Kurs aufs Südpolarmeer Japanische Walfangflotte ist in See gestochen

Angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken töten die Japaner jedes Jahr bis zu tausend Wale. Die Fangflotte hat jetzt ihre Fahrt in antarktische Gewässer begonnen. Ein Patrouillenschiff soll verhindern, dass Umweltaktivisten die Jagd stören.

Walfänger contra Umweltaktivisten: "Yushin Maru 3" und Sea-Shepherd-Schiffe (Archivbild von 2011)
AP/Sea Shepherd

Walfänger contra Umweltaktivisten: "Yushin Maru 3" und Sea-Shepherd-Schiffe (Archivbild von 2011)


Tokio - Eine japanische Walfangflotte hat sich auf den Weg in die Antarktis gemacht. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag meldete, sollen die drei Schiffe dort auf das Schiff "Nisshin Maru" treffen. Japans Walfänger wollen in der Antarktis bis Ende März bis zu 935 Zwergwale und 50 Finnwale töten.

Mit der Begründung, dass die Jagd wissenschaftlichen Zwecken diene, nutzt Japan ein Schlupfloch in dem seit 1986 bestehenden Moratorium für den kommerziellen Walfang. Doch das Walfleisch wird in Japan verkauft - obwohl es nach Angaben der Internationalen Walfangkommission wegen hoher Schadstoffbelastung sogar als gesundheitsgefährdend gilt.

Die in See gestochene Flotte werde von einem Patrouillenschiff begleitet, das Störaktionen der Umweltorganisation Sea Shepherd verhindern soll.

Prozess vorm Internationalen Gerichtshof

In der vergangenen Saison hatte Japan 103 Zwergwale harpuniert, die geringste Beute seit Beginn des wissenschaftlichen Walfangs. Als Gründe wurden schlechtes Wetter und Störungen durch "Sea Shepherd" genannt. Im Februar dieses Jahres waren Walfänger und Umweltschützer im Südpolarmeer kollidiert - bei den heftigen Auseinandersetzungen der beiden Gruppen ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen gekommen. 2010 war dabei ein Schnellboot der Walfang-Gegner, die "Ady Gil", gesunken.

Die Umweltaktivisten haben bereits angekündigt, der Flotte auch dieses Jahr wieder zusetzen zu wollen. Die Walfänger seien Kriminelle - und man würde sie auch als solche behandeln, sagte Peter Hammarstedt, der Kapitän des "Sea Shepherd"-Schiffs Bob Barker, im November gegenüber "Japan Daily Press".

Auch von anderer Seite sind die japanischen Walfänger in Bedrängnis: Australien und Neuseeland wollen mit Hilfe des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag das Ende des japanischen Walfangs herbeiführen. Nach Ansicht der Kläger betreibt Japan kommerziellen Walfang und verletzt damit internationales Recht. Die Anhörungen fanden im Juni und Juli statt. Wann der Gerichtshof sein Urteil verkündet, ist noch nicht bekannt.

wbr/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
a_beidel 07.12.2013
1.
die arbeit, die sea shepherd leistet, ist richtig und vor allem wichtig. mich ekeln die japanischen walfänger einfach nur an, gott sei dank gibt es leute, die sich dagegen einsetzen und teilweise ihr leben dafür riskieren. weiter so!
spiritof81 07.12.2013
2.
Zitat von a_beideldie arbeit, die sea shepherd leistet, ist richtig und vor allem wichtig. mich ekeln die japanischen walfänger einfach nur an, gott sei dank gibt es leute, die sich dagegen einsetzen und teilweise ihr leben dafür riskieren. weiter so!
Die entscheidende Frage ist, ob die Japaner bedrohte Arten jagen oder nicht. Wale sind nicht per se gefährdet. Was mich persönlich stört ist der Vorwand, dass aus wissenschaftlichen Gründen gejagt wird. Die Japaner sollten ehrlich sein und zugeben, dass sie die Tiere jagen, um sie als Nahrungsmittel anzubieten. Walfleisch soll übrigens sehr lecker schmecken und Rindfleisch ähneln.
Anne Altmann 07.12.2013
3. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag
lässt sich mit dem Urteil so lange Zeit, bis die Japaner wieder tausend Wale getötet haben. Was soll das? Warum kann ein Gericht nicht sofort über ein Urteil verhandeln? Wieso überhaupt gibt es ein Schlupfloch? Das ist doch alles ein abgekartertes Spiel, die stecken alle unter einer Decke, während sich die Aktivisten in Lebensgefahr begeben. Dasselbe veranstalten die Japaner doch auch mit den Delphinen. Der Film über das sinnlose Abschlachten dieser wundervollen Tiere kursierte vor einiger Zeit im Internet, ich konnte ihn nicht zu Ende ansehen, da bricht mir das Herz. Das wird sich nie ändern, alles nur halbherzige Maßnahmen.
alyeska 07.12.2013
4. Walmord der Japaner
Es ist nicht zu fassen, daß man diesen Verbrechern nicht endlich das Handwerk legt. Ich drücke der Sea Shepard die Daumen und hoffe der Internationale Gerichtshof kommt zu einem klaren Urteil gegen das Morden der Wale.
spon-facebook-1660036277 07.12.2013
5. optional
Ich wünsche den Sea Shepherds viel Glück und hoffe sie können verhindern dass die japanischen Wilderer auch nur einen einzigen Wal erlegen. @spiritof81 1. jeder Wal gehört zu einer gefährdeten Art und 2. ist das Gebiet in dem sie wildern ein ausgewiesenes Schutzgebiet, leider wagt es kaum ein Land sich den Japanern in den Weg zu stellen, darum bin ich so froh darüber dass es die Sea Shepherds tun.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.