Warnung vor Mährobotern Igel haben keine Chance

Wenn Igel Gefahr wittern, fliehen sie nicht, sondern igeln sich ein. Mähroboter werden den Tieren deshalb leicht zum Verhängnis.

Eingeigelt
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Mähroboter sind zunächst einmal praktisch. Sie übernehmen das von manchem Gartenbesitzer als lästig empfundene Mähen, schnurren nahezu geräuschlos über den Rasen und halten ihn stets gepflegt.

Doch Naturschützer warnen, dass die Geräte eine Gefahr für die Tierwelt darstellen. Ein Problem sei vor allem, dass viele Gartenbesitzer die Mähroboter nachts laufen ließen, was dann nachtaktive Tiere gefährde, berichtet der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV).

"Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet", berichtete die LBV-Projektbeauftragte Martina Gehret in einer Mitteilung. Parallel zu den steigenden Verkäufen von Mährobotern in Deutschland würden immer mehr verletzte Tiere bei Igelstationen abgegeben. Auch Amphibien, Insekten, Spinnen und kleine Säugetiere könnten den leisen Mähern zum Opfer fallen. Und wenn die Geräte ständig den Rasen kurz halten, haben auch viele Blütenpflanzen keine Möglichkeit, sich zu entwickeln.

Sicherheit bemängelt

Stiftung Warentest hatte 2014 bei einem Mähroboter-Test die Sicherheit der Geräte bemängelt. Keines der überprüften Geräte war in diesem Bereich besser als befriedigend, hieß es. Eine reagierte demnach so spät auf Hindernisse, dass er sogar ein Stück am Bein eines Kindes hochfahren und den Fuß verletzen könnte. Ein Igel wäre da längst niedergemäht.

Die Hersteller wiesen in ihren Betriebsanleitungen zwar ausdrücklich darauf hin, dass das Gerät zum Schutz von Kindern und Haustieren nicht unbeaufsichtigt eingesetzt werden dürfe - weder am Tag noch nachts. Dennoch ließen viele Gartenbesitzer die Roboter nachts arbeiten, schreibt der LBV.

Da mit den Mährobotern auch Insekten getötet und damit den Igeln die Nahrungsgrundlage entzogen werde, müssten die Tiere auch noch einen weiteren Weg bei der Nahrungssuche zurückzulegen, betont der LBV und mahnt: "Mähroboter machen das Leben vielleicht kurzzeitig bequemer, doch die Artenvielfalt hat in Robotergärten keine Chance mehr."

wbr/dpa

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insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
Indigo76 14.08.2016
1.
Husqvarna baut, zumindest auf dem europäischen Markt, die besten und sichersten Rasenroboter. Ich habe auch einen und der stoppt augenblicklich, wenn er auch nur leicht gegen ein Hindernis stößt. Mir ist er im Garten schon oft in die Hacken gefahren. Meist spürt man es fast gar nicht. Ein Igel bekommt vermutlich einen kräftigen Schreck (was sicher nicht lustig für ihn ist), aber eine Verletzung ist geradezu unmöglich. Auch für Kinderhände ist das Gerät völlig ungefährlich. Ein Kind müsste den ausgestreckten Arm flach und mit Kraft auf den Boden drücken und das Gerät von den Fingerspitzen her auf den Arm fahren lassen. Eltern, die sowas zulassen gehören bestraft!
Maverlized 14.08.2016
2. Ja, was denn nun?
Am besten gar nicht mehr mähen und die Gartenwiese wie eine Waldlichtung wuchern lassen. Gut - die Brennesseln muss man dann eben per Hand rausziehen. Bei solcher Kritik muss sich die selbsternannte Fauna/Flora-Polizei nicht wundern, wenn sie keiner mehr ernst nimmt. A priori ist nämlich jedes (künstliche) Rasenmähen ein zerstörerischer Eingriff in die Natur. Bei Regen darf man auch nicht! Da zermatscht es nämlich die armen Würmer, die glauben, sich vor dem Ertrinken retten zu können. Zumindest in einem Punkt gebe ich Recht: Nachts muss man wirklich nicht mähen. Macht auch wenig Sinn. Da ist die Wiese nämlich nass.
fatherted98 14.08.2016
3. Total weltfremd...
...auf Rasen auf denen Maehroboter eingesetzt werden, sind in der Regel keine Igel unterwegs. Igel lieben Hecken, Laub und hohes Gras...kein Terrain fuer Maehroboter die meist nur wenige cm bis mm vom getrimmten Rasen kuerzen. Da wird wieder mal ein Thema gepusht das es in der Realitaet gar nicht gibt.
richooo 14.08.2016
4. Alternative Wildwiese
Nächstes Jahr gibts nur noch ne Wildwiese, kein lästiges mähen / wässern mehr und gut für die Natur ist es auch.
tommau63 14.08.2016
5. Warnung vor Mährobotern
Selten so gelacht, da fragt man sich doch ob manche Leute nichts besseres zu tun haben, als sich immer größeren Schwachsinn auszudenken. Ach ja, nachts das Autofahren verbieten, da sterben bei einer Nachtfahrt an der Windschutzscheibe, mehr Insekten als mein Mähroboter je zu Gesicht bekommen wird.
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