Makrelen-Krieg: EU droht Island und Färöern mit Vergeltung
Der Streit um Fischfangquoten im Nordatlantik eskaliert: Die EU will hart gegen Island und die Färöer-Inseln vorgehen, sollten deren Flotten auf eigene Faust mehr Makrelen fangen als vereinbart. Umweltschützer befürchten einen Kollaps der Bestände.
Brüssel - Die EU will im sogenannten Makrelen-Krieg um Fischfang im Nordatlantik nicht klein beigeben. Sollten Island und die Färöer-Inseln zu hohe Fanquoten festlegen, "sind wir zur Reaktion bereit", sagte Fischereikommissarin Maria Damanaki am Montag in Brüssel. Dies betreffe vor allem die Abmachungen mit der EU bei anderen Fischarten, sagte Damanaki bei einem Treffen der für Fischfang verantwortlichen EU-Minister. Die Minister hätten ihr ein "klares Mandat" erteilt.
Island hat in diesem Jahr die Makrelen-Fangmenge einseitig von bisher 2000 auf nunmehr 135.000 Tonnen angehoben. Die Färöer steigerten ihre Fangmenge von 30.000 auf 85.000 Tonnen. Hintergrund ist der Klimawandel, der Makrelen vermehrt in ihre Meeresgebiete abwandern lässt. Der Umweltschutzorganisation WWF zufolge liegen die Quoten um rund ein Drittel über wissenschaftlichen Empfehlungen für nachhaltige Fischerei und bedrohen die Bestände früher oder später. Für die deutsche Hochseefischerei gehört die Makrele zu den wichtigsten Arten.
Bisher stimmten die EU und die anderen Anrainer ihre Fangquoten vorher ab. Das jetzige unilaterale Vorgehen Islands und der Färöer nannte Damanaki "inakzeptabel". "Damit werden unsere Bemühungen um die Wiederherstellung der Bestände zunichtegemacht", so die Kommissarin. "Wenn Island und die Färöer an übertriebenen Quotenforderungen festhalten, wird die EU handeln." Die EU werde dann sämtliche bilateralen Fischereivereinbarungen mit den beiden Inseln überprüfen.
Die Minister beauftragten Damanaki offiziell mit Verhandlungen. "Eine Einigung um jeden Preis kann es nicht geben", sagte der Ratsvorsitzende Kris Peeters, Ministerpräsident der belgischen Region Flandern. "Wir können keine Fischerei dulden, die nicht nachhaltig ist." Damanaki wollte den Streit nicht in einen Zusammenhang mit den Verhandlungen um einen EU-Beitritt Islands stellen. "Aber natürlich muss Island das Recht der EU anerkennen."
mbe/dpa/AFP
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