Klonen: Japaner wollen Mammut erschaffen

Mammuts verschwanden vor 10.000 Jahren. Neueste Methoden der Gentechnik sollen die riesigen Tiere auferstehen lassen: Japanische Forscher wollen die Giganten mit Gewebe aus dem Permafrostboden züchten.

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Stofftier: Mammuts bald wieder lebendig?

Tokio - Japanische Wissenschaftler wollen in fünf bis sechs Jahren ein Mammut klonen. Die seit 10.000 Jahren ausgestorbene Tierart soll damit auferstehen. "Die Vorbereitungen sind abgeschlossen", sagte der Forschungsleiter Akira Iritani, emeritierter Professor an der Universität von Kyoto, der Zeitung "Yomiuri Shimbun" (Montagsausgabe).

Im Sommer soll sein Team eine brisante Lieferung aus einem russischen Labor erhalten: Gewebe aus dem im Eis eingeschlossenen Kadaver eines Mammuts. Später sollten Mammut-Zellkerne aus dem Gewebe in eine Elefanten-Eizelle eingepflanzt werden, um den Embryo schließlich einer Elefantenkuh einzusetzen. Die Elefanten sind die nächsten heute lebenden Verwandten des mit dem Ende der Eiszeit ausgestorbenen Mammuts.

Das Team wird sich auf die Arbeit des japanischen Wissenschaftlers Teruhiko Wakayama stützen, dem es gelang, tote und seit 16 Jahren eingefrorene Mäuse zu klonen. Iritani rechnet damit, dass das erfolgreiche Klonen eines Mammuts mehr Kenntnisse über das riesige Säugetier ermöglicht. "Falls es gelingt, werden wir seine Lebensbedingungen und seine Gene studieren, um unter anderem verstehen zu können, warum es ausgestorben ist", sagt Iritani.

Mammuts wurden vor allem im Permafrostboden im östlichen Sibirien entdeckt, dort lagen mehr als 80 Prozent der Funde. Es gibt erstaunlich gut erhaltene Mammut-Reste: Vor vier Jahren fanden Wissenschaftler im sibirischen Eis ein konserviertes Mammut-Jungtier. Das Erbgut des Mammuts haben Wissenschaftler bereits entziffert.

Das japanische Team arbeitet mit einem russischen Mammut-Experten und zwei US-Spezialisten für Elefanten zusammen. Doch auch andere Wissenschaftlergruppen hegen den Traum, Mammuts wiederzuerschaffen, sie arbeiten an weiteren ambitionieren Projekten. Welche technischen Hürden im Einzelnen genommen werden müssen, erklärt SPIEGEL ONLINE in seinem Report: Das Mammut-Projekt.

boj/AFP

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insgesamt 41 Beiträge
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1. Na gut
Katzenfreund 17.01.2011
Dann gibt es bald schöne Mamut Steaks. Garantiert Bio.
2. Wird aber auch Zeit!
Lennard Green 17.01.2011
Zitat von sysopMammuts verschwanden vor 10.000 Jahren.*Neueste Methoden der*Gentechnik sollen die riesigen Tiere auferstehen lassen: Japanische Forscher wollen die Giganten mit Gewebe aus dem Permeafrostboden züchten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,739918,00.html
Die Meldung über entsprechende beabsichtigte Versuche hab ich schon vor einigen Jahren in Nano gehört bzw. gesehen. Dolle Show. Wollen hoffen, dass die Forscher auch daran denken, verdauliche Nahrungspflanzen zu klonen, sonst wird das ein kurzes Vergnügen. Von Autoimmunreaktionen des austragenden Muttertiers mal ganz abgesehen... und wer wissen will, wie die Chose ausgeht, liest am besten die Bücher meines Namenspatrons. Und aus der Ferne hört´ ich´s rufen: Unsterblichkeit...
3. .
frubi 17.01.2011
Zitat von sysopMammuts verschwanden vor 10.000 Jahren.*Neueste Methoden der*Gentechnik sollen die riesigen Tiere auferstehen lassen: Japanische Forscher wollen die Giganten mit Gewebe aus dem Permeafrostboden züchten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,739918,00.html
Naja. Das Riesenfaultier brauchen die jedenfalls nicht mehr nachzuzüchten. Davon sitzen noch immer 622 im Bundestag. Ich interessiere mich eigentlich immer nur für Wissenschaften, in denen in einen Nutzen für die Allgemeinheit sehe. Was würde uns ein Mammut bringen? Lange Schlangen vor asiatischen Zoo`s? Diese Gedanken von einer nostalgischen Jurassic-Park Vision halte ich für falsch. Wir sollten uns lieber darauf konzentrieren, dass uns nicht noch mehr Arten abhanden kommen, die aktuell noch auf unserem Planeten leben.
4. Lizenz?
avollmer 17.01.2011
Müssen die dann an Steven Spielberg oder an Michael Crichton Lizenz zahlen? Oder gilt deren Anspruch nur für geklonte Dinosaurier?
5. An Michael Crichton wohl nicht mehr...
Lennard Green 17.01.2011
Zitat von avollmerMüssen die dann an Steven Spielberg oder an Michael Crichton Lizenz zahlen? Oder gilt deren Anspruch nur für geklonte Dinosaurier?
... den hat es nämlich schon gehimmelt. Aber der Spielbalg, der wird sich garantiert die Filmrechte sichern, und dann... dann... dann kommt wohl wieder ein Geschwurbel raus, auf das die Welt nicht gewartet hat, mit Indiana Jones als Klon und Darth Vader als zurückgeholtem Gutbösewicht.
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