Machen Sie den Tsunami-Test Welches Boot geht unter?

Eine Umfrage zeigt, dass die meisten Menschen die Gefahr von Tsunamis falsch einschätzen. Machen Sie hier den Test, und beantworten Sie eine simple Frage.

Die Frage: Welches Boot würde von einem Tsunami, der von links kommt, am schwersten getroffen?
GSA

Die Frage: Welches Boot würde von einem Tsunami, der von links kommt, am schwersten getroffen?

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Als die monströsen Tsunamis Weihnachten 2004 die Küsten Südasiens trafen, kamen sie für die meisten Menschen überraschend. Wer die Warnzeichen allerdings erkannte - beispielsweise trockenfallende Uferzonen vor der Flut -, konnte sich in Sicherheit bringen.

Mit Tests versuchen Geoforscher, das Verständnis für Naturgefahren bei Laien zu stärken. Eine neue Untersuchung zeigt die Notwendigkeit.

Forscher befragten 206 Portugiesen nach ihrem Wissen über Tsunamis. Seit dem verheerenden Tsunami im Jahr 1755, der Zehntausende in Lissabon und Umgebung tötete, sind die Küstenbewohner des Landes in Sorge vor den Riesenwellen. Das Wissen um die Gefahr gehe jedoch verloren, je länger eine Katastrophe zurückliege, schreiben Clara Vasconcelos von der Universität Porto und ihre Kollegen im Fachjournal "Geosphere".

Unter anderem stellten sie die Frage nach der unterschiedlichen Auswirkung von Tsunamis: Anhand des oben zu sehenden Bilds fragten sie: Welches Boot würde von einem Tsunami, der von links auf die Küste zuläuft, am härtesten getroffen? Das Boot Nummer 1, Nummer 2 oder Nummer 3?

Nur 42,7 Prozent der Befragten wussten die korrekte Antwort, dass Boot 3 am stärksten getroffen würde. Die meisten glaubten, es wäre Boot 1 (43,4 Prozent); 13,6 Prozent tippten auf Boot 2.

Die folgende Grafik liefert die Begründung: Die Tsunamis werden umso höher, je näher sie der Küste kommen - der flacher werdende Meeresgrund staucht die Wellen.

Tsunamis (von links kommend) werden in Ufernähe gestaucht, Boot 3 wird am schwersten getroffen.
GSA

Tsunamis (von links kommend) werden in Ufernähe gestaucht, Boot 3 wird am schwersten getroffen.

Seefahrer draußen im Meer hingegen bekommen meist nicht mit, wenn unter ihrem Boot ein Tsunami durchrollt. Die Wellen sind zunächst nicht hoch, das Bedrohliche ist ihre Länge von vielen Hundert Kilometern.

Am Ufer werden Tsunamis auf ihrer ganzen Länge gequetscht, heben sich und brechen - minutenlang ergießt sich mit Rennwagengeschwindigkeit das Wasser übers Land.

Dass die einfache und grundlegende Frage von den meisten falsch beantwortet worden sei, beweise, dass in Schulen besser über Naturgefahren aufgeklärt werden müsse, schreiben die Wissenschaftler.

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