Kollidierte Frachtschiffe Satellitenbilder zeigen riesigen Ölfilm vor Korsika

Im Mittelmeer sind zwei Frachtschiffe zusammengestoßen. 600 Tonnen Treibstoff schwimmen vor Korsika. Satellitenbilder zeigen die Unfallstelle samt Ölfilm.

Satellitenbild der Unfallstelle
European Space Imaging

Satellitenbild der Unfallstelle


Die Reinigungsarbeiten laufen: Etwa 28 Kilometer von der Halbinsel Cap Corse im Norden Korsikas sind am Sonntag zwei Frachtschiffe kollidiert. Ungefähr 600 Tonnen Öl schwimmen nun im Mittelmeer und müssen abgepumpt werden. Der Ölfilm ist 20 Kilometer lang.

Mit herkömmlichen Kameras lässt sich das Ausmaß kaum einfangen, doch Satelliten haben die Unglücksstelle dokumentiert. Die meisten Aufnahmen stammen vom 9. Oktober und haben eine Auflösung von 50 Zentimetern.

Satellitenaufnahmen seien ein gutes Mittel, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen und das Ausmaß der Schäden zu überblicken, sagte Adrian Zevenbergen vom Raumfahrtunternehmen European Space Imaging, das die Bilder veröffentlicht hat.

Satellitenbild mit Ölfilm
European Space Imaging

Satellitenbild mit Ölfilm

Bei den Echtfarben-Bildern muss man allerdings genau hinschauen, um die Ölspur zu erkennen. Sie hebt sich kaum vom Blau des Meeres ab. Es wird aber deutlich, dass sich das Öl in einem langen Film durchs Wasser zieht.

Radarbild zeigt Länge des Ölfilms

Auch die Europäische Raumfahrtagentur Esa hat die Unfallstelle fotografiert. Die Aufnahme stammt vom Erdbeobachtungssatellit "Sentinel-1A". Er hat Korsika am Montagmorgen überflogen.

Mit seinen spezialisierten Radargeräten kann der Satellit auch bei Dunkelheit und bewölktem Himmel Aufnahmen von der Erdoberfläche machen. Der Maßstab auf dem kleineren Bild zeigt eine Distanz von fünf Kilometern.

Ölfilm im Mittelmeer
ESA

Ölfilm im Mittelmeer

Der Ölfilm ist entstanden, nachdem am Sonntag ein tunesisches Frachtschiff in ein vor der Küste Korsikas ankerndes zyprisches Containerschiff gefahren war. Verletzt wurde niemand.

Nach einem Überflug der Unfallstelle hatte Frankreichs Umweltminister François de Rugy Kritik am Kapitän des tunesischen Schiffs geäußert. Am Steuer sei offenbar nicht aufgepasst worden. Die genaue Ursache ist aber weiter unklar. Die Staatsanwaltschaft von Marseille hat Ermittlungen wegen Umweltverschmutzung durch einen Schiffsunfall eingeleitet.

In der Zwischenzeit versuchen Rettungskräfte, den Schaden einzugrenzen. Obwohl der Vorfall französische Gewässer betrifft, sind auch mehrere italienische Schlepper vor Ort. Auch Monaco hilft bei den Arbeiten. Fachleute versuchen eine weitere Ausbreitung des Öls mit Ölsperren zu verhindern. Mit Ölabsaugern wollen sie den Treibstoff schließlich aus dem Wasser entfernen.

ALEXANDRE GROYER/MARINE NATIONAL/HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Zahlreiche Quellen für Öl im Meer

Öl schädigt unter anderem die Isolierfunktion des Gefieders von Seevögeln. Auch Meeressäuger und junge Fische reagieren empfindlich auf Öl im Meer. Bei größeren Ölunglücken verendeten in der Vergangenheit mitunter Hunderttausende Tiere.

Schiffsunglücke sind allerdings nicht die Hauptverursacher des globalen Öleintrags im Meer. Ein großer Teil gelangt etwa über Flüsse in die Ozeane. Auch beim Waschen der Tanks von Öltankern, bei der Erdölförderung und durch natürliche Austritte von Erdöl gelangen die Stoffe ins Wasser.

jme

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