London - Die Dinosaurier stapften vielleicht schon zehn bis fünfzehn Millionen Jahre früher über die Erde, als bisher angenommen. Das schließen Wissenschaftler aus der Analyse Millionen Jahre alter Knochen, die sie für Überreste eines Dinosauriers halten. Denkbar sei auch, dass die Knochen von einem nahen Verwandten einer Schwestergruppe der Dinosaurier stammen, schreiben sie im Fachblatt "Biology Letters". Das bisher älteste bekannte Dinosaurierfossil ist den Angaben zufolge 230 Millionen Jahre alt.
Das Team um Sterling Nesbitt von der University of Washington in Seattle (US-Bundesstaat Washington) untersuchte einen Oberarmknochen und mehrere Wirbel eines Tieres, das die Forscher als Nyasasaurus parringtoni bezeichnen.
Nyasasaurus war etwa zwei bis drei Meter lang und 80 Zentimeter hoch, berichten die Forscher. An den Knochen fanden sie Merkmale, die typisch für frühe Dinosaurier sind, wie etwa einen verlängerten Knochenkamm auf dem Oberarm. Sie fanden auch Hinweise auf ein schnelles Knochenwachstum - ebenfalls eine Eigenschaft, die von anderen Dinosauriern bekannt ist.
Die Knochen des vermeintlichen Dinos wurden in den dreißiger Jahren im heutigen Tansania ausgegraben. Der Knochenfund lag lange Zeit unbeachtet im Londoner Museum für Naturgeschichte, bis das Forscherteam der Universität Washington die Fossilien näher unter die Lupe nahm. Sie verglichen sie mit zwei anderen Dinosaurierknochen, die in einem Museum in Kapstadt aufbewahrt werden
Zu Lebzeiten von Nyasasaurus waren alle heute bekannten Kontinente zum Superkontinent Pangäa vereint. Der Fundort der Knochen lag im Süden von Pangäa, der die heutigen Landmassen von Afrika, Südamerika, Antarktika und Australien umfasste. Der bisher älteste, unzweifelhafte Dinosaurier wurde im heutigen Argentinien ausgegraben.
Stimmt die Einschätzung der Wissenschaftler, sind die Dinosaurier bereits im Mitteltrias aufgetaucht, im Obertrias hätten sie sich dann rasch über die Erde ausgebreitet. Das Trias begann vor etwa 250 Millionen Jahren und endete vor etwa 205 Millionen Jahren. Es wird in Unter-, Mittel- und Obertrias eingeteilt.
hda/dpa/AFP
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