Verfolgung Bären und Möwen ziehen mit Lachsen

Lachse sind Nahrung für viele Tiere, doch die Fische sind flüchtig. Nun zeigen Beobachtungen: Bären folgen den Lachsen entlang der Flüsse Alaskas - kurz nach den Vierbeinern kommen die Möwen.

Lachs im Adams River, Kanada: Gleich kommen Bären
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Lachs im Adams River, Kanada: Gleich kommen Bären


Es zahlt sich aus, mobil zu sein - besonders wenn die Futterquelle nur für kurze Zeit an verschiedenen Orten auftaucht. So folgen Braunbären und Möwen in Alaska Lachsen auf dem Weg zur Eiablage. Durch diese Flexibilität könnten sie ihre Futterquelle besonders lang nutzen, berichten amerikanische Biologen in den britischen "Biology Letters".

Für Braunbären (Ursus arctos) in Alaska sind die zum Laichen aufsteigenden Lachse eine der wichtigsten Futterquellen - allerdings dauert diese Laichzeit nur zwei bis vier Monate. Einzelne Lachspopulationen laichen zudem an den verschiedenen Flüssen und Bächen nur für drei oder vier Wochen, je nach Jahr mal spärlich, mal in verschwenderischem Überfluss.

Daniel Schindler und seine Mitarbeiter von der Universität von Washington in Seattle (USA) versuchten daher festzustellen, ob die Tiere ihrer Beute folgen. Dafür beobachteten sie im Jahre 2011 direkt und mit automatischen Kameras, wann in den verschiedenen Regionen im Einzugsgebiet des Wood River die Laichzeit der Blaurückenlachse (Oncorhynchus nerka) begann - und wann sich dort Braunbären und Beringmöwen (Larus glaucenscens) ansammelten.

Dabei zeigte sich, dass die Lachse zuerst Mitte Juli in den kältesten Bächen auftauchten. Bereits eine Woche später fischten dort Bären. Und wieder eine Woche später beobachteten die Forscher große Mengen von Beringmöwen, die sich an den zurückgelassenen Fischresten labten. Das Gleiche wiederholte sich an anderen Laichorten, zum Beispiel an Seeufern mit wärmstem Wasser, an dem die Lachse Mitte August auftauchten.

Die Wissenschaftler konnten nicht feststellen, ob die Bären das Flussgebiet absuchten und blieben, wo es gerade Lachse gab. Oder ob sie Hinweise auswerteten, die auf die baldige Ankunft ihrer Beute hinwiesen. Fest steht allerdings, dass sie sich dem wechselnden Auftreten ihrer Beute anpassten. Dadurch konnten sie theoretisch die Lachse doppelt so lange als Futterquelle nutzen.

nik/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
harald441 03.04.2013
1. Meine Güte, ist das jetzt aber eine bahnbrechende
Erkenntnis, daß beutemachende Tiere ihrer Beute folgen. Und für so etwas werden Forschungsgelder ausgegeben! - Sofort kürzen!
darthmax 03.04.2013
2. Erkenntnis
ob für diese grundlegende Erkenntnis ein Doktor vergeben wurde ?
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