Meeresforschung Schall-Kanonen lassen Wale verstummen

Je lauter die Umgebung ist, desto stiller werden Schweinswale. Lärm scheint die Meeressäuger von der Kommunikation und der Nahrungssuche abzuhalten.

Schweinswal beim Tauchen: Durch Lärm sinkt die Häufigkeit von Klicklauten um 15 Prozent
AP

Schweinswal beim Tauchen: Durch Lärm sinkt die Häufigkeit von Klicklauten um 15 Prozent


Lärm im Meer hält Schweinswale möglicherweise von der Nahrungssuche ab. Wie britische Forscher im Fachmagazin "Biology Letters" berichten, klicken die Wale in der Nähe einer Lärmquelle weniger. Mit den Klicklauten spüren die Tiere ihre Beute auf und kommunizieren miteinander.

Die Wissenschaftler um den Meeresbiologen Enrico Pirotta von der schottischen University of Aberdeen studierten Schweinswale in einem Seegebiet nordöstlich von Schottland, das im September 2011 vom Schiff aus seismisch erkundet wurde. Sie bestimmten zum einen, wie laut es dabei unter Wasser zuging. Zum anderen fingen sie an insgesamt 22 Messstationen die Klicklaute der Schweinswale vor und während der Erkundungsfahrten auf.

Während der Erkundungen sank die Häufigkeit von Klicklauten um 15 Prozent, berichten die Forscher. Die Wahrscheinlichkeit, Klicks einzufangen, nahm mit zunehmender Entfernung zur Lärmquelle zu. Es sei nicht genau zu beantworten, ob der Krach die Nahrungssuche oder die Kommunikation der Schweinswale untereinander beeinflusse.

Flüchten Wale oder Beutetiere?

Künstlicher Lärm entsteht im Meer unter anderem bei seismischen Messungen. Mit ihnen erkunden Unternehmen beispielsweise Rohstoffvorkommen oder die geologischen Bedingungen vor dem Bau von Windparks. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Airguns, die durch den Ausstoß von komprimierter Luft unter Wasser im Sekundentakt Schallsignale aussenden.

Umweltschützer fürchten, dass dieser Lärm die Tierwelt im Meer, vor allem die Säugetiere, schädigt. Auch viele Wissenschaftler halten Unterwasser-Lärm für eine mögliche Ursache von Walstrandungen. Die Säugetiere könnten durch die künstlichen und sehr lauten Geräusche die Orientierung verlieren oder sogar Schäden an ihren Gehörorganen erleiden, vermuten sie.

Bisher habe man sich bei der Erforschung der Folgen von Unterwasser-Lärm vor allem darauf konzentriert, inwieweit Tiere vor Lärmquellen flüchten. Ob und welche Auswirkungen der Lärm auf die bleibenden Tiere hat, sei weniger untersucht, schreiben die Biologen um Pirotta in ihrer Studie. Ob der Lärm Beutetiere vertreibe oder die Schweinswale davor flüchteten, sei aber noch unklar. Weitere Untersuchungen müssten klären, ob sich die Störungen langfristig auf die Energiebilanz der Tiere auswirken.

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4  Bilder
Windparks in Nord- und Ostsee: Baulärm am Meeresgrund

kpg/dpa



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Seite 1
elffreunde 22.05.2014
1. Kein Wunder
Wenn das Gerät schon 'airgun' genannt wird, kann das für das Meeresgetier nicht Gutes heißen.
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