Tiefsee-Studie Im Kinderzimmer mit Krake "Casper"

Im Februar schwamm Meeresforschern in über 4000 Meter Tiefe plötzlich eine neue Krakenart vor die Kamera. Nun wurden Erkenntnisse zur Fortpflanzung der Tiere veröffentlicht. Dabei spielt Mangan eine wichtige Rolle.

Krake "Casper" auf dem Meeresgrund
DPA/ NOAA

Krake "Casper" auf dem Meeresgrund


Er sieht ein wenig aus wie ein bekanntes Nachtgespenst - der kürzlich entdeckte Mini-Tintenfisch "Casper" brachte es wohl auch deshalb zu Ruhm in den sozialen Netzwerken. Doch über die Art war damals wenig bekannt. Forscher haben inzwischen erste Erkenntnisse über die nahezu durchsichtigen Tiere gesammelt und diese nun veröffentlicht.

Demnach brüten Tiefseekraken wie "Caspar" ihren Nachwuchs auf Manganknollen am Boden des Pazifischen Ozeans aus. Das könnte den Tieren zum Verhängnis werden, denn Mangan und andere in den Knollen vorhandene Stoffe werden für die Industrie immer wichtiger, wie ein deutsch-amerikanisches Biologen-Team um Autun Purser im Fachmagazin "Current Biology" schreibt. Die Metalle würden in Handys und Computern verwendet.

Die Forscher, darunter Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, hatten die Kraken bei Tauchexpeditionen in einer Tiefe von mehr als 4000 Metern beobachtet. In dieser Tiefe heften die Tierchen ihre Eier an Stängel bestimmter abgestorbener Schwämme, die an Manganknollen wachsen und brüten sie dort jahrelang aus. Ohne die Knollen finden die Kraken dort keinen Laichplatz.

NOAA

Aus Sicht der Forscher ist die Abhängigkeit der Kraken von den Metallklumpen ein Beleg dafür, dass die ökologischen Folgen gründlich untersucht werden müssen, bevor Manganknollen zu industriellen Zwecken abgebaut werden.

"Casper" war im Februar zu einem kleinen Social-Media-Star avanciert. Der US-amerikanische Tauchroboter Deep Discovery hatte den etwa zehn Zentimeter kleinen Tiefseekraken (Octopoda, Untergruppe: Incirrina) vor der hawaiianischen Necker-Insel in einer Tiefe von 4290 Metern aufgespürt, ihn aus nächster Nähe gefilmt und den Clip direkt veröffentlicht. Die Webgemeinde gab dem nahezu durchsichtigen Kraken dann den Namen Casper, in Anlehnung an das bekannte Trickfilmgespenst.

joe/dpa



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