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Behörden-Bericht: Vor Mallorca wurde heimlich nach Erdöl gesucht

Port d'Andratx auf Mallorca: Die offenbar vor der Küste zur Ölerkundung eingesetzten Airguns stehen im Verdacht, der Tierwelt zu schaden Zur Großansicht
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Port d'Andratx auf Mallorca: Die offenbar vor der Küste zur Ölerkundung eingesetzten Airguns stehen im Verdacht, der Tierwelt zu schaden

Im Meer vor Mallorca haben laut einem Medienbericht Erkundungen zu Erdölvorkommen stattgefunden. Die Regionalregierung will nichts von den Arbeiten gewusst haben - die Öffentlichkeit wurde nicht informiert.

Im Meer bei Mallorca sind offensichtlich Erkundungen zm Erdölvorkommen vorgenommen worden, die der Öffentlichkeit bislang verheimlicht wurden. Dies geht aus einem Bericht des Umweltministeriums der Balearen hervor, den die Zeitung "Diario de Mallorca" nun veröffentlicht hat.

Demnach waren im April 2013 mit sogenannten Airguns unter Wasser Detonationen ausgelöst worden, die zur Erkundung des Meeresbodens nahe der spanischen Ferieninsel dienen sollten. Es wird davon ausgegangen, dass der auf seismische Untersuchungen spezialisierte Konzern Seabird Exploration die Schüsse losgelassen hat.

Bei diesen Untersuchungen per Airgun werden die am Meeresgrund abprallenden Schallwellen mit Wassermikrofonen aufgefangen. Aus diesen Signalen lässt sich schließlich auf die Struktur des Gesteins und mögliche Ölvorkommen schließen.

In dem aktuellen Bericht wird beklagt, dass die - vermutlich für Wale schädlichen - Schallwellen sich über das gesamte Seegebiet um die Inselgruppe der Balearen ausgebreitet hätten, und das ausgerechnet zur Zeit der Walwanderungen. Der Chef der Regionalregierung der Balearen, José Ramón Bauzá, soll von den Untersuchungen nichts gewusst und nur aus der Zeitung davon erfahren zu haben.

Rücktrittsforderungen

Die Opposition im Regionalparlament forderte den Rücktritt der Regierung. Die Initiative "Balears diu No" (Die Balearen sagen Nein), die gegen die Erdölsuche an der Ferieninsel kämpft, hielt der Regierung vor, die Bevölkerung zu hintergehen. Die Balearen-Regierung hatte sich selbst mehrfach gegen die Suche nach Erdöl ausgesprochen.

Im Mai 2014 hatte eine Untersuchung in einem Seegebiet nordöstlich von Schottland ergeben, dass Unterwasserlärm Schweinswale verstummen lässt. Mit den Klicklauten spüren die Tiere ihre Beute auf und kommunizieren miteinander. Ob der Lärm Beutetiere vertreibt oder die Schweinswale selbst davor flüchteten, ist aber noch unklar.

Viele Wissenschaftler halten Unterwasserlärm auch für eine mögliche Ursache von Walstrandungen. Die Säugetiere könnten durch die künstlichen und sehr lauten Geräusche die Orientierung verlieren oder sogar Schäden an ihren Gehörorganen erleiden, so die Vermutung.

jme/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Wer?
schmusel 08.08.2014
Ja wer hat denn da nun gesucht? Muss doch eine Firma gewesen sein, die von jemandem den Auftrag erhalten hat - bissel nachforschen hätte man schon können...
2. Warnsignal?
ovhaag 08.08.2014
Wale gelten doch als intelligent. Kann man da nicht mit einem Warnsignal arbeiten? Nach dreimaligem Erleben weiß der Wal: Wenn das "tuut - tuut - tuuuut" Signal ertönt, dann knallt es ein paar Minunten später an der gleichen Stelle richtig laut. Und in den verbleibenden sagen wir 5 Minuten kann er dann ein Stück Sicherheitsabstand zwischen sich und die Signalquelle bringen.
3.
brooklyner 08.08.2014
Zitat von schmuselJa wer hat denn da nun gesucht? Muss doch eine Firma gewesen sein, die von jemandem den Auftrag erhalten hat - bissel nachforschen hätte man schon können...
Steht doch klar im Text: Es wird angenommen, die Firma Seabird Exploration sei es gewesen.
4. Industriemafia! Was regt Ihr Euch auf!
mike301243 08.08.2014
Auch bei uns diktiert die Industriemafia (Lobby) der Regierung aufs Komma genau, wie die Gesetze auszusehen haben! Was regt Ihr Euch über die Spanier auf?
5. Warum sollte Spanien
chico 76 08.08.2014
nicht nach Öl suchen dürfen? Wale stranden auch dort, wo nicht gebohrt/erkundet wird, Australien/Neuseeland. Wer hat sich über die Norweger echauffiert, da schwimmen mehr Wale rum.
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