Rekord Forscher filmen Fisch in acht Kilometern Tiefe

8143 Meter unter der Oberfläche des Pazifiks haben Forscher einen bislang unbekannten Fisch entdeckt. Nie zuvor wurde ein solches Wesen in dieser Tiefe beobachtet.

SOI/ HADES/ Dr. Paul Yancey

So tief im Meer wie nie zuvor haben Forscher der University of Hawaii eine bislang unbekannte Fischart entdeckt. Das Tier sei im Marianengraben im westlichen Pazifik in einer Tiefe von 8143 Metern entdeckt worden, teilten die Wissenschaftler mit.

Mit speziellen Tiefseegeräten filmten sie den weiß-durchsichtigen Fisch, der zu der Familie der Scheibenbäuche gehört. Charakteristisch sind die flügelähnlichen Flossen, der Schwanz, der einem Aal ähnelt, und seine langsame Fortbewegungweise über dem Grund.

Bei der 30 Tage dauernden Forschungsreise mit dem Expeditionsschiff "Falkor" entdeckten die Wissenschaftler in 5000 bis 10.600 Metern Tiefe zahlreiche weitere neue Tierarten. In immer größeren Tiefen tauchten unbekannte Wesen auf. Eine Auswahl haben die Forscher in einem zweiten Video zusammengestellt.

Leben unter Wassermassen

Die Tiefsee gehört zu den am wenigsten erforschten Gebieten der Erde. Für das Leben dort bedarf es besonderer Anpassung: Es herrscht der Druck ganzer Schwertransporter, es gibt kein Licht und damit keine Pflanzen, die Photosynthese betreiben. Bei jedem Wechsel in neue Wassertiefen, muss der Fischkörper Druckunterschiede ausgleichen. Erst im März 2014 hatten Wissenschaftler einen Scheibenbauch aus sieben Kilometern Tiefe gezogen.

Die damals untersuchte Art überlebt in der Tiefsee dank Trimethylaminoxid. Das Molekül schützt Eiweiß gegen hohen Druck, so dass Tiere selbst in vielen Tausend Metern Tiefe Meerwasser aufnehmen können, ohne zu versalzen. Je mehr Trimethylaminoxid Fische intus hätten, desto tiefer könnten sie tauchen, vermuteten Forscher damals. Ob auch der aktuelle Fund dank Trimethylaminoxid in der Tiefe überlebt, ist allerdings noch unklar.

Bisher lag der Tiefenrekord für Fische bei 7.700 Metern. Auch der ehemalige Rekordhalter mit dem wissenschaftlichen Namen Pseudoliparis amblystomopsis gehört zur Familie der Scheibenbäuche. Er wurde erstmals im gut zehn Kilometer tiefen pazifischen Kurilengraben nachgewiesen. Auch im gut acht Kilometer tiefen Japangraben hat man ihn inzwischen gesichtet.

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jme/dpa



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