Mecklenburg-Vorpommern: Blitzeinschlag verletzt 39 Menschen

Blitzeinschlag bei Dabel: Schreck bei der Vatertagsfeier Fotos
DPA

Jähes Ende einer Vatertagsfeier: In Dabel schlug nahe eines Festplatzes ein Blitz ein. 39 Menschen wurden verletzt, acht davon schwer.

Dabel - Auf einem Festplatz in Mecklenburg-Vorpommern sind bei einem Blitzeinschlag 39 Menschen verletzt worden. Viele Besucher der Vatertagsparty bei Dabel im Landkreis Ludwigslust-Parchim trugen Brandverletzungen und Schocks davon, acht Menschen erlitten schwere Verletzungen, berichtete das Polizeipräsidium in Rostock. Zwei Rettungshubschrauber und mehrere Rettungswagen versorgten die Verletzten. Zunächst hatte die Polizei von 43 Verletzten gesprochen.

Ersten Erkenntnissen zufolge schlug der Blitz bei Dabel kurz nach Mittag in eine Baumgruppe ein. Auch ein Stromkasten, der sich in der Nähe befand, wurde beschädigt. Auf dem Gelände hielten sich zur Zeit des Einschlags mehr als 500 Besucher auf.

Durch den Einschlag in den Stromkasten sei der Blitz vermutlich übergesprungen und habe die Wirkung so vergrößert, sagte ein Polizeisprecher. Regenradars von Wetterdiensten zufolge ist zum Zeitpunkt des Einschlags ein schweres Gewitter über Teile Mecklenburg-Vorpommerns hinweggezogen.

Bis zu tausend Verletzte pro Jahr

Blitzunfälle sind, insbesondere auf großen, freien Plätzen, gar nicht so selten, sagte der Mediziner Fred Zack von der Universität Rostock im Juli 2012 SPIEGEL ONLINE. Damals waren bei einem Musikfestival im nordsächsischen Roitzschjora 51 Menschen durch einen Blitzschlag verletzt worden. Pro Jahr gebe es in Deutschland bis zu 1000 Verletzte und 10 Tote durch Blitzeinschläge. Und an manchen Sommertagen gehen mehr als 100.000 Blitze über Deutschland nieder, die meisten im Süden und Südosten.

Obwohl Benjamin Franklin bereits vor mehr als 250 Jahren grundlegende Erkenntnisse über Blitze sammelte, ist einiges an den Starkstromfackeln noch rätselhaft. Vor allem, wie die gewaltigen elektrischen Ladungen in der Luft entstehen. In Form eines Blitzes schießt ein Strom von bis zu 20.000 Ampere Richtung Erde. 30.000 Grad heiß kann der Blitz sein. Wer nicht weiter als 20 Meter von der Einschlagstelle entfernt ist, befindet sich in Lebensgefahr.

Spätestens, wenn zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden liegen, ist Vorsicht geboten. Wenn möglich, sollte man dann Schutz suchen - in einem Gebäude oder Auto. Wer mit Fahrrad oder Motorrad unterwegs ist, sollte absteigen und ein paar Meter Abstand zu den Rädern halten. Und auch wenn es regnet, sollte der Schirm nicht in der Hand bleiben, um die Einschlagsgefahr nicht zu erhöhen.

wbr/boj/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Potz
mehrhirnbitte 09.05.2013
Blitz
2. Die Hauptgefahr ist der Spannungstrichter
wolfi55 09.05.2013
Er entsteht rund um die Einschlagstelle und bildet die Abnahme der Spannung in der Entfernung von der Einschlagstelle. Wer darüber mit den Beinen steht, der bildet eine Brücke und das kann tödlich sein. Auf Vieh auf der Weide kommt mehrfach jährlich dadurch zu Schaden. Etwas besser ist es auf trockenem Grund, weil dann die Leitfähigkeit herabgesetzt ist. Alternative, man legt Betonarmiergitter in den Boden, dann entsteht der Trichter nicht, bzw. erst am Rand. Das geht auch auf den Weiden.
3.
herbert_schwakowiak 09.05.2013
Zitat von wolfi55Er entsteht rund um die Einschlagstelle und bildet die Abnahme der Spannung in der Entfernung von der Einschlagstelle. Wer darüber mit den Beinen steht, der bildet eine Brücke und das kann tödlich sein. Auf Vieh auf der Weide kommt mehrfach jährlich dadurch zu Schaden. Etwas besser ist es auf trockenem Grund, weil dann die Leitfähigkeit herabgesetzt ist. Alternative, man legt Betonarmiergitter in den Boden, dann entsteht der Trichter nicht, bzw. erst am Rand. Das geht auch auf den Weiden.
Darum: Füße dicht zusammen oder auf einem Bein stehen.
4. wie entsetzlich
petrasha 09.05.2013
böse geschichte für den vatertag. schade
5. Nahe
yggdra 09.05.2013
einem Festplatz. Nahe regiert den Dativ.
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