Schiffsunglück vor Korsika Hunderte Kubikmeter Öl ins Mittelmeer gelaufen

Nach der Kollision von zwei Frachtschiffen vor Korsika hat sich ein Ölteppich auf dem Mittelmeer gebildet. Fachleute haben mit der Reinigung begonnen - eine langwierige Operation.

ALEXANDRE GROYER/MARINE NATIONAL/HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nach dem Zusammenstoß zweier Frachtschiffe bei Korsika hat sich ausgelaufener Treibstoff über einen rund 20 Kilometer langen Streifen auf dem Mittelmeer verteilt. Der Teppich sei etwa 300 bis 400 Meter breit, sagte ein Sprecher der französischen Meerespräfektur von Toulon am Montag. Französische und italienische Schiffe sollen den Treibstoff nun mit Barrieren einfangen und abpumpen. Diese Operation werde mehrere Tage dauern, so der Sprecher.

Nach Angaben der italienischen Küstenwache sind etwa 600 Kubikmeter Treibstoff ins Meer gelaufen. Französische Behörden schätzten die Menge des ausgelaufenen Treibstoffs am Montagmorgen dagegen zunächst nur auf 200 Kubikmeter. Später wollten sie sich auf keine Zahl mehr festlegen.

Bild von der Unfallstelle
Benoit Emile/Marine Nationale/AP/dpa

Bild von der Unfallstelle

Zusammenstoß mit ankerndem Schiff

Am Sonntagmorgen war ein tunesischer Frachter auf dem Weg von Genua nach Tunis mit einem zyprischen Containerschiff kollidiert, das etwa 28 Kilometer von der Halbinsel Cap Corse im Norden Korsikas entfernt vor Anker lag. Das Containerschiff wurde dabei auf der rechten Seite so beschädigt, dass Treibstoff auslief. Verletzte wurden nicht gemeldet. Wie genau es zu dem Unglück kam, ist noch nicht bekannt.

Italien schickte ein Flugzeug und Schiffe, um unter dem Kommando der Franzosen mitzuhelfen, den Schaden zu begrenzen. In den kommenden Tagen würden Winde und Strömungen erwartet, die die Verschmutzung in Richtung Korsika treiben, hieß es in einer Mitteilung der italienischen Küstenwache. Frankreichs Umweltminister François de Rugy wollte sich am Nachmittag vor Ort ein Bild von der Lage machen.

Öl schwimmt in der Regel lange an der Oberfläche und breitet sich schnell aus. Vergleichsweise kleine Ölteppiche können mit sogenannten Ölsperren eingegrenzt und abgepumpt werden.

Seevögel gehören meist zu den ersten Opfern eines Ölteppichs. Ihr Gefieder verliert durch Öl die isolierende Wirkung, sie kühlen aus und sterben. Auch Meeressäuger und junge Fische reagieren empfindlich auf Öl im Meer. Bei größeren Ölunglücken verendeten in der Vergangenheit mitunter Hunderttausende Tiere.

Schiffsunglücke, bei denen Öl austritt, sind allerdings nicht die Hauptverursacher des globalen Öleintrags im Meer. Ein großer Teil gelangt etwa über Flüsse in die Ozeane. Auch beim Waschen der Tanks von Öltankern, bei der Erdölförderung und durch natürliche Austritte von Erdöl gelangen die Stoffe ins Wasser.

jme/dpa/AFP



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