Kopenhagen/Hamburg - In Urwäldern vermuten Forscher noch viele unbekannte Tierarten. Nun melden Wissenschaftler einen besonderen Fund - mitten in der Zivilisation: In einem Gefäß eines Kopenhagener Museums haben Forscher eine neue Seeschlangenart gefunden. Das Reptil mit den wissenschaftlichen Namen Aipysurus mosaicus zählt zu den Giftnattern und lebt wie alle Seeschlangen im Meer. Den Namen mosaicus erhielt das Tier, weil seine Haut an klassische römische Mosaikböden erinnert.
"Diese Schlange ist wahrscheinlich weit verbreitet und anscheinend sogar recht häufig in Nordaustralien und im Süden von Neu Guinea", sagte Johan Elmberg, von der Kristianstad University in Schweden der Nachrichtenagentur dpa. In den tropischen Korallenriffen beider Regionen sei sie nach ihrer Identifizierung nachgewiesen worden. An Land komme die Schlange nicht.
Die Schlange war zufällig von Elmberg und Arne Rasmussen von der Royal Danish Academy of Fine Arts entdeckt worden, als sie im Naturhistorischen Museum von Kopenhagen ein Tier in formalingefüllten Gefäßen untersuchten. "Museen sind wahrscheinlich voll von unentdeckten Arten", meint Elmberg. Zwei Schlangen, die dort seit dem 19. Jahrhundert lagerten, waren von ihren Sammlern mit gleichen Namen versehen worden, unterschieden sich jedoch stark. "Da begann die Detektivarbeit."
Nach dem Vergleich der Seeschlangen mit anderen ähnlichen Arten in verschiedenen europäischen Museen sei klar geworden, dass es sich um eine neue Art handeln müsse. Erbgutvergleiche mit bekannten Arten in Australien brachten den Forschern zufolge dann den entscheidenden Beweis, dass es sich um eine neue Art handelt.
Von etwa 3000 Schlangenarten der Welt leben nach Angaben der Forscher nur rund 80 in den Ozeanen. "Es gibt Millionen von Seeschlangen, aber wie sie leben, wo und in welcher Tiefe, ist schwer zu erfahren, weil es eben sehr schwer ist, diese Schlagen zu erforschen." Viele von ihnen sind sehr giftig, die neue sei jedoch sicher recht harmlos - ihre Hauptnahrung seien Fischeier.
boj/dpa
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