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Magnetfeld-Wanderung: Flughäfen müssen Landebahnen neu beschriften

Die magnetischen Pole der Erde wandern, und mit ihnen die Kompassnadel. Die Veränderungen sind inzwischen so gravierend, dass Flughäfen ihre Landebahnen neu beschriften müssen - so wie jetzt ein Airport in den USA.

Wandernde Magnetpole: Landebahnen neu beschildern Fotos
AFP

Die Wandlung vollzieht sich langsam, aber sie hat deutlich sichtbare Folgen: Die magnetischen Pole der Erde wandern - und das verändert auch die Ausrichtung der Kompassnadeln. Der im Norden gelegene Magnetpol bewegt sich von Kanada Richtung Russland, mit etwa 55 Kilometern pro Jahr. Setzt sich die Bewegung fort, liegt der Magnetpol 2050 in Sibirien.

Eine der Folgen: Regelmäßig müssen Flughäfen ihre Schilder umschreiben. Vergangenes Jahr hatte der Stansted Airport bei London seine Rollbahn-Bezeichnungen dem wandernden Magnetfeld angepasst. Nächste Woche will auch der Tampa Airport im US-Bundesstaat Florida 140 Landebahnsignale ändern.

Auf den Schildern ist die Anflugrichtung im Verhältnis zum magnetischen Pol angegeben. Hat eine Landebahn die magnetische Richtung 183 Grad, so wird sie mit 18 bezeichnet. "Verschieben sich die magnetischen Feldlinien so, dass die Anflugrichtung 186 Grad beträgt, wird die Bahn in 19 umbenannt", erklärt Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit.

"Die Kennzeichnung dient dazu, dass Piloten wissen, welche Bahn sie anfliegen müssen", sagt Handweg. Mit den Zahlen lasse sich beispielsweise der Einfluss des Windes bei der Landung besser berechnen. Zwar würden Flugzeuge mittlerweile meist mit Hilfe von GPS-Satellitensignalen navigieren. Kleinere oder defekte Maschinen seien aber bisweilen auf den Magnetkompass angewiesen.

Das Magnetfeld umspannt die Erde wie ein Schirm und ist nur über den geografischen Polen eingedellt. Dort, wo es in die Erde stößt, liegen die Magnetpole - und sie stimmten im Laufe der Erdgeschichte meist nicht mit den geografischen Polen überein. Auf der Nordhalbkugel liegen geografischer und magnetischer Pol derzeit rund 500 Kilometer auseinander, auf der Südhalbkugel beträgt die Entfernung sogar mehr als 2500 Kilometer.

Seit Mitte der neunziger Jahre hat der Magnetpol im Norden einen Spurt eingelegt, sein Gegenpol hingegen verharrt seit einigen Jahren ziemlich ortsfest über der Antarktis.

boj

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insgesamt 42 Beiträge
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1.
Dominik Menakker, 12.01.2011
dann verraten Sie doch mal, wie Sie mit einem magnetischen Kompass geografisch Nord messen wollen. Sehen Sie....
2. Lange her....
volatus123 12.01.2011
Es ist lange her, dass ich das lernen musste. Googeln hat ergeben, dass der RWY Designator missweisend ist: http://en.wikipedia.org/wiki/Runway Runways are named by a number between 01 and 36, which is generally one tenth of the magnetic azimuth of the runway's heading
3. Schon korrekt
Pfeiffer mit drei F 12.01.2011
Nein, die Pistenbezeichnungen richten sich nach dem magnetischen Kurs. Allerdinsg müssen Rollbahnen nicht neu beschriftet werden: Diese werden meist mit Buchstaben bezeichnet und deren Ausrichtung ist auch irrelevant.
4. Missweisend informiert !!
olligod 12.01.2011
Falsch auf den offiziellen ICAO-Karten wird NICHT rechtweisend angegeben. Sie sollten nicht schreiben "...wird auch so verfahren", wenn Sie es nicht wissen / nicht recherchieren! Sie haben Glück, in Deutschland ist recht-und missweisend fast das selbe - aber z.B. in Kontinenal-Amerika sind 10 Grad Unterschied normal - von Kanada/Alaska nicht zu reden.
5. Qfu
Gottes-Gehörgang 12.01.2011
Scheint aber tatsächlich nicht so zu sein. Beispiel Sylt 2005 dort wurde auch nach Missweisung neu zugewiesen http://de.wikipedia.org/wiki/Start-_und_Landebahn#Landebahnkennung Vergleiche auch QFU = missweisende Landebahnrichtung. Gleiches für rechtweisend gibt es nicht. Habe aber in ICAO-Ordnern auf die Schnelle nichts belastbares gefunden. Steht aber sicher irgendwo dort drin.
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