Bericht des Uno-Weltklimarats Was die Regierung zum Klimareport sagt (nicht viel)

Die Welt erwärmt sich drastisch, die verantwortlichen Minister geben sich alarmiert. Dabei wird die Bundesregierung die eigenen Klimaziele 2020 für Deutschland verfehlen.

Svenja Schulze
FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Svenja Schulze


Laut einem Bericht des Uno-Weltklimarats (IPCC) muss die Menschheit schnell und konsequent handeln, wenn sie die Erderwärmung auf anderthalb Grad im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters begrenzen will. Die kommenden zehn Jahre seien entscheidend.

Nach der Veröffentlichung des Berichts präsentierten sich das Umwelt- und das Forschungsministerium betroffen und forderten mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung.

"Weckruf für die Politik"

"Die nächsten Jahre sind entscheidend, damit unser Planet nicht aus dem Gleichgewicht gerät", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Montag. Beim Klimaschutz dürfe keine Zeit mehr verloren werden. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sagte, die Erkenntnis, dass zwei Grad Erderwärmung viel schwerwiegendere Folgen für Millionen Menschen hätten als 1,5 Grad, müsse "handlungstreibend" sein.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) forderte, das Potenzial der Wissenschaft im Klimaschutz müsse stärker ausgeschöpft werden. "Gute Ideen aus der Forschung und ein entschlossenes Handeln von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft können die notwendigen Veränderungen voranbringen." Ihr Parlamentarischer Staatssekretär Michael Meister (CDU) nannte den Bericht einen "Weckruf" für die Politik: "Wir haben die Fakten vorliegen für die Klimapolitik."

Die Beteuerungen der Bundesregierung passen jedoch nicht zur aktuellen Klimapolitik. Ehrgeizige Klimaziele sind bisher gescheitert. Umweltministerin Schulze musste etwa vor Kurzem die Forderung kassieren, den CO2-Ausstoß von Neuwagen in den kommenden zwölf Jahren um 45 Prozent zu verringern. Realistisch seien nur 30 Prozent.

Seit Längerem ist zudem klar, dass die Bundesregierung die eigenen Klimaziele bis 2020 verfehlen wird. Ursprünglich wollte die Regierung die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 senken; nun werden wohl nur 32 Prozent deutschlandweit eingespart, wie aus dem aktuellen Klimaschutzbericht hervorgeht.

Dabei galt Deutschland international einst als Vorbild in Sachen Klimaschutz. In einem aktuellen Ranking von Klimaschützern des Climate Action Network (CAN) kommt die Bundesrepublik unter den EU-Staaten jedoch nur noch auf Platz 8.

koe/dpa

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