Neue Arten entdeckt Dieser Frosch kann den Hundeblick

Nein, das Tier wurde nicht vom Laster überfahren. In Afrika haben Forscher sechs neue Krallenfrösche entdeckt. Ihr Körper ist ziemlich platt - und einer zeigt den perfekten Hundeblick. Wegschauen unmöglich.

Neue Krallenfroschart: Niedlich gucken kann er
Vacute/ Gvocaron

Neue Krallenfroschart: Niedlich gucken kann er


Und da ist es wieder, das Kindchenschema: Runde Kulleraugen, wehmütiger Blick - kaum ein Mensch kann da widerstehen. Neben Babys haben auch Hunde das Prinzip perfektioniert. Und nun taucht dieser Frosch mit Kulleraugen auf.

In Afrika, südlich und südwestlich der Sahara, haben Forscher gleich sechs neue Krallenfroscharten entdeckt. Alle Tiere zeichnen sich durch einen sehr platten Körper aus, können Laute unter Wasser erzeugen und haben Krallen an den ersten drei Zehen, berichten Ben Evans von der kanadischen McMaster University und Kollegen im Fachmagazin "Plos One".

Insgesamt gibt es damit nun 29 Krallenfroscharten weltweit. "Weil der afrikanische Krallenfrosch als Modellorganismus in der Forschung eingesetzt wird, könnte man denken, dass Wissenschaftler alles wichtige über die Tiere wissen", sagt Evans. So etwa, wie viele Krallenfroscharten es insgesamt gibt, wo sie leben und wer mit wem verwandt ist. Das sei aber nicht der Fall.

Doppelt hält besser

Die nun entdeckten Arten leben in langsam fließenden oder stillen Gewässern. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass sie alle mehr als zwei Chromosomensätze besitzen - also mehr als etwa der Mensch, der genau zwei hat.

Die sogenannte Polyploidie ist normal bei Krallenfröschen, zwei der neuen Spezies besitzen allerdings gleich zwölf Chromosomensätze. Unter anderem über die Anzahl der Chromosomen versuchen die Forscher nun, die Verwandtschaftsverhältnisse unter den Fröschen zu verstehen.

Im kommenden Jahr wollen Evans und Kollegen nach Ghana reisen und Weitere Informationen sammeln. Ziel sei es, bisher ungekannte Vorfahren der Frösche zu finden. Die Forscher gehen davon aus, dass die Genome dieser Tiere im Erbgut vieler heute lebender Arten zu finden sind.

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jme



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