Luftverschmutzung: Millionen Menschen sterben jährlich an Feinstaub

Dicke Luft: Smog in Peking (12. Januar 2013) Zur Großansicht
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Dicke Luft: Smog in Peking (12. Januar 2013)

Dichter Smog verschleiert immer wieder Großstädte. An den Folgen des Feinstaubs sterben jährlich 2,1 Millionen Menschen, berichten Forscher. Besonders viele Todesfälle gibt es in Süd- und Ostasien.

Bristol - Mehr als zwei Millionen Menschen sterben weltweit jedes Jahr an den Folgen von Luftverschmutzung. Feine Staubpartikel, die zu Lungenschäden und Krebs führen können, sind bei weitem die wichtigste Ursache für diese Bilanz, berichten Forscher im Fachmagazin "Environmental Research Letters".

Ein Team um Jason West und Raquel Silva hatte Daten von 14 Modellrechnungen zu den Auswirkungen von Ozon und sechs Modellen zu Feinstaubpartikeln verglichen und mit epidemiologischen Modellen kombiniert. Demnach seien die Feinstaubpartikel insgesamt für etwa 2,1 Millionen Todesfälle verantwortlich, schreibt die University of North Carolina im US-amerikanischen Chapel Hill mit Verweis auf die Studie.

Zudem sterben jedes Jahr etwa 470.000 Menschen an den Folgen hoher Ozonkonzentrationen. "Unsere Studie zeigt, dass Luftverschmutzung im Freien eines der größten Umweltrisiken ist", sagte Mitautor Jason West. Besonders viele dieser Todesfälle gebe es in Süd- und Ostasien, wo die Bevölkerungsdichte hoch und die Luft stark verschmutzt sei.

Erst kürzlich hatte ein internationales Team berichtet, dass die Lebenserwartung im smoggeplagten Norden Chinas im Schnitt fünf Jahre kürzer ist als im Süden des Landes. Die Forscher rechneten anhand der Daten aus China aus: Mit einer zusätzlichen Belastung von 100 Mikrogramm Staubteilchen pro Kubikmeter Luft verringert sich die Lebenserwartung im Durchschnitt um drei Jahre. Das sei fünfmal mehr als konventionelle Berechnungen ergeben hätten, schreiben die Forscher im Fachjournal "PNAS".

dal/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Modellrechnungen?
Duke_NewCam 12.07.2013
Kann man das nun auch mal mit Strahlung aus AKW oder Endlager machen? Wieviele Menschen sterben da denn pro Jahr? Wie stark geht in welchem Teil der Welt die durchschnittliche Lebenserwartung zurück? Gibt es solche Rechnungen, und wer kennt die Ergebnisse? Oder sollte man da lieber nicht fragen?
2. ./.
TwoSuns 12.07.2013
Zitat von sysopREUTERSDichter Smog verschleiert immer wieder Großstädte. An den Folgen des Feinstaubs sterben jährlich 2,1 Millionen Menschen, berichten Forscher. Besonders viele Todesfälle gibt es in Süd- und Ostasien. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/luftverschmutzung-millionen-menschen-sterben-an-feinstaub-a-910671.html
Nicht, dass wir jetzt die ganze Anti-Rauchen-Diskussion neu überdenken müssen.
3. Aber
orthos 12.07.2013
Aber Passivrauche ist gefährlich?
4. ...
jujo 12.07.2013
Zitat von sysopREUTERSDichter Smog verschleiert immer wieder Großstädte. An den Folgen des Feinstaubs sterben jährlich 2,1 Millionen Menschen, berichten Forscher. Besonders viele Todesfälle gibt es in Süd- und Ostasien. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/luftverschmutzung-millionen-menschen-sterben-an-feinstaub-a-910671.html
Die einzige relevante Vergleichszahl ist doch die Population bezogen auf die Bevölkerungsdichte in den Ballungsgebieten. Der geneigte Leser kann ja mal z.B. die Fläche von Stockholm und die Bevölkerung mit einer vergleichbaren Stadt in Südostasien vergleichen!
5.
marthaimschnee 12.07.2013
Wenn mir jetzt noch jemand plausibel darlegt, daß beim Dieselfahrzeug die Schäden durch Feinstaub höher sind, als die durch den Mehrverbrauch an Kraftstoff durch den Partikelfilter erzeugte Abgasmenge, bin ich sogar bereit, diesen Mehrverbrauch und entsprechende Kosten hinzunehmen. Allerdings scheint mir da eher der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben zu werden. Warum baut man eigentlich keinen Partikelfilter zum "ausklopfen". Mutet man das dem Autofahrer nicht zu? Wie will man ihm dann erklären, daß er für EU6 und höher künftig AdBlue wird zutanken müssen?
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