Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kunststoffabfall: Forscher entdecken riesigen Müllteppich im Atlantik

Die Ozeane verwandeln sich in Meere von Müll: Forscher haben jetzt auch im Atlantik gewaltige Mengen an Plastikunrat gefunden. Stellenweise wurden mehrere hunderttausend Müllteile pro Quadratkilometer erfasst.

Fotostrecke

8  Bilder
Meeresschutz gescheitert: Ozeane verkommen zur Müllhalde
Portland/New York - Kunststoffmüll ist in den Weltmeeren allgegenwärtig: Gewaltige Mengen an Plastik treiben in den Weltmeeren, da sich solcher Müll nur extrem langsam abbaut. Im Pazifik etwa kreist der Unrat auf einer gigantischen Fläche umher. Der Great Pacific Garbage Patch ist inzwischen drei- bis viermal so groß wie Deutschland. Die Gegenmaßnahmen der internationalen Gemeinschaft gelten als weitgehend gescheitert.

Jetzt sind US-Forscher auch im Atlantik auf riesige Flächen von Plastikmüll gestoßen. Die größte Dichte entdeckten sie oberhalb der karibischen Inseln. Dort schwammen bis zu 200.000 Plastikstücke je Quadratkilometer auf der Meeresoberfläche. Die meisten hatten nicht einmal einen Zentimeter Durchmesser. Der Fund wurde am Mittwochabend von der Organisation Sea Education Association (Sea) bei einem Treffen von Meeresforschern in Portland (US-Bundesstaat Oregon) vorgestellt.

Die schwimmende Müllhalde im Atlantik sei mit dem schon länger untersuchten ähnlichen Phänomen im Pazifik (Great Pacific Garbage Patch) vergleichbar, sagte SEA-Sprecherin Lavender Law vor Journalisten in Portland. "Wir wissen, dass viele Meeresorganismen diese Plastikabfälle schlucken und dass es ihre Gesundheit belastet, vor allem die von Seevögeln."

Die Ergebnisse vom Atlantik stützen sich laut Law auf die bisher längsten und umfangreichsten Nachforschungen von Kunststoffabfällen in einem Weltmeer. Dafür stachen die Forscher mit großen Netzen im Schlepptau in See und entnahmen an 6100 Stellen in der Karibik und im Atlantik vor der Ostküste der USA Proben von den schwimmenden Plastikteilchen.

Wie im Pazifik gibt es demnach auch im Atlantik eine Region, in der sich dieser Müll aufgrund der Oberflächenströmungen vermehrt ansammelt, erläuterte die Sea-Expertin. Dieses Gebiet liegt zwischen 22 und 38 Grad nördlicher Breite. An der Studie war auch die renommierte Woods Hole Oceanographic Institution in der Nähe von Boston beteiligt.

Unabhängig von dem Fund startete in den deutschen Kinos am Donnerstag die Dokumentation "Plastic Planet" über eine Welt voller Plastik. Der Österreicher Werner Boote möchte damit schockierende Fakten liefern und an den gesunden Menschenverstand appellieren: Vor 40 Jahren wurden demnach in Europa fünf Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert. Derzeit seien es etwa 60 Millionen Tonnen, etwa ein Viertel der Weltproduktion. Rund 200 Jahre lang dringen demnach die Abbauprodukte von Plastikbehältern in die ökologischen Kreisläufe ein - und niemand könne sie je zurückholen. Boote ist für den Film durch die ganze Welt gezogen und hat Interviews mit Wissenschaftlern, Ärzten oder Buchautoren geführt.

mbe/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Der Mensch......
lemming51 26.02.2010
.....ist halt die Krone der Schöpfung. Da kann so etwas passieren, oder ??
2. re
Zero Thrust 26.02.2010
Na, das ist mal eine Überraschung. Wirklich. Hätte ich nie gedacht so was. Kontraintuitiv, unverständlich, unglaublich? Wie kommt das? Wie kann das sein - und, kann das überhaupt sein? Also, wenn das mal so mit rechten Dingen zu geht! Da sind wohl wieder die Miesmacher am Werk, was? Verschwörung gar? Wahrscheinlich. Ja, wahrscheinlich hat man da einfach *selbst* ein paar Plastikpartikel in die Wogen gekippt, einfach, damit man mal wieder ordentlich die Alarmglocken läuten kann. Die für "Global Warming" klingen wohl schon etwas dumpf?
3. neue Entdeckung?
brooklyner 26.02.2010
Zitat von sysopDie Ozeane verwandeln sich in Meere von Müll: Forscher haben jetzt auch im Atlantik gewaltige Mengen an Plastikunrat gefunden. Stellenweise wurden mehrere hunderttausend Müllteile pro Quadratkilometer erfasst. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,680347,00.html
Ich erinnere mich noch genau an einen Anflug auf New York im Frühjahr 2003. Damals musste der Flieger unvorhergesehen eine weite Kurve weg vom Festland über den Atlantik fliegen. Ca. eine halbe Stunde vor der Ankunft sah ich plötzlich gigantische schwimmende Inseln aus Müll, die im Meer trieben. Das Flugzeug braucht mindestens 5 Minuten, um das Ganze überflogen zu haben und der Pilot wies auch auf diese „Sehenswürdigkeit” hin. Seltsamerweise sahen die Flächen aus, als wären sie vorsorglich zusammengebunden worden. Also mir war daher diese „Entdeckung” nicht besonders neu.
4. anstatt sich um praktischen Umweltschutz...
existentialist09 26.02.2010
Zitat von sysopDie Ozeane verwandeln sich in Meere von Müll: Forscher haben jetzt auch im Atlantik gewaltige Mengen an Plastikunrat gefunden. Stellenweise wurden mehrere hunderttausend Müllteile pro Quadratkilometer erfasst. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,680347,00.html
wie Fischereikontrolle, Verminderung der Meeres-verschmutzung und die Sicherheit der Tankerflotten zu kümmern, wollen Politiker und Großindustrielle lieber das Klima retten.Das bringt mehr Kohle ein!
5. ...
Schalke 26.02.2010
Das ist nichts neues, Google hilft mit der Suche nach "Globalem Müllstrudel". Die Forscher verfolgen seit Ende der 80er, Anfang der 90er den Weg von Plastikspielzeug durch die Weltmeere, nachdem ein Schiff einen Container voll von dem Zeug verloren hat.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: