr Sonnenstrahlung zurück ins All reflektieren und so abkühlend wirken. Die Idee besticht durch ihre verblüffend niedrigen Kosten: Nicht einmal hundert Millionen Euro pro Jahr soll die Flotte aus Roboterschiffen kosten, die ihre Energie aus dem Wind beziehen. Statt mit Segeln sollen die Boote mit sogenannten Flettner-Rotoren bestückt werden.
Künstliche Bäume (Air Capture)
Institution of Mechanical Engineers
In Kohlekraftwerken der Zukunft soll das klimaschädliche CO2 aufgefangen und unterirdisch gespeichert werden (Carbon Capture and Storage -: kurz CCS). Künstliche Bäume arbeiten im Prinzip genauso, nur dass sie das CO2 nicht aus Abgasen, sondern direkt aus der Atmosphäre herausfiltern (Air Capture). Das ist aufwendiger und auch deutlich teuerer als CCS. Doch mit Air Capture lässt sich auch schon vor Jahren emittiertes CO2 nachträglich wiedereinfangen, was mit CCS nicht möglich ist. Ein künstlicher Baum soll nach Angaben britischer Forscher etwa 20.000 Dollar kosten und könnte zehn Tonnen CO2 pro Tag absorbieren. In ganz Großbritannien müssten 100.000 derartige Bäume aufgestellt werden, um sämtliches CO2 aufzufangen, das vom Verkehr der Insel stammt.
Bäume anpflanzen, verbrennen, CO2 auffangen
DPA
CO2 aus der Luft holen - das beherrschen natürlich nicht nur teure Anlagen, sondern auch Wälder. Man müsste den in Holz einlagerten Kohlenstoff nur noch dauerhaft speichern - fertig wäre das natürliche Geo-Engineering. Forscher haben vorgeschlagen, das Holz nicht mit großem Aufwand zu lagern, sondern einfach zu verbrennen. Das dabei entstehende CO2 wird dann aufgefangen und unterirdisch gespeichert (CCS). Diese Geo-Engineering-Variante würde nicht nur analog zu Air Capture die CO2-Konzentration der Atmosphäre senken, sondern nebenbei auch Energie produzieren. Freilich gibt es auch beim gezielten Holzverbrennen Probleme. So könnten neu angepflanzte Wälder auf der Nordhalbkugel die Erdoberfläche zusätzlich verdunkeln. Folge: Es wird mehr Wärmestrahlung der Sonne absorbiert, die Temperaturen steigen.


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