Klimaschutz Ausstoß von Treibhausgasen in den USA gesunken

Gute Nachrichten aus den USA: Die Emissionen von Treibhausgasen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, berichtet die US-Umweltbehörde. Das Land gehört aber weiterhin zu den größten Luftverschmutzern.

Kraftwerk in Washington D. C. (Archiv): Weniger Kohle zur Stromerzeugung
dpa

Kraftwerk in Washington D. C. (Archiv): Weniger Kohle zur Stromerzeugung


Die USA haben ihre Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2012 um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesenkt. Als Grund für den Rückgang nannte die US-Umweltbehörde (EPA), dass in allen Wirtschaftszweigen der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) reduziert worden sei. Zudem werde zunehmend Erdgas anstelle von Kohle zur Stromerzeugung eingesetzt. Laut EPA ist Kohlendioxid für gut 80 Prozent der in den USA ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich.

Die USA zählen nach China zu den Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß weltweit. 2009 hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, die Treibhausgasemissionen von 2005 bis 2020 um 17 Prozent zu reduzieren. Von 2005 bis 2012 sank der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase in den USA bislang um immerhin zehn Prozent, berichtet die EPA. Betrachtet man aber den Zeitraum zwischen 1990 und 2012, hat der Ausstoß um 4,7 Prozent zugenommen.

Am Sonntag hatte der Weltklimarat IPCC einen Bericht zu Strategien gegen den Klimawandel auf die weltweit weiter steigenden Treibhausgas-Emissionen hingewiesen. Das Expertengremium mahnte ein entschiedenes Gegensteuern an und empfahl insbesondere einen Umstieg auf erneuerbare Energien. US-Außenminister John Kerry wertete den IPCC-Bericht als einen "Weckruf" für die Unternehmen im Energiesektor.

Einer Schätzung von Wissenschaftlern zufolge könnte der Ausstoß von Kohlendioxid durch die weltweite Verbrennung fossiler Brennstoffe 2013 einen Rekordwert von 36 Milliarden Tonnen erreicht haben. Offizielle Zahlen für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor. In einer Studie vom Januar 2014 hatten Wissenschaftler ermittelt, wie groß der Beitrag verschiedener Staaten zum Klimawandel ist. Demnach haben die USA bislang mit 20 Prozent am stärksten zum globalen Temperaturanstieg beigetragen.

Kernpunkte des neuen IPCC-Berichts

jme/AFP

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insgesamt 51 Beiträge
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felisconcolor 16.04.2014
1. warum wohl
wenn eine Industrie am Boden ist, was soll sie da noch ausstossen? Das als Klimaschutz zu verkaufen ist schon merkwürdig bis makaber
rodelaax 16.04.2014
2. Na super
Dank der Parteien der GroKo (Merkel, Kraft, Gabriel und Co.) steigt dafür der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland.
mrmink 16.04.2014
3. Das ist relativ
In den USA setzen sich alternative Energien und flexible Gaskraftwerke durch. Bei uns werden auf Druck vom RWE und Eon die Kohlekraftwerke auf Hochtouren gefahren und flexible Gaskraftwerke abgestellt. Zudem ist die Energiewende blockiert und sogar umgekehrt worden. Unsere Regierung denkt eben nur an kurzfristigen Gewinn der Energieversorger und die langfristigen Kosten der Umweltverschmutzung werden der nächsten Generation aufgebrummt
abseitstor 16.04.2014
4. Ignoranz
Zitat von sysopdpaGute Nachrichten aus den USA: Die Emissionen von Treibhausgasen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, berichtet die US-Umweltbehörde. Das Land gehört aber weiterhin zu den größten Luftverschmutzern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/kohlendioxid-ausstoss-von-treibhausgasen-in-usa-sinkt-umweltbehoerde-a-964685.html
Was inzwischen zu einem echten Problem bei der Eindämmung des Klimawandel geworden ist, sind die naturwissenschaftlich ignoranten Journalisten, die über das Thema berichten. Sie brechen das Thema auf ihr eigenes Lieschen-Müller-Niveau runter und vereinfachen es dann für Leser, von denen sie glauben, dass sie noch weniger raffen als sie selbst. Wenn ich das Foto (rauchende Schlote, Ruß) sehe und dann im Vorspann das Wort "Luftverschmutzung" lese, weiß ich, dass hier wieder ein Ignorant die Feder führt. Es geht nicht um Luftverschmutzung!!! Die Luft verschmutzen Feinstaub oder Schwefel. Hier geht es darum, dass die Zusammensetzung des Atmosphärengases verändert wird, aber da sprechen wir von ppm (parts per million). Zum Beispiel durch CO2. Ein Gas, das unsichtbar, geschmacklos und ungiftig ist. Es verschmutzt auch nix.
abseitstor 16.04.2014
5. Welche kurzfristigen Gewinne denn?
Zitat von mrminkIn den USA setzen sich alternative Energien und flexible Gaskraftwerke durch. Bei uns werden auf Druck vom RWE und Eon die Kohlekraftwerke auf Hochtouren gefahren und flexible Gaskraftwerke abgestellt. Zudem ist die Energiewende blockiert und sogar umgekehrt worden. Unsere Regierung denkt eben nur an kurzfristigen Gewinn der Energieversorger und die langfristigen Kosten der Umweltverschmutzung werden der nächsten Generation aufgebrummt
Welche kurzfristigen Gewinne? Wachen Sie mal auf! Die Börsenkapitalisierung von RWE und E.ON hat sich geviertelt, und die Unternehmen kratzen mit Mühe eine Dividende aus den Reserven. Dass hierzulande Kohle, insbesondere Braunkohle mittelfristig einen großen Anteil an der Energieversorgung bestreiten werden, hat vor allem eine Ursache: den Atomausstieg. Schlimm, dass die grünen Öko-Phantasten diesen simplen Zusammenhang immer noch nicht begriffen haben.
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