Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Massenvogelsterben in South Dakota: US-Landwirtschaftsministerium vergiftete Stare

Mehr als 200 Stare sind vor wenigen Tagen in South Dakota vom Himmel gefallen. Nun gibt es eine Erklärung für das Massenvogelsterben: Das Landwirtschaftsministerium hat die Tiere vergiftet. Die weiteren Fälle bleiben aber ungeklärt.

Yankton - Experten und Laien beschäftigen sich seit Wochen mit der Frage, warum in den USA immer wieder Vogelkadaver vom Himmel fallen. Was ist der Grund für dieses Massensterben? Erst am Montag hatte es in Yankton, South Dakota, einen neuen Fall gegeben: Hunderte tote Stare waren vom Himmel gefallen und mitten in der Stadt im Schnee gelandet.

"Die ganze Straße und der Bürgersteig waren voll mit den Tieren", sagte Augenzeugin Alice Brown laut msnbc.com. Mitarbeiter des Veterinäramtes sammelten die Tiere ein und kamen dem Online-Portal des Fernsehsenders zufolge auf gut 300 Kadaver. Andere Medien sprachen von 200 toten Tieren.

Anfänglich wurde davon ausgegangen, dass es die Vögel nicht rechtzeitig in wärmere Gegenden geschafft hätten und erfroren seien. Doch nun gibt es eine Erklärung: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) meldete sich bei den Behörden von Yankton und gab an, Mitarbeiter hätten die Tiere vergiftet.

Die Ministeriumsmitarbeiter hätten an einer Futterstelle rund zehn Meilen südlich von Yankton Gift ausgelegt. "Und sie waren überrascht, dass die Tiere überhaupt so weit gekommen sind", sagte Lisa Brasel, die in Yankton für Tierschutz zuständig ist, dem NBC-Sender KTIV.

"Gift ist immer der letzte Ausweg"

USDA-Biologe Ricky Woods erklärte, eine große Gruppe Stare habe im Norden Nebraskas großen Schaden an einer Maststelle für Vieh angerichtet. Die Vögel fräßen das Futter und beschädigten mit ihrem Kot das Futter und das Material. Daher habe sich das Landwirtschaftsministerium entschieden, das Gift DRC 1339 auszulegen.

"Gift ist immer der letzte Ausweg", sagte Woods. Es sei kein übliches Vorgehen. "Aber in dieser Situation mussten wir so handeln."

Nach Angaben des Biologen starben die meisten Vögel in der Nähe der Futterstelle. Rund 200 Tiere seien aber stark genug gewesen, die zehn Meilen nach Yankton zurückzulegen. Woods konnte nicht sagen, wie viele Stare insgesamt gestorben sind. Schätzungsweise hätten rund 2000 von dem tödlichen Futter gefressen. Für Tiere, die die vergifteten Stare essen, wie Habichte oder Katzen, bestehe keine Gefahr. Auch Menschen seien nicht bedroht.

Die anderen Vorfälle rätselhaften Tiersterbens bleiben jedoch weiterhin ungeklärt. Begonnen hatte alles in der Silvesternacht. In der Kleinstadt Beebe in Arkansas, lagen rund 5000 Vögel tot auf der Erde. Wenige Tage später fanden sich auf einem Highway im US-Bundesstaat Louisiana rund 500 Vogelkadaver, die meisten mit Verletzungen. In beiden Fällen waren es Rotschulterstärlinge, eine in Nordamerika häufige Singvogelart.

Die Jagd- und Fischereikommission von Arkansas beschäftigt noch ein Massensterben von Fischen: Am 29. Dezember hatten Angler gemeldet, dass sie zahlreiche sterbende und tote Fische im Arkansas River gesichtet hatten. Insgesamt sollen rund 85.000 Tiere verendet sein, fast 99 Prozent davon sind Flusstrommler.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Vogelstimmen-Quiz

DPA

Piept's bei Ihnen? Teil 1

Piept's bei Ihnen? Teil 2



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: