Lagarde zum Klimawandel "Wir werden getoastet, geröstet, gegrillt"

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, Christine Lagarde, mahnt mit eindringlichen Worten vor dem Klimawandel - auf einer Konferenz im Erdölstaat Saudi-Arabien.

Christine Lagarde während der Debatte in Saudi-Arabien am Dienstag
AFP

Christine Lagarde während der Debatte in Saudi-Arabien am Dienstag


Kaum ein Land hat sich so heftig gegen Maßnahmen gegen den Klimawandel gewehrt wie Saudi-Arabien. Stets hieß es, die Folgen der Erwärmung würden nicht dramatisch ausfallen.

Nun kommt eine drastische Warnung aus der Hauptstadt des Landes - ausgesprochen von der Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, Christine Lagarde: "Wenn wir jetzt nichts gegen den Klimawandel unternehmen, werden wir in 50 Jahren getoastet, geröstet und gegrillt", sagte sie gegenüber Vertretern der Wirtschaft Saudi-Arabiens und anderer Ländern in Riad.

Schnelle Entscheidungen seien notwendig, um die Energieversorgung umzustellen. Erdöl werde wahrscheinlich "zu einem zweitrangigen Rohstoff", erklärte Lagarde bei der Konferenz in Saudi-Arabien, das seinen Wohlstand dem Öl verdankt. Saudi-Arabien habe den Sachverhalt aber "gut verstanden", was sie freue, ergänzte die IWF-Chefin.

Sie bezieht sich auf Warnungen von Klimaforschern, deren Studien eine Erwärmung vorhersagen, sofern der Ausstoß von Treibhausgasen nicht erheblich gebremst würde. Abgase aus Fabriken, Kraftwerken, Autos und der Landwirtschaft könnten die Lufttemperatur bis Ende des Jahrhunderts um durchschnittlich fünf Grad anheben.

Besonders schwere Folgen könnte der Klimawandel in der Region am Persischen Golf haben, also auch in Saudi-Arabien. Dort könnte es unerträglich heiß werden, mahnen Klimaforscher.

boj



insgesamt 98 Beiträge
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Europa! 25.10.2017
1. Brava!
Einmal mehr erweist sich Frau Lagarde als weitsichtige und mutige Politikerin.
bernhard.geisser 25.10.2017
2.
Vom kummulierten Erdöl-Verbrauch der 150 Jahre Industriealisierung, wurden 50% erst in den letzten 30 Jahren verbraucht. In Kombination mit dem gegenwärtigen globalen Bevölkerungswachstum von 1 Milliarde Menschen pro 12 Jahre, ist trotz schöner CO2-Absichtserklärungen jeglicher Optimimus völlig fehl am Platz.
warth 25.10.2017
3. Frau Lagarde hätte auch sagen können ...
... dass wir auf einem Planeten mit flüssigem Kern leben, der mit unvorstellbarer Geschwindigkeit durch ein lebensfeindliches All rast. Und dass es irgendwann aus sein wird mit dem Menschsein auf diesem Planeten. Daran werden wir nichts ändern können. Gott sei Dank.
Beat Adler 25.10.2017
4. Syngas und Wasserstoff aus Sonnenenergie = Zukunft in Saudi Arabien
Syngas und Wasserstoff aus Sonnenenergie = Zukunft in Saudi Arabien. Die ersten Pilotanlagen laufen. Das weiss Christine Lagarde genau. Saudi Arabien bleibt Lieferant von Energietraegern auch in der Zukunft, wo kein zusaetzliches CO2 mehr in der Athmosphaere abgeladen wird. mfg Beat
cfckler 25.10.2017
5.
Herr, wirf Hirn vom Himmel. Kein Mensch, der klar bei Verstand ist, leugnet den Klimawandel. Selbst Donald Trump nicht. Tatsache ist aber, dass es bis heute keine begutachtete wissenschaftliche Fachpublikation gibt, die einen nennenswerten Beitrag des menschgemachten CO2 auf irgend einen Klimawandel nachweisen kann. Statt Milliarden Dollars, Euros und Renminbi für fragwürdige CO2-Einsparungsprojekte rauszublasen, die den bis zum Ende des Jahrhunderts prognostizierten Temperaturanstieg vielleicht um den Bruchteil einer Sekunde verzögern, wäre es sinnvoller in Energieforschung zu investieren, um die Erneuerbaren auf den Energiemärkten konkurrenzfähig zu machen oder in Maßnahmen, um Mensch und Natur vor Extremwettersituationen zu schützen.
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