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Kollision in der Antarktis: Gigantischer Eisberg in der Antarktis abgebrochen

Das gibt es nur alle 50 bis 100 Jahre: In der Antarktis ist ein treibender Eisberg in einen Gletscher gekracht - und hat so den Abbruch eines Eis-Kolosses von der Größe Luxemburgs ausgelöst. Forscher glauben, dass der Crash Auswirkungen auf die Ozeanströmung haben könnte.

Eisberg prallt auf Gletscherzunge: Jahrhundert-Crash der Eisriesen Fotos
AFP

Sydney - Eine Jahrhundert-Kollision hat in der Antarktis einen gigantischen neuen Eisberg geschaffen: Nachdem das ältere treibende Exemplar namens B9B den Mertz-Gletscher rammte, brach ein rund 90 Kilometer langer und 30 Kilometer breiter Koloss ab. So etwas komme einmal in 50 bis 100 Jahren vor, sagte der Gletscherexperte Neal Young am Freitag im australischen Rundfunk.

Der neue Eisriese hat die Größe Luxemburgs und driftet leicht nach Norden. Experten warnen, dass ein so großer Eisberg die Meeresströmungen beeinflussen kann. So könnte die Masse eine Region vom Meer abschneiden, aus der besonders kaltes Meereswasser in die Ozeane fließt. Das könne das Wetter Tausende Kilometer entfernt im Nordatlantik verändern. Zudem befürchten die Wissenschaftler, dass die beiden Eisberge den Sauerstoffgehalt in den Weltmeeren negativ beeinflussen könnten.

Der neue Eisberg besitzt eine Fläche von rund 2500 Quadratkilometern und ist bis zu 400 Meter dick. Laut Young enthält er etwa ein Fünftel der weltweit jährlich verbrauchten Wassermenge. Der Abbruch erfolgte nach Angaben der Experten vor zwei Wochen, als der 90 Kilometer lange B9B die Zunge des Mertz-Gletschers rammte. Auf Satellitenaufnahmen ist der driftende neue Eisberg deutlich zu sehen. An der Gletscherzunge, die vor der Kollision 160 Kilometer lang war, gab es seit Jahren Risse. Es gebe aber keine Anzeichen, dass der Klimawandel zu dem Abbruch beitrug, sagte Young.

Nach der Kollision am 12. oder 13. Februar und dem dadurch erfolgten Verschwinden eines Teils des Gletschers könnte sich dort noch mehr Eis ansammeln. Dies würde die Sinkfähigkeit kalten Wassers beeinträchtigen, erklärte der Klimaexperte Steve Rintoul. Dieses absinkende Wasser versorgt die weltweiten Meeresströmungen mit Sauerstoff. Da es nur wenige Stellen auf der Erde gebe, wo dies geschehe, würde eine Verlangsamung dieses Prozesses bedeuten, dass weniger Sauerstoff in die tiefen Strömungen gelange.

Möglicherweise gebe es Regionen in den Weltmeeren, in denen Sauerstoff verlorengehe, und dort werde natürlich das meiste Leben absterben, sagte Mario Hoppema vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Das Ökosystem in der Region könne nachhaltig verändert werden, fürchten die Wissenschaftler.

Erst Anfang der Woche hatte eine Kollision in der Antarktis für Aufsehen gesorgt: Als ein gigantischer Eisberg gegen die Schelfeis-Kante nahe der deutschen Forschungsstation des AWI "Neumayer III" knallte, zerstörte er dabei eine Trasse für Fahrzeuge - und löste ein kleines Beben aus. Die Forscher hatten das Grollen beim Aufprall mit einem Unterwassermikrofon aufzeichnen können.

cib/dpa/Reuters/apn

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
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1. ...
Schalke 26.02.2010
Mich wundert, daß nicht gleich der Klimawandel und der Mensch dran schuld ist, wenn zwei Eisberge zusammenkrachen.
2. Ganz einfach......
Achim Detjen 26.02.2010
Zitat von sysopKollision mit Folgen: Nachdem ein treibender Eisberg in die Zunge eines Antarktis-Gletschers krachte, ist ein weiterer Koloss abgebrochen. Der Eisriese ist so groß wie Luxemburg. Forscher glauben, dass der Crash Auswirkungen auf die Ozean-Strömung haben könnte. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,680455,00.html
..... der Glaube gehört in die Kirche! Diese Horrorszenarien hören wir von sogennanten Forschern und Experten schon seit Jahren. Und jedesmal wenn sich ein solcher Eisriese auf den Weg machte, lösste er sich ganz normal nur in Wasser auf. Das Titanic-Eisberg-Trauma scheint bei manchen immer noch anzuhalten....
3. Glauben ist Nichtwissen
NoMaHu 26.02.2010
Zitat von sysopKollision mit Folgen: Nachdem ein treibender Eisberg in die Zunge eines Antarktis-Gletschers krachte, ist ein weiterer Koloss abgebrochen. Der Eisriese ist so groß wie Luxemburg. Forscher glauben, dass der Crash Auswirkungen auf die Ozean-Strömung haben könnte. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,680455,00.html
Was Forscher glauben, ist mir seit dem Hackerangriff auf das CRU und der Veröffentlichung der Korrespondenz der "Wissenschaftler" so was von egal.
4. Was Forscher glauben
hedelfinger 26.02.2010
Man muß mal genauer auf die Wortwahl achten, das gilt für alle Mainstreammedien, auch Qualitätspresse genannt. Da steht immer nur: - glauben - könnte - wäre möglich Und dann steht da noch: Forscher glauben ... Ja welche Forscher sind das denn? - Sind die aus dem CRU? - Oder werden die von Angela Merkel gesponsored? - Oder haben die am ICCP-Bericht gebastelt? LoL Könnten aber auch Weltraumforscher sein. Dümmer geht's nimmer.
5. Ach wie war es doch zudem ....
zerberus und co. 26.02.2010
Zitat von Achim Detjen..... der Glaube gehört in die Kirche! Diese Horrorszenarien hören wir von sogennanten Forschern und Experten schon seit Jahren. Und jedesmal wenn sich ein solcher Eisriese auf den Weg machte, lösste er sich ganz normal nur in Wasser auf. Das Titanic-Eisberg-Trauma scheint bei manchen immer noch anzuhalten....
Ach wie war es doch zudem ganz ohne Forscher so bequem, alles kam von Gott dem Lieben nichts mußt man in die Birn sich schieben. Herr laß uns wieder dümmer werden, damit wir glücklich sind auf Erden.
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