350-Kilo-Riese Tranchieranleitung für einen Koloss-Kalmar

Fischer machen in der Antarktis einen spektakulären Fund: einen riesigen Kalmar, 350 Kilo schwer und so lang wie ein Minibus. Nun zerlegten neuseeländische Forscher das Tier - Menschen auf der ganzen Welt verfolgen die Obduktion per Video.


Vor laufender Kamera haben Forscher in Neuseeland einen Koloss-Kalmar auseinandergenommen und untersucht. Die Bilder wurden live im Internet übertragen. 350 Kilo bringt der Riese auf die Waage und ist so lang wie ein Minibus. Das Tier war Fischern im Dezember 2013 in der Antarktis ins Netz gegangen und anschließend tiefgefroren worden. Kat Bolsted von der Auckland University und Kollegen tauten es wieder auf.

Bei dem Weibchen handele es sich um einen von nur zwei Koloss-Kalmaren, die Menschen bislang in solch gutem Zustand gefunden haben, dass man sie untersuchen kann, berichtet die Universität. Jeder der acht Arme des neusten Fundes ist über einen Meter lang. Außerdem besitzen Kalmare zwei lange, dünne Tentakel, die fast doppelt so groß sind wie die Arme. Bei dem jetzt untersuchten Exemplar sind sie nicht vollständig erhalten.

Fotostrecke

5  Bilder
Kalmar-Obduktion: Das 350 Kilo-Rätsel
Bisher ist über die Lebensweise der Koloss-Kalmare wenig bekannt. Außer ihrer Größe - die Tiere werden zwölf bis 14 Meter lang - staunen Wissenschaftler über die auffällig großen Augen der Tiefseetiere, die wohl zu den größten im Tierreich zählen. Sie erreichen einen Durchmesser von bis zu 27 Zentimetern. Dank ihnen können die Kalmare wohl auch noch in großer Tiefe und Dunkelheit sehen.

Die aktuelle Untersuchung soll zeigen, wie sich Koloss-Kalmare ernähren und wie sie sich von anderen Kopffüßern genetisch unterscheiden, teilte die Universität Auckland mit. Etwa 142.000 Menschen aus etwa 180 Ländern verfolgten die Untersuchung, berichtet der Guardian.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikeln war von einem Riesenkalmar die Rede. Das ist falsch. Tatsächlich wurde ein Koloss-Kalmar obduziert. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

jme



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.