Dicke Luft Smog-Alarm in Peking

Peking röchelt unter dicker Luft: Die Behörden haben die zweithöchste Smog-Warnstufe ausgerufen. Die Bewohner von Chinas Hauptstadt sollen nur noch mit Atemschutz vor die Tür zu gehen, Autobahnen wurden wegen schlechter Sicht gesperrt.

AFP

Peking - Der schlimmste Smog seit acht Monaten raubt den Pekingern den Atem. Die Behörden riefen am Freitag den zweiten Tag in Folge die zweithöchste Alarmstufe Orange für die 20 Millionen Einwohner der chinesischen Hauptstadt aus. Die US-Botschaft warnte vor "gefährlichen" Schadstoffwerten. Die Konzentrationen des besonders gefährlichen Feinstaubs mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer überstiegen seit Mittwoch das 15-Fache des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Menschen wurden aufgefordert, die Fenster zu schließen und sich auf der Straße mit Atemschutzmasken gegen die Luftverschmutzung zu schützen. Kinder und ältere Menschen sollten möglichst nicht vor die Tür gehen. Die Sichtweite war auf weniger als tausend Meter reduziert. Mehrere Autobahnen wurden wegen der schlechten Sicht gesperrt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Es herrschte auch Nebel, geringer Wind und hohe Luftfeuchtigkeit.

Für Nordchina galt die Alarmstufe Gelb, die dritthöchste Stufe. Die Behörden beklagten, dass Bauern auf den Feldern Stroh verbrennen, was noch zur Luftverschmutzung beitrage. Allerdings haben nach der Ferienwoche zum Nationalfeiertag vergangene Woche auch viele Fabriken wieder die Produktion angefahren.

Die Umweltverschmutzung ist eines von Chinas größten Problemen, und beim Smog tritt es besonders deutlich zutage. Die Regierung hat zuletzt scharfe Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität beschlossen, darunter eine drastische Senkung des Kohleverbrauchs.

mbe/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
messwol 10.10.2014
1. ne is klar..
..aber die EU erteilt z.B. den Autobauern Auflagen, die CO2 Emissionwerte bis 2021 auf 95 Gramm zu reduzieren.
claus.w.grunow 10.10.2014
2. Smog
Luftverschmutzung und Vermassung paßt zusammen, egal wie sehr man eine Verbesserung, mit Steuern, und mit Gesetze und Klugreden (wochenlange Konferenzen) zu erreichen versucht. Die Natur wird es auf ihre Weise tun. Der Mensch ist da einfach mal machtlos.
Xany 10.10.2014
3.
Das stimmt. Sitze grad in der Nachbarstadt und es ist seit Tagen echt ekelig draußen.
fatherted98 10.10.2014
4. liegt nicht...
...am Autoverkehr. Der Smog in Peking liegt nicht am Auto/Straßenverkehr...sondern an den vielen ungefilterten Industrieschornsteinen in und um Peking. Dazu kommen noch unzählige Kleinhaushalte die zum heizen Kohlen verbrennen...der Autoverkehr ist zwar ziemlich heftig in Peking...aber nicht der Smog Auslöser.
geri&freki 10.10.2014
5. Kehrseite der Medaille
Rücksichtsloser Raubbau hat nunmal seinen Preis! Und der ist nicht unerheblich. Vielleicht kommt ja Mancher zwischen zwei heftigen Asthma-Anfällen zu der besseren Einsicht, dass Lebensqualität eben nicht nur aus dem jeweils allerneuesten Smartphone besteht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.