Klimawandel Weltweit heißester Januar aller Zeiten

Der Klimawandel macht sich immer deutlicher bemerkbar: Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es im Januar so warm wie in diesem Jahr - weltweit. US-Wissenschaftler ermittelten ein Rekordhoch.


New York - Die gemittelten Temperaturen über der Landmasse und den Ozeanen seien so hoch gewesen wie nie zuvor seit dem Beginn derartiger Messungen vor 128 Jahren, teilte das regierungsamtliche Klimazentrum in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina mit. Die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche lag demnach um 0,85 Grad Celsius über dem 20-Jahres-Mittelwert, der für den Monat Januar 12 Grad beträgt. Vor fünf Jahren war ein Januar-Rekord erreicht worden, der 0,71 Grad Celsius über dem 20-Jahres-Mittel lag.

Die Temperaturen über Land lagen im Januar sogar 1,89 Grad über dem langjährigen Mittel, während die Temperaturen über dem Meer zwar hoch waren, aber hinter den Rekordwerten von 1998 zurückblieben.

Die Wissenschaftler machen für den Rekord eine moderate El-Niño-Episode und die globale Erderwärmung verantwortlich. Ein monatliches Mittel von mehr als acht Grad über dem langjährigen Durchschnitt betraf vor allem große Teile von Europa und Russland. In Kanada herrschten im Januar verbreitet Temperaturen, die um fünf Grad über dem Durchschnitt lagen. Die ungewöhnlich warmen Bedingungen hatten auch Auswirkungen auf die Schneehöhe. Der eurasische Kontinent war von der zweitniedrigsten jemals gemessenen Schneedecke bedeckt.

In den USA hatte es dagegen im Januar mancherorts heftigst geschneit. Indien litt unter einer extremen Kältewelle.

Nächtliche Hitze

Einer anderen Studie zufolge leben die Menschen vor allem in Ballungsräumen im Hitzestress. Besonders nachts wird es in dicht besiedelten Räumen wie der Köln-Bonner Bucht oder dem Ruhrgebiet immer heißer. Eine Studie der Universitäten Bochum, Freiburg und Kassel analysiert die Folgen des Klimawandels und sieht vor allem in Mitteleuropa Klimastress auf dicht bebaute und ungünstig gelegene Gebiete zukommen.

"Die zunehmende dichtere Bebauung von Städten und Verkehrsflächen reduziert den Austausch von Luftmassen", sagt Michael Bruse vom Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. Je dichter und höher gebaut, desto höher die Temperatur. Nachts und in heißen Perioden wie in den Sommermonaten 2003 und 2006 sei es dort vier bis fünf Grad wärmer als in ländlichen Gebieten.

Die am Projekt beteiligten Institute erwarten einen ganzjährigen Wärmeüberschuss in den Städten, den sogenannten Wärmeinseleffekt. "Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten werden zukünftig häufiger, über längere Zeiträume und stärker als bisher eingeschränkt", sagte Bruse.

ler/AFP/dpa



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