Wolkenphänomen Leuchtende Nächte über Deutschland

In diesen Nächten kann ein beeindruckendes Schauspiel beobachtet werden: Nach Sonnenuntergang glitzert plötzlich der Himmel. Was hat es damit auf sich?

imago

Hamburg - Über Norddeutschland glitzern die Nächte, es ist Hochsaison für leuchtende Nachtwolken. Nach Sonnenuntergang glimmt oft der Himmel. Die Sternwarte Hannover hat jetzt beeindruckende Fotos des Naturphänomens gemacht.

Auch in den nächsten Nächten dürfte der Blick nach oben lohnen. Radargeräte registrieren verräterische Echos hoch oben in der Atmosphäre. Leuchtende Nachtwolken erscheinen an der Grenze zum Weltall. Silber-bläulich glimmen die feinen Schleier aus winzigen Eispartikeln in der Dämmerung. Derzeit formen sich vermehrt Eisschleier - sie verraten sich durch die Radarechos.

Die Nachtwolken schweben 85 Kilometer über der Erde an der Grenze zum Weltall. Von dort reflektieren ihre Eispartikel das Licht der untergegangenen Sonne, sodass sie wie von selbst zu leuchten scheinen. Erst wenn die Sonne mehr als 16 Grad unter den Horizont getaucht ist, also etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, erlischt ihr Glimmen.

Wie der Hauch an einer kalten Fensterscheibe

Die schönen Überflieger sind allerdings meist nur in hiesigen Breiten zu beobachten, von der Ostsee bis nach Österreich. Sie erscheinen nur im Sommer, etwa zwischen Mitte Mai und Mitte August. In niedrigeren Breiten hingegen ist es selbst in der Mesosphäre für Eiswolken zu warm. Und nördlich des 65. Breitengrades gibt es die Eisschleier zwar, aber man sieht sie nicht, weil der Himmel dort im Sommer nicht dunkel wird.

Anzeige
Das Höhenklima ist eigentlich ungünstig für die Wolken: Die Eisschleier bilden sich, obwohl es 85 Kilometer über der Erde zigmillionen Mal trockener ist als in der Sahara. Dass in der extremen Dürre dennoch frostiger Nebel entsteht, liegt an der extremen Kälte von rund minus 140 Grad Celsius: Wie an einer kalten Fensterscheibe genügt in 80 Kilometer Höhe ein Hauch, um Nebel zu erzeugen.

Dem Autor auf Twitter folgen:

Elf Tricks für die Vorhersage

boj



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sommerfield 04.07.2014
1. Immer mal was Neues ...
Interessanterweise sind die Bilder des Phänomens auch in einem Spiegel-Artikel vom 12.07.2013 zu sehen - nur in anderer Reihenfolge. Letztes Jahr waren noch Raketen daran schuld. Dachte nicht, dass ich selbst mal so einen "hingedrehten" Artikel bei SPON enttarne ;)
eswirdbesser 04.07.2014
2. Das sind....
...weder Raketen noch physikalische Bedingungen unter denen wie durch Zaubererhand Wolken enstehen. CHEMTRAILS ist das Stichwort. Habe ich vorgestern hier beobachtet, heute kühlt die Luft schon ab, für morgen ist anderes Wetter angesagt, der Sommer ist hier erstmal vorbei. Das nächste Stichwort ist Geoengineering. Die Menschen erfahren über die Medien nichts davon. . .
ashrak2014 04.07.2014
3.
Dürfte bald den Blutmond ankündigen 3 x diese Jahr.
hallihallo2 04.07.2014
4. artikel keineswegs falsch
Der artikel ist komplett stimmig. Was sie behaupten ist falsch. Der artikel vom 12.07.13 beschreibt das selbe phänomen und erklärt im gegensatz zu diesem artikel nur noch zusätzlich den ursprung des "(wasser-)hauchs" in 85km höhe, nämlich raketen. Darauf geht dieser artikel nicht weiter ein, ist deshalb aber lange noch nicht falsch. Ausserdem zeigen beide artikel zum teil die gleichen bilder, hinter den entsprechenden finden sich aber (2013) passende zeitangaben. Also lesen sie nächstesmal bitte genauer;)
sample-d 04.07.2014
5.
Zitat von sommerfieldInteressanterweise sind die Bilder des Phänomens auch in einem Spiegel-Artikel vom 12.07.2013 zu sehen - nur in anderer Reihenfolge. Letztes Jahr waren noch Raketen daran schuld. Dachte nicht, dass ich selbst mal so einen "hingedrehten" Artikel bei SPON enttarne ;)
Was soll daran 'hingedreht' sein ? - das sind Bilder von Nachtwolken, und sie stammen wie man sehen kann von einer Sternwarte. Ein Bekannter von mir hat gestern vergleichbare Bilder gemacht - von daher ist wenn überhaupt der Artikel von 2013 falsch bebildert... Sie könnten ja mal die URL posten, damit man einschätzen kann was Sie meinen ?!?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.