Satellitenbild der Woche Madagaskar blutet

Ein Foto aus der Internationalen Raumstation zeigt ein dramatisches Szenario am größten Fluss Madagaskars: Der afrikanische Inselstaat blutet - so beschreiben es Astronauten.


Jahrzehnte schon lichten sich die Wälder Madagaskars, Menschen holzen sie ab. Die Bäume fehlen, ihr Wurzelwerk hielt die Erde zusammen, es schützte den Boden vor Erosion.

Madagaskar verändert sich.

Regen spült nun größere Mengen Erde als früher zu Tal. Das Resultat lässt sich aus dem All besichtigen: Schlammmassen färben den Betsiboka, Madagaskars größten Fluss, braun.

Das aktuelle Foto hat der russische Kosmonaut Sergej Ryazanskij am Donnerstag von der Internationalen Raumstation geschickt. Astronauten haben für das fotografierte Phänomen eine plakative Beschreibung: "Madagaskar blutet", sagen sie.

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Der Schlamm, den der Betsiboka über seine vielen Flussarme Richtung Meer schwemmt, ändert stetig die Küstenlandschaft der Gegend. Mancherorts lagert sich Erde ab, andernorts wird sie mitgerissen; Flussbänke entstehen.

Während Schiffe früher aus dem Meer den Betsiboka hochfahren konnten, müssen sie nun vor der Flussmündung an der Küste ankern - die Schlammmassen haben den Betsiboka verflacht, Schiffe würden auf Grund laufen.

boj



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