Kreuzungsprojekt Genetiker retten gefährdeten Florida-Puma

Erfreuliche Nachrichten für den Florida-Puma: Nur noch etwa 20 Exemplare dieser Art lebten, jetzt hat sich ihr Bestand verdreifacht, melden Biologen. Grund dafür ist ein außergewöhnliches Projekt - bei dem Weibchen einer nahe verwandten Art als Retter zum Einsatz kamen.

Larry W. Richardson

Um den Florida-Puma stand es sehr schlecht, jetzt vermelden Biologen einen Erfolg im Artenschutz: Der kleine Puma-Bestand hat sich in den vergangenen Jahren verdreifacht, nachdem Verwandte der Raubkatzen aus Texas in dem Sonnenstaat ausgewildert wurden.

Der Florida-Puma (Puma concolor coryi) zählte zu Beginn der neunziger Jahre nur noch 20 bis 25 Exemplare. Außerdem litten einige Tiere zum Beispiel an einer schlechten Spermienqualität, Herzerkrankungen oder einem niedrigen Testosteronspiegel. Weil die Population nur noch so klein war, hatten US-Genetiker vor den Auswirkungen von Inzucht in der kleinen Gruppe gewarnt. 1995 begannen sie dann mit einem Kreuzungsversuch, der die Tiere retten sollte: Acht Weibchen des nahe verwandten Texas-Pumas (Puma concolor stanleyana) wurden in Florida ausgewildert.

Seither, das berichten die Biologen jetzt im Wissenschaftsjournal "Science", habe sich nicht nur der Bestand der Florida-Pumas erholt. Die hybriden Florida-Texas-Pumas, die dabei entstanden sind, seien viel fitter. Die außergewöhnliche Maßnahme scheint Erfolg gehabt zu haben, sagt Warren Johnson vom Labor für genetische Diversität des National Cancer Institute in Frederick. Wichtiger noch sei, dass der Messwert für die genetische Vielfalt sich verdoppelt habe und die Zeichen von Inzucht in der Population deutlich zurückgegangen seien. Populationen von Wildtieren, die genetisch am Abgrund stünden, könnten also durch "frisches Blut" wieder eine Chance bekommen.

Der Ökologe Craig Packer von der University of Minnesota in St. Paul betonte aber in "Science", dass die Auswilderung gefangener Tiere in anderen Gebieten eine schwierige und teure Prozedur sei. Dies könne nur die letzte Lösung sein, um bedrohte Tiere zu retten.

cib/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
stupp 24.09.2010
1. Verstehe ich nicht
Es gibt in Zukunft nur noch Florida-Texas-Puma-Hybride - somit ist der Florida-Puma ausgestorben. Was ist jetzt daran erfreulich?
Blaue Fee 24.09.2010
2. ...
Nein, es geht um die sog. "Zwischenzucht" und nicht um die vollständige Hybridisierung der gesamten Population. Nach drei Generationen gelten die Nachkommen der Hybriden durch ausschliessliche Vermischung mit der Ursprungspopulation aus FL dann als "reinrassig". (Auch wenn acht Weibchen bei zwanzig oder fünfundzwanzig Tieren aus der Ursprungspopulation eine erhebliche Auswirkung auf den Genpool haben dürften.)
Stingray 24.09.2010
3. Dieselbe Art
Solange man bei einer Kreuzung reproduktiven Nachwuchs erhält ist es eh dieselbe Art... Ob Florida- oder Texaspuma ... Ist also nur eine Unterart...
teopred2 25.09.2010
4. Wir sind die Raubtiere, die fürchterlichsten der Welt
Zitat von sysopErfreuliche Nachrichten für den*Florida-Puma:*Nur noch etwa 20 Exemplare dieser Art lebten, jetzt hat sich ihr Bestand verdreifacht, melden Biologen. Grund dafür ist ein außergewöhnliches Projekt - bei dem Weibchen einer nahe verwandten Art als Retter zum Einsatz kamen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,719441,00.html
Schön ist, daß eine Massnahme Erfolg hat. Schlecht ist, daß in dieser Zeit einige andere Arten unwiederbringlich vergangen sind. Verdammt, was tut dieser Mensch der Erde an, wie lange geht das ungestraft und unbeherrschbar. Trotzdem ein toller Erfolg, Danke. mfg
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