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London: 15-Tonnen-Fettberg verstopft Abwasserrohr

Fett ist in der Küche nahezu allgegenwärtig - und deshalb auch im Abwasser. Das hat Folgen, und eine besonders unappetitliche hat sich in der Londoner Kanalisation zusammengefunden: ein Fettberg von den Ausmaßen eines Busses.

CountyClean

Landen kleinere Speisereste im Spülbecken, überlässt mancher sie aus reiner Bequemlichkeit dem Abfluss, statt sie aufzusammeln und sie in den Mülleimer zu werfen. Die kleinen Brocken, könnte man meinen, fallen nicht weiter ins Gewicht. Doch viele kleine können sich zu einem gewaltigen Brocken zusammenfinden - und der Beweis dafür wurde jetzt im Abwassersystem von Kingston gefunden.

In einem Rohr unter dem Außenbezirk Londons entdeckten Techniker einen gewaltigen Klumpen Fett. "Das Abwasserrohr war fast vollständig mit 15 Tonnen Fett verstopft", sagte Gordon Hailwood vom Wasserversorger Thames Water laut einer Pressemitteilung des Unternehmens. Man habe zwar schon größere Fettmengen aus der Londoner Kanalisation geholt. "Aber wir haben noch nie einen einzelnen, festen und derartig großen Brocken gesehen." Da London über die größte Kanalisation des Vereinigten Königreichs verfüge, "dürfte das der größte Berg dieser Art in der britischen Geschichte sein".

Das Gebilde aus verfaulendem Fleisch und fettigen Wischtüchern habe die Ausmaße eines Autobusses besessen. Und es war nicht nur eklig, sondern hat auch das Kanalisationsrohr beschädigt. "Die Reparaturen werden bis zu sechs Wochen dauern", sagte Hailwood.

Danach, so hofft man, werden die Dinge in dem Rohr wieder besser rutschen. Dass die das nicht taten, hat das Wasserunternehmen überhaupt erst auf die Spur des Fettbergs gebracht: Anwohner hatten sich darüber beschwert, dass ihre Hinterlassenschaften nicht mehr die Toiletten verlassen wollten. Eine Prüfung per Kamera zeigte die Ursache: Der Fettklumpen hatte die 70 mal 48 Zentimeter dicke Leitung zu 95 Prozent verstopft.

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1. Ursache und Wirkung
thefishtf 05.08.2013
Derartige Probleme sind wohl weniger den kleinen Speiseresten im Spülbecken als übereifrigem Wassersparen in Kombination mit unpassend dimensionierten Kanalsystemen zu verdanken. Leider muss auch bei uns die Feuerwehr immer häufiger mit enormen Wassermassen aus dem Hydranten "nachspülen", da die großen Rohre sonst durch zähes Abwasser verstopfen. Das ist besonders traurig in Ländern wie Großbritannien oder Deutschland, wo Wassermangel niemals ein Problem war und auch niemals sein wird.
2. Das Problem...
Stefan_G 05.08.2013
Zitat von thefishtfDerartige Probleme sind wohl weniger den kleinen Speiseresten im Spülbecken als übereifrigem Wassersparen in Kombination mit unpassend dimensionierten Kanalsystemen zu verdanken. Leider muss auch bei uns die Feuerwehr immer häufiger mit enormen Wassermassen aus dem Hydranten "nachspülen", da die großen Rohre sonst durch zähes Abwasser verstopfen. Das ist besonders traurig in Ländern wie Großbritannien oder Deutschland, wo Wassermangel niemals ein Problem war und auch niemals sein wird.
... können Sie sehr leicht selbst beheben: Lassen Sie einfach jeden Monat 1000m3 Frischwasser durchlaufen und die Sache ist für ihr Haus und die unmittelbare Nachbarschaft gelöst.
3. optional
sudiso 05.08.2013
und was natürlich auch durch ständiges wassersparen die preise in die höhe treibt, bei aller liebe zum sparen
4. Falscher Anreiz
sicherheitsgruende 05.08.2013
Leider spiegelt sich die Tatsache, dass wir hier Wasser in Hülle und Fülle haben nicht im Preis dafür wieder. Die Wasserwerke sollten einfach Pauschalen erheben wenn sie wirklich nicht wissen wohin mit ihrem Wasser und die Leitungen durchgespült haben wollen...
5. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie da nicht
hdudeck 05.08.2013
Zitat von thefishtfDerartige Probleme sind wohl weniger den kleinen Speiseresten im Spülbecken als übereifrigem Wassersparen in Kombination mit unpassend dimensionierten Kanalsystemen zu verdanken. Leider muss auch bei uns die Feuerwehr immer häufiger mit enormen Wassermassen aus dem Hydranten "nachspülen", da die großen Rohre sonst durch zähes Abwasser verstopfen. Das ist besonders traurig in Ländern wie Großbritannien oder Deutschland, wo Wassermangel niemals ein Problem war und auch niemals sein wird.
etwas verwechseln. Das sogenannte Hydranten Spuehlen der Feuerwehr hat nichts mit der Brauchwasserkanalisation zu tun. Es dient dazu, Hydranten auf Funktionstuechtigkeit zu pruefen und eventuelle Verunreinigungen wegzuspuehlen. Die Brauchwasserkanalisation wird von den Stadtwerken gewartet und gespuehlt. Ich bin mir nicht sicher, das sogenannte Kitchen Sink Disposal in GB erlaubt sind, so wie sie gerne in den USA eingesetzt werden. Aber gerade diese verleiten Leute, alles moegliche auf diese Weise zu entsorgen. Ist das Abwasserrohr nicht mehr ganz glatt (nach ein paar Jahren in Nutzung ganz normal) bleibt halt alles moegliche da haengen, wird groesser und verstopft alles. Fett, das auf diese Weise entsorgt wird, macht aus dem ganzen eine kompackte Masse, wie sie auf dem Photo zu sehen ist.
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