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Lichtverschmutzung: Straßenlaternen hemmen Pflanzenblüte

Beleuchtungsexperiment in Exeter: Licht verändert Ökosysteme Zur Großansicht
Jon Bennie/ UC of Exeter

Beleuchtungsexperiment in Exeter: Licht verändert Ökosysteme

Wenn es dunkel wird, schalten sich an Straßen die Laternen an. Das hat Folgen für Pflanzen und Insekten, wie ein Experiment in England zeigt.

Hamburg - Richtig dunkel ist es nachts nur noch an abgelegenen Orten. Überall dort, wo der Mensch lebt, erhellen Lampen die Dunkelheit. Das erschwert nicht nur Astronomen die Beobachtung von Sternen. Das künstliche Licht beeinflusst auch Pflanzen und Insekten, wie eine Studie der University of Exeter in England zeigt.

Kevin Gaston und seine Kollegen haben die Wirkung von Laternenlicht auf ein typisches Stück Wiese untersucht. Dabei bestrahlten sie kleine Wiesenstücke im Labor mit rötlichem Licht klassischer Straßenlaternen und weißem Licht moderner LEDs. Das überraschende Ergebnis: Die nächtliche Beleuchtung senkte die Blütendichte im Vergleich zu Wiesenstücken, die nachts dunkel blieben.

Als Wiesenpflanze hatten die Forscher den Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus) gewählt - ein wild wachsender Verwandter von Bohnen und Erbsen. Außerdem beobachteten die Wissenschaftler, wie sich die Population der Erbsenblattlaus entwickelt. Die Insekten ernähren sich von den Blüten des Sumpf-Hornklees.

Die über mehrere Monate laufende Studie zeigte, dass künstliche, nächtliche Beleuchtung Ökosysteme beeinflusse, schreiben die Forscher im Fachblatt "Philosophical Transactions of the Royal Society B". Nicht nur die Blütendichte des Sumpf-Hornklees gehe zurück, sondern auch die Population der Erbsenblattlaus.

Der Effekt war beim gelblichrötlichen Licht, das die immer noch häufig eingesetzten Natriumdampflampen abgeben, etwas größer als beim weißen Licht moderner LEDs. Die Studie zeige, wie tiefgreifend künstliches Licht Ökosysteme verändern könne, sagte Kevin Gaston. Die Beleuchtung könne komplexe Effekte in natürlichen Nahrungsketten auslösen. Um diese besser zu verstehen, müsse man das Phänomen sowohl im Labor als auch in der Natur noch viel genauer untersuchen.

hda

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